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Die Erfindung der Buchdruckerkunst nach den neuesten Forschungen
Entstehung
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Reiberdruck und Pressendruck.

matik des Donatus, in Holzschnitten und mittels des Reihers druckten,d. h. sie legten das befeuchtete Papier auf die mit einer leichten Erd-farbe, später mit einer aus Lampenruss und Oel gemischten Drucker-schwärze bestrichene Form und fuhren auf der Rückseite des Blattesmittels eines sehr straff mit Pferdehaaren und Salbändern ausgestopftenLederballens (Reihers) mit kräftigem Druck hin und her, wodurch dieUmrisse der Figuren und Buchstaben sich tief in das Papier ein-druckten. Aber dieser Reiberdruck ist kein Buchdruck, diedurch das Reiben entstandene Glätte, verbunden mit den theilweisenUnebenheiten, machten den Abdruck auf der Rückseite desPapiers unmöglich. Allerdings hat sich in China bis auf den heuti-gen Tag der Bücherdruck in dieser Weise fortgepflanzt, ob aber dieseArt des Druckens in Europa den Erfolg des Buchdrucks gehabt hätte,ist sehr die Frage.

Es ist keineswegs richtig, zu glauben, dass das Mittelalter eineSehnsucht nach der Buchdruckerkunst hatte, dass es nach Mittelnlechzte, seine Bücher zu vervielfältigen. Die Gewohnheit ist die Ammedes Menschen, und nur ungern entwöhnt er sich ihrer Brust, nur derNoth oder glänzenderem Reiz folgend.

Der Reiberdruck mit seinem einseitigen Druck und seiner lang-samen Herstellungsweise hat die Gelehrten des XV. Jahrhunderts niebegeistert, sie zogen ein geschriebenes Buch einem schlechten Druckvor; erst als die Buchdruckerpresse es ermöglichte, beide Seitendes Papiers und mit jedem Zug der Hand eine Folioseite zu drucken,während der Briefdrucker schon bei einer kleinen Octavseite oft mitdem Reiber hin- und herstreichen musste, wurde man auf dieseMaschinerie aufmerksam, welche die Handarbeit des Briefdruckersübertraf und die Handschrift ersetzte. Für die neue Erfindung entstandein neues Wort, Franz Maria Grapaldus aus Parma sagt nach einerkurzen Beschreibung des Buchdrucks: »Die Künstler nennen wirnach der Sache Buchdrucker.«

Seit der Erfindung der Presse waren Briefdrucker und Buch-drucker etwas Verschiedenes; der Buchdrucker verdrängte den Brief-drucker ebenso, wie vierhundert Jahre später die Schnellpresse dieHandpresse verdrängt hat. Mochte daher das Drucken im Jahre 1440