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Die Erfindung der Buchdruckerkunst nach den neuesten Forschungen
Entstehung
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Die Druckerschwärze.

II

Druck der ältesten Bücher beweist, dass der Erfinder der Buchdrucker-kunst dieses Zurichten kannte und übte, auch die Einzelblätter ausden ältesten gedruckten Bibeln, welche sich hie und da vorgefundenhaben, weisen darauf hin; es waren wahrscheinlich Versuchsbogen.Man kann hiernach ermessen, welche Mühen und Schwierig-keiten es dem Erfinder gekostet hat, um eine brauchbarePresse bauen zu lassen und dieselbe für einen guten Druckherzurichten.

Auch die Erzeugung der Druckerschwärze gehörte zur Er-findung der Buchdruckerkunst; wir finden unter den Gehilfen Lusch-ners den Ulrich Belch aus Ulm, welcher sich einzig und allein mitder Erzeugung der Druckerschwärze beschäftigte. Wohl war die Oel-farbe schon damals bei den Malern bekannt und angewendet, aberdaraus folgte noch nicht, dass dieselbe sofort für die Presse anwendbarwar, und auch bezüglich der Farbe zeigen die frühesten Drucke eineVollkommenheit, welche erst durch lange vorher gemachte Versucheerreicht werden konnte.

Wir finden in den Rechnungen der von zwei Mitgliedern derBruderschaft des heiligen Dominicus im Kloster San Jacopo di Ripoliin der Strasse della Scala errichteten Druckerei zu Florenz aus denJahren 14741483, welche noch in der Magliabecchi-Bibliothek er-halten sind, folgende Bestandtheile der Buchdruckerfarbe aufgeführt:Leinöl, Terpentin, Harzpech, schwarzes Pech, Marcasit (Schwefelkies),Zinnober, Harz, fester Firniss, flüssiger Firniss, Galläpfel, Vitriol,Schellack. Gegenwärtig haben eigene Fabrikanten den Buchdruckerndie Sorge um das Farbesieden abgenommen, in früherer Zeit war das-selbe ein wichtiges Geschäft des Buchdruckers und zugleich ein ge-fährliches; wegen der damit verbundenen Feuersgefahr musste das-selbe ausserhalb der Stadt vorgenommen werden. Das Verfahren warbis zum Anfange dieses Jahrhunderts das folgende: Zum Firnisssiedennahm man gutes, abgelegenes Leinöl, ferner einen reinen Kupfer-kessel, der keine Risse haben durfte, füllte denselben dreiviertel voll,stellte ihn auf einen eisernen Dreifuss und machte unter demselbenmit ausgetrocknetem Holze anfangs starkes Feuer, bis das Leinölordentlich zu kochen anfing; war das Leinöl recht im Sieden, so nahm