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Dilettanten als Meister der Stempelschneidekunst.
zu sehen, denn auch Gelehrsamkeit schützt vor Thorheit nicht. DieserGutenberg, von welchem hier die Rede ist, war der Sohn eines Haus-genossen (der Münze), d. i. eines Geldwechslers, welche das Aufsichts-recht über die Goldschmiede hatten, denn letztere durften nicht mehrGold und Silber vorräthig haben, als sie zu ihrem Geschäfte benöthigten.Es liegt gar kein Grund vor, welcher Gutenberg veranlassen konnte,die Stufe zum Goldarbeiter hinabzusteigen, als die Ansicht eines Pastorsdes XIX. Jahrhunderts, Gutenberg müsse Goldschmied gewesen sein,weil nur diese gravierten. Diese Ansicht lässt ausser Acht, dass in derMünze Stempelschneider vorhanden waren, dass dieselben Matrizenmachten, dass sie mit Giessflaschen gössen u.s.w., kurz dass der Geld-wechslerssohn ohne alle Goldschmiedekunst in der Münze, derenHausgenosse sein Vater war, alle Kenntnisse der Schriftgiesserei er-werben konnte.
Um ein Stempelschneider zu werden, braucht man nicht Fach-mann zu sein. Die Geschichte der Buchdruckerkunst lehrt, dass mehrereder besten Stempelschneider ihre eigenen Lehrmeister waren: JohnBaskerville war ursprünglich Schreiblehrer und Lackierer zu Bir-mingham und fasste 1750 den Entschluss, sich im Stempelschneidenzu versuchen, um die Typen zu verbessern, er wurde einer der be-rühmtesten Stempelschneider seiner Zeit; Moor war Silbertreiberzu Birmingham und wurde 1770 Stempelschneider und Schriftgiesser;Ilive war Buchdrucker und wurde ein geschickter Graveur; Fenwickwar ein Schlosser zu Oxford und wurde von Caslon zur Herstellungund zum Ausbessern seiner Giessinstrumente verwendet, was ihn aufden Gedanken brachte, sich selbst als Stempelschneider zu versuchen;Caslon war Graveur, der auf die Schlösser der Gewehre Zierratenstach, und wurde einer der ersten Stempelschneider; Fleischmann,geboren zu Nürnberg 1701, war Schriftgiesser und wurde der be-rühmteste Stempelschneider Hollands; der Italiener Bodoni, 1740 ge-boren, war Schriftsetzer und erhielt als solcher den Auftrag, die inUnordnung gerathenen Stempel der orientalischen Alphabete in Ord-nung zu bringen; diese Arbeit führte ihn auf den Gedanken, sich selbstim Schneiden und Giessen von Lettern zu versuchen, er wurde derbeste Stempelschneider aller Zeiten; der Franzose Derriey, geboren