Druckschrift 
Die Erfindung der Buchdruckerkunst nach den neuesten Forschungen
Entstehung
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Der Drucker der 36zeiligen Bibel.

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Kunst untersucht und was dazu gehört, und im Jahre 1450, welchesein goldenes Jahr war, begann man zu drucken, und das erste Buch,welches gedruckt wurde, war die lateinische Bibel, und sie ward miteiner grossen Schrift gedruckt, mit welcher man jetzt die Missalbücherdruckt.»

Herr Dziatzko, welcher der Ansicht ist, die 42zeilige Bibel seiälter als die 36zeilige, macht zwar nicht mit Unrecht geltend, dieser Satzkönne sich auch auf die mit kleineren Buchstaben gedruckte 42zeiligeBibel beziehen, denn der Chronist meine offenbar nur jene Schriftart,welche in den Missalen angewendet wurde, und welche in neuerer Zeitunter dem Namen Mönchsgothisch bekannt ist; ob die Buchstaben einwenig grösser oder kleiner seien, entscheide nicht, denn auch diekleineren Typen seien noch immer gross gegenüber den zu Ende desXV. Jahrhunderts gebräuchlichen Buchtypen, welche der jetzigenDruckschrift an Grösse entsprechen.

Was mich veranlasst, der 36 zeiligen Bibel das Altersvorrechteinzuräumen, sind rein technische Gründe: ich halte die Buchstabendieser Bibel für geschnittene Holzbuchstaben, die der 42zeiligenBibel für gegossene Metalllettern und bin der Ansicht, dass die bei denHolzbuchstaben gemachten Erfahrungen zur Anwendung des Lettern-gusses drängten. Ich habe diese Ansicht bex - eits in meiner »IllustriertenGeschichte der Buchdruckerkunst« ausgesprochen und alle die ab-sprechenden Urtheile gelesen, welche darüber gefällt worden sind;sie haben jedoch meine Ueberzeugung nicht erschüttern können.

Es ist ja nichts leichter, als zu behaupten, Gutenberg habeStempel, Matrizen und das Letterngiessen erfunden, wenn man esnicht zu beweisen, sondern nur diejenigen, welche nicht daran glaubenwollen, als Dummköpfe, Dilettanten und (nach Bismarckschem Muster)als Gutenbergfeinde zu bezeichnen braucht, um die Kritiker so zuverblüffen, dass sie nur über den ungehobelten Ton die Nase rümpfenund denken, der Mann müsse doch Recht haben, denn sonst würdeer nicht so gewaltig schimpfen. Natürlich geht man dann das nächsteMal weiter und behauptet keck, Gutenberg sei ein Goldschmied ge-wesen, ohne auch nur einen Gran eines Beweises beizubringen, undhat wirklich die Freude, diese Behauptung gedankenlos nachgebetet