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Der Stifter der noch bluehenden Neuhaeuser Linie Christian Ludwig von Eberstein und seine Nachkommen
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erbten Eigenschaften zu einem im Ganzen harmonischen Zusammenwirken. Wenn nunauch ihre nervöse Erregbarkeit über alle anderen Funktionen überwiegend war, sowurde dieselbe doch aber gemäßigt und geregelt von einer für eine Frau ungewöhn-lichen Willensstärke. Durch den' im Leinunger Schlosse herrschenden vielseitigen undanregenden Verkehr, durch die regelmäßig alle 14 Tage daselbst stattfindenden Dilettanten-Konzerte und oft veranstalteten Kirchenmusiken erhielt ihr offener Sinn früh reichlicheNahrung. Wegen ihrer geistigen Regsamkeit war sie der allgemeine Liebling derEbersteinischen Frauen, vorzugsweise der Frau Gottlob's v. Eberstein auf MenningenFriederike geb. v. Trotha, sowie ferner der Frau v. Möllendorf und deren Mutter,mit denen sie später noch oft zusammenkam, wie dies auch mit Onkel Wilhelm'sFrau geb. v. Wolffersdorff der Fall war. So in Ebersteinischen Familientraditionenaufgewachsen, war Morizens Mutter noch in späteren Jahren eine lebendige Familien-chronik. — Nachdem sie in ihrem 12. Jahre ein Nervenfieber zuletzt glücklich über-standen hatte, stellte sich ein Zustand des sogenannten Hellsehens ein, sodass sie, wiebestimmt versichert werden kann, drei Todesfälle in der Familie (von ihrem Vater,von Onkel Ernst in St. Servan und Onkel Franz in Schönefeld) und einen voneiner ihr ganz fremden Frau im Augenblicke des Eintritts des Todes gesehen undihren anfangs immer skeptischen Angehörigen dann sofort mit Beschreibung allerhinterher bestätigten und genau geprüften Einzelheiten berichtet hat. Zu diesem mehrpathologischen Zustande gesellte sich die erstaunlich schnelle Durchschauung komplizirtcrVerhältnisse und eine leichte Kombination anscheinend weit aus einauder liegender That-sachen, welche stets rege in ihr war. Solches Überwiegen der Gehirnfunktion überdie vegetativen Lebensbethätigungen war in ziemlichem Grade auf ihren jüngstenSohn Moriz — weil derselbe nach dem Ausspruche eines Anatomen zu früh ge-boren — übergegangen und hat seiner geistigen Entwickelung gleichsam den Weg vor-gezeichnet.

Den ersten Unterricht erhielt Moriz in Gemeinschaft mit seinein Bruder Ferdinandzunächst durch Hauslehrer und darauf durch den Ortsgeistlichen Magister Förster inder Pfarre. Moriz konnte dadurch mit Ferdinand gleichen Schritt halten, daßFerdinand nach einem in seinem Kten Jahre überstandenen Nervenfieber nicht nurhatte von neuem wieder gehen, sondern selbst sprechen lernen müssen. Nicht ganz8 Jahre alt kam Moriz 14. Sept. 1835 zusammen mit seinen: Bruder nach Pans-felde auf dem Harze zu dem Pastor Gräfenhain in Pension, 2. April 1837 aufdie Realschule zu Nordhausen, welche er zuerst 3 Jahre lang von dem großen Er-ziehungs-Jnstitute des an der Schule als Ordinarius der 2. Klasse und als Lehrerdes Französischen und Englischen wirkenden Professors vr. John, später von: elter-lichen Hause aus besuchte (vgl. das Nähere unten bei Ferdinand).

Än der auf Anregung und Betrieb des vormaligen Mathematiküs an: Nord-häuser Gymnasium Or. K. Chr. Fr. Fischer 1835 gegründeten Realschule (vgl.Widmung zu Morizens Schrift „Die Einheit der Welt-Regung") wirkten von Anfangan sehr tüchtige Lehrer, sodaß in allen Unterrichtsfächern ein gleichmäßiges Fort-schreiten erfolgen konnte. Nach 4 Jahren bereits in die oberste Klasse aufgerückt,hatte Moriz das Glück, daß ihu noch außer den Schulstunden an den Sonnabend-Nachmittagen in den Wintern 1841/42 und 1842/43 der Direktor Fischer aus eigenen:Anerbieten in die Elemente der höheren Mathematik einführte und ihn außerdem inden schönen Nächten des August und September oft bis nach Mitternacht zu sichbeschied zur Betrachtung des Sternhimmels durch einen vorzüglichen großen Frauen-hofer. Auch durch empfehlende Auswahl von Schulbibliothckbüchern übte der Direktorauf Moriz direkten Einfluß; und in dieser Beziehung wirkte namentlich das Studiunider ihn: in die Hände gegebenen Anthropologie und der kleineren Aufsätze Kant's,vor allen die Abhandlung: „Idee zu einer Geschichte in weltbürgerlicher Absicht" be-stimmend auf seine ganze spätere Lcbensrichtung, dieser zwar eine durch und durchtheoretische Unterlage, doch aber zugleich unmittelbar ein die weitesten sozialen Gesichts-punkte in sich begreifendes Ziel gebend. Von da an erweiterte Moriz seinen