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Die Erfindung der Buchdruckerkunst nach den neuesten Forschungen
Entstehung
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Mainzer Chroniken.

jähr 1446, von dem verwüstenden Bruderkriege der sächsischen Her-zoge 1447, von dem Wassermangel des Rheins 1448, den man durch-reiten, stellenweise durchwaten konnte, von den Ketzerenthauptungen144g, aber wir finden kein Wort erwähnt von der unter seinen Augengeschehenen Erfindung der Buchdruckerkunst. Wahrscheinlich er-schien ihm der Umstand, dass man anfing, Bücher in Menge zudrucken, statt einzeln abzuschreiben, für nicht wichtig genug, um unterden ungewohnten Ereignissen des Tages erwähnt zu werden. Zeit-genossen verstehen nicht immer die Tragweite der Ereignisse zuschätzen, und wenn zwischen 1440 und 1450 Donate gedruckt er-schienen, welche sonst geschrieben waren, so wussten sicher dieWenigsten diesen Unterschied zu verstehen, da die Schrift ziemlichgleich war.

II.

Unter diesen Umständen kann es noch weniger verwundern,dass der Verfasser einer Handschrift, welche von späterer Hand»Sagen von alten Dingen der verehrlichen Stadt Mentze«betitelt wurde und über die Streitigkeiten der alten Geschlechter undder Zünfte von 1244 bis in die Mitte des XV. Jahrhunderts sehr ein-gehende Mittheilungen enthält, von der Erfindung der Buchdrucker-kunst nichts berichtet; er hatte andere Sorgen, ihm lag vor allemdaran, den alten Rath gegen den Vorwurf der Geldverschwendung zuvertheidigen, und die Stadt Mainz hatte so viele Schulden, dass dieNamen der Bewohner von Eltville, welche ein Leibgedinge von derStadt Mainz bezogen, und welche zu kennen für die Prüfung gewisserActen heute sehr wichtig wäre, gar nicht genannt wurden.

III.

Eine dritte Handschrift, die Chronik der Erzbischöfe vonMainz, verfasst von dem kaiserlichen Kammerrichter Grafen WilhelmWerner von Zimmern und bis 1555 reichend, berichtet: »Under derRegierung dieses Erzbischofs (Dietrich Schenk von Erbach, 1434bis 1459) wardt erstlich die edell Kunst der Buchdruckerey zu Maintzin der Statt erfunden durch einen habehaften reichen Bürger daselbst,