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Die Erfindung der Buchdruckerkunst nach den neuesten Forschungen
Entstehung
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Das Zurichten.

richtete den Druck zu und überwachte denselben, die mechanischeArbeit überliess er denen, welche am Pressbengel arbeiteten und dieForm einschwärzten; dieser Drucker Enrich Squirol nahm bei derMontserrater Presse dieselbe Stelle ein, welche der Erfinder bei derMainzer ersten Presse eingenommen hatte, und nichts beweist mehrden hohen Werth, welchen man im XV. Jahrhundert auf das Zurichtender Druckform legte, als diese von schwerer Arbeit befreite Stellungdes Druckleiters, welche später entfiel.

Was ist das Zurichten? Die Beantwortung dieser Frage lässtdie Unkenntnis derjenigen, denen die Erfindung der Presse ein Nichts,etwas Selbstverständliches ist, in vollem Lichte erscheinen. Selbstdie fertige Presse liefert nicht sofort einen reinen, gleich-mässig schwarzen Abzug, die Sphrift ist stellenweise gar nichtoder nur undeutlich sichtbar, stellenweise zu schwarz, wenn der Druckungleich ist. Vor allen Dingen muss daher der Druck so geregeltwerden, dass der Tiegel sich gleichmässig auf die Form niedersenkt.Man bemerkt auf dem Amannschen Bilde, dass der Querbalken unterder Krone durch die Presswand hindurchgeht; an diesen Durchgangs-stellen war der Ort, wo der Druck durch eingeschobene Holzspänchenso geregelt wurde, dass er gleichmässig erfolgte; daher sagt ein alterDruckerspruch:

Ein Spänchen 'raus, ein Spänchen 'rein,

Das ist dem Drucker sein Latein.

Das heisst, wie dem Schriftsetzer das Latein nöthig war, um die Hand-schriften zu lesen und richtig zu setzen, so war dem Drucker dieKenntnis der Mechanik der Presse nöthig, um durch eingeschobeneoder herausgenommene Holzspänchen den Druck gleichmässig zu ge-stalten. Wenn nun aber auch hiedurch die Bewegung des Tiegelsgeregelt war, so war damit noch immer nicht die gleichmässigeSchwärze des Bogens erreicht, da dieselbe durch Unebenheiten derLettern u. dgl. beeinträchtigt werden konnte. Zu diesem Zweckewurde auf dem Deckel durch Aufkleben von Papierstückchen oderdurch Ausschneiden von Stellen aus der Unterlage des Druck-bogens die Ebenmässigkeit erreicht, wie dies noch heutzutage selbstbei den besten Druckmaschinen nöthig ist. Der schöne gleichmässige