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Die Erfindung der Buchdruckerkunst nach den neuesten Forschungen
Entstehung
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Ursprung der Schriftgiesserei.

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1808, wurde Schriftsetzer, dann Schriftgiesser und Stereotypem-,er begann mit 27 Jahren das Stempelschneiden und entzückte unserJahrhundert mit den wunderbaren Schöpfungen seiner Hand; Unger,geboren 1750 zu Berlin, war Holzschneider und schnitt später inStahl die schöne Ungersche Fractur; der 1768 geborene Walbaumwar Lehrling in einem Materialwarengeschäfte, mit welchem eineConditorei verbunden war; da er hier mit der Anfertigung vonFormen beschäftigt wurde, beschloss er, nachdem er ausgelernt hatte,auf eigene Faust als freier Mann vom Formenstechen zu leben; dieseBeschäftigung führte ihn auf die Stempelschneiderei, seine Letternwaren in der ersten Hälfte unseres Jahrhunderts in Deutschland sehrbeliebt. Allerdings schnitt auch der Goldschmied Bernardo Cennini1471 Stempel für den Buchdruck, aber daraus folgt nicht, dass derErfinder der Buchdruckerkunst Goldschmied gewesen sein müsse.Jenson soll ein Graveur der Münze gewesen sein.

Ich gebe zu, dass im XV. Jahrhundert Alles vorhanden war, waszum Schriftgiessen gehört: die Kunst, den Stahl weich für das Schneidenund hart für das Einschlagen zu machen, musste vorhanden sein, schondie Waffenschmiede mussten das kennen, ebenso die Münzmeister;die Matrizen waren bekannt und das Giessen, es bedurfte nur der Handund des Gedankens, diese Bereitungsarten in den Dienst des Buch-drucks zu stellen, und ich gebe auch zu, dass die kleine Schrift derAblassbriefe mittels Punzen, Matrizen und Gusswerkzeugen hergestelltist, aber in der 3Özeiligen Bibel vermisse ich die Erzeugnisseder Schriftgiesserei.

Die Kupfermatrize, in welche der Stahlstempel eingeschlagen ist,muss diesen Stempel verkehrt als getreuestes Ebenbild enthalten; dieBuchstaben, welche aus dieser Matrize gegossen werden,müssen genau einer wie der andere aussehen, es gibt keinMittel, eine grössere Gleichheit zu erzielen, als flüssiges Blei in harteFormen zu giessen, und diese Gleichheit der Buchstaben ver-misse ich in der 3Özeiligen Bibel. Die Unterschiede zwischen denverschiedenen 111, 11, a, 1 ) 11, i u. s. w. sind gering, kaum zu bemerken,

') Die sonderbare Gestalt des ersten a in palpan' (Nr. 14, S. 26) rührt voneinem Wurmstich im Papier her.