Erfindung der Presse.
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bekannt sein, die Buchdruckerkunst mit ihrer Presse mussteerst erfunden werden, und wer da meint, dass die Erfindung derPresse keine Schwierigkeiten bereiten konnte, der verräth eine grosseUnkenntnis des Buchdrucks.
Es ist auch nicht richtig, dass das XV. Jahrhundert kein Gewichtauf die Buchdruckerpresse gelegt habe, im Gegentheil spricht die ersteAndeutung der neuen Erfindung im Psalter vom Jahre 1457 von derneuen Erfindung des Druckens und Buchstabenbildens (ad-inventione artiftciosa imprimendi ac caracterizandi). Man sagt, das seiunlogisch: erst käme das Buchstabenmachen und dann das Drucken:aber die alten Drucker wussten sehr wohl, was sie sagten, sie stelltendas Drucken als die Hauptsache in den Vordergrund, die be-weglichen Typen kamen erst in zweiter Reihe in Betracht; erst späterwurde von einzelnen Buchdruckern die Schönheit ihrer Typen hervor-gehoben.
In der That konnte der Buchdruck ohne bewegliche Buchstabenals Holztafeldruck bestehen und sich fruchtbringend entwickeln, ist jadoch in neuerer Zeit die höchste Vervollkommnung der Presse, dieunendliche Schnellpresse, erst durch den Plattendruck (Stereotypdruck)möglich geworden, und die Briefdrucker des XV. Jahrhunderts eignetensich bald die Presse des Buchdruckers an; dagegen hätte der Reiber-druck von Einzelbuchstaben wenig Nutzen gehabt. Ihren vollenWert erhielten beide Erfindungen allerdings erst durch ihre Ver-bindung, und glücklicherweise hatten beide denselben Vater, so dassder Streit darüber, welche die vornehmste sei, wenigstens des Giftes derPersönlichkeit ermangelt und rein sachlich entschieden werden kann.
In dieser Beziehung hören wir zunächst die durch die Presseentstandene Schnelligkeit des Druckes rühmen. NikolausPerotus sagte 1471: Ich sah, dass jetzt in einem Monat von einemeinzigen Mann soviel Schriften gedruckt werden können, wie sonst inJahresfrist von mehreren kaum bewältigt wurden, worüber unser Lands-mann, der Bischof Campanus, einen sehr schönen Vers gemacht hat:
Imprimit ille die quautum non scribitur anno.
(Er druckt an einem Tage soviel, als man in einem Jahre nichtschreiben kann.)