Grafen Ernst Friedr, v, E., an die mütterliche Großmutter ausgesprochenen Absicht,den jungen Karl an einen Hof zu bringen, ist es nicht unwahrscheinlich, daß Karlvor seinem Eintritte in das anhaltische Dragoner-Regiment Hofjunker amanhaltischen Hofe gewesen ist. Der unrühmliche polnische Erbfvlgekrieg hattefolgende Veranlassung.
Der wesentlich mit durch Preußens Unterstützung zum Reichsobcrhaupte gewühlte söhnelose KaiserKarl VI. bemühte sich eifrigst, zu der zu Gunsten seiner Tochter Maria Theresia geschaffenen„pragmatischen Sanktion" die Zustimmung der europäischen Mächte zu erlangen; mit dem KönigeFriedrich Wilhelm I oon Preußen schloß er dieserhalb 1728 das sogenannte „ewige BerlinerBündnis" ab, und der letztere vollzog dasselbe mit dem Zusätze, er wolle der kaiserlichen Tochter zurBehauptung ihrer Erbrechte nöthigenfalls 10 000 Mann zu Hülfe schicken, vorausgesetzt, daß Österreichnach Erlöschen des Hauses Pfalz-Neuburg den preußischen Jülich-Bcrg'schcn Erbrechten nicht entgegentrete,wie das aber von Seiten der auf die wachsende Macht Preußens eifersüchtigen Staaten England undFrankreich der Fall war. Als nun 1733 nach dem Tode August's III. von Polen-Sachsen der größereTheil des polnischen Adels den königlich französischen Schwiegersohn Stanislaus Lcsczinsky und nurder kleinere Theil den Kurfürsten August III. oon Sachsen zum König gewählt hatte und letzteremwegen dessen bereitwilliger Anerkennung der pragmatischen Sanktion Österreich,,seine Unterstützung verlieh,erklärte Frankreich zusammen mit Spanien und Sardinien den Krieg an Österreich. Der König vonPreußen hätte nun gegen erneuerte aufrichtige Zusicherung deS Herzogthums Berg sein ganzes schlag-fertiges Heer dem Kaiser zur Verfügung gestellt; als aber solche Zusicherung sehr lau erfolgte, be-schränkte sich der König darauf, die in dem „ewigen" Bündnisse zugesagten 10 000 Mann Hülfstruppcnzu stellen.
Dies Corps begleitete der König nebst dem Kronprinzen selbst ins Felds dciszugetheilte Dragoner-Regiment Prinz Eugen von Anhalt-Dessau marschirteam 4. Febr. 1734 ans seiner Garnison Tilsit aus, rückte anfangs März inCharlottenburg ein und stieß am 3. Juni zur Reichsarmee im Lager bei Heilbronn,wo auch der Vater des Prinzen von Anhalt, der alte Dessauer, nebst seinem jüngstenSohne Moritz und seinem zweiten Sohne Leopold eintraf, auf welchen letztern imfolgenden Jahre der Oberbefehl über die preußische Feldarmee übertragen wurde. Deranfänglich den Oberbefehl führende hochbetagte Prinz Eugenius von Savoyen wolltekeine Schlacht wagen, ließ vor seinen Augen die Festung Kehl und Philippsburgwegnehmen und verlegte darauf die Armee in Winterquartiere. Entrüstet verließ derKönig Friedrich Wilhelm, der sich vergeblich bemüht hatte, den Prinzen zu einerSchlacht und zum Entsätze der Festungen zu bewegen, die Armee und ging nach Cleve,woselbst er in Folge des Verdrusses schwer erkrankte. Diesem kläglichen Feldzugefolgte ein noch kläglicherer Friede; demselben zufolge wurde Lothringen zunächst demder Krone entsagenden König LesczynSki, nach dessen Tode aber an Frankreich ab-getreten, wohingegen der seitherige Herzog Franz Stephan mit Toskana entschädigtund zugleich der Schwiegersohn des Kaisers wurde. Die gerechten ForderungenPreußens aber (Verzichtleistung Sachsens auf Jülich und Berg, GewährleistungBergs zc.) blieben gänzlich unberücksichtigt.
Im Nov. 1733 trat Karl's Dragoner-Regiment, welches sich bei dem miß-lungenen Entsätze von Philippsburg befunden hatte, den Rückmarsch an rückte imJanuar 1736 in Tilsit wieder ein.
Am 28. Juni 1736 wurde Karl v. E. Fähnrich und avancirte am 8. Ok-tober 1741 zum Sek.-Lieutenant, nachdem das Regiment in diesem zweiten Jahredes ersten Schlesischen Krieges nachträglich mobil gemacht worden, im Juni aus-marschirt, zu dein Beobachtungs - Corps des Fürsten Leopold von Anhalt-Dessau imLager bei Genthin gestoßen war und dann in und um Berlin Winterquartiere be-zogen hatte. Karl's Schwadron lag in Treuenbrietzen, von wo aus er seinemOheime Grafen E. F. v. E. unter dem 21. März 174Ä meldet, „wie sie nachSchlesien zu marschiren beordert worden". Diesem gemäß brach das Reg. am26. März 1742 wieder auf, traf anfangs Mai im Lager der königlichen Armee beiCzasltt« ein und trug in der den Österreichern am 17. Mai gelieferten Schlachtwesentlich zu dem siegreichen Erfolge derselben bei (vgl. Karl's Brief an den Grafenv. Eberstein ä. ck. lZusluv, den 18. Mai 1742, S. 581, Nr. 433).