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Wenn innn die vorstehend dargelegten und in Folgenden: noch weiter beleuchtetentrostlosen Verhältnisse bedenkt und dann sich das Bild des Mannes vor Augen führt,der aus solchen Verhältnissen zur Ehre der Familie, zur Ehre des Vaterlandes, zurEhre der Menschheit emporwuchs: dann muß man Karl Gutzkow zustimmen, wenndieser in seinen: „Baun: der Erkenntnis", 2. Auflage (1869) S. 141 ff., sich alsovernehmen läßt:
„tvenn Sbnkespenre's Polonins seinem nach Paris reisenden Sohn Lasrtes eine Reihebeherzigenswerther Lebensregcln mit aus den tveg giebt, so »rächte man glauben, er hätte die vonSimon in seiner Geschichte der Dynasten nnd Grafen v. Erbach mitgetheilte Unterweisung desGrafen Eberhard v. Erbach an seinen Sohn Georg aus dem :s. Jahrhundert vor Äugengehabt.
Zwei Jahrhunderte später übersetzte ein alter preußischer Dragoner-Gbcrst, der unterFriedrich II. gefachten hatte, Freiherr Johann Karl Friedrich v. Eberstein, diese Lehrenan seinen auf die Leipziger Kochschule gehenden Sohn tvilhelin in die Anschauungen eines durchdie Nachahmung der pariser Sitten doch noch nicht ganz um seinen Kern gebrachten Hcitalters."
In der That! der Oberst Karl v. Eberstein kann hinsichtlich seiner ganzen Lebens-führung, seines nicht nur streng pflichtmäßigen, sondern heldenhaften Verhaltens in:Militärdienste und in: Kriege, wie auch hinsichtlich seiner sittliche«: und religiösen Grund-sätze und Lebensanschauungen als Charakterfigur des srideririnnischen Zeitalters, zugleichaber überhaupt als leuchtendes Vorbild eines wahren Ehrenmannes und besondersjungen Adeligen zur Nacheiferung aufgestellt werden.
Verfolgen wir zunächst seinen äußeren Lebensgang!
Nach seines Vaters Tode wurde Karl von seinem Ohein: und als wahrer Vateran ihm handelnden Vormunde, den: Grafen Ernst Friedrich v. Eberstein, mit seinembisherigen Informator Spröde und zugleich mit zwei Schwestern zunächst ans dasGut Eichen, leider aber in die Hände der mütterlichen Großmutter, gebracht, währenddie jüngste rechte Schwester von der Stiefmutter aufgenommen wurde, welche letzteresich in der Folge wieder mit dein kurmainzischen Oberstlieutenant Philipp LudwigGottfried Freiherrn v. Guttenberg verhcirathete.
Den Charakter der alten Frau v. Büring und das Gebühren derselben hatteder Graf v. Eberstein bald genug Gelegenheit näher kennen zu lernen. Er schreibtdeshalb an seine Brüder, er getraue mit guten: Gewissen sich vor Gott nicht zu ver-antworten, die armen Kinder und das wenige Ihrige der Großmutter zu überlassen,auf deren „Eigensinn und Geiz" könne er nicht zuverlässig fußen. Ein gleiches hartesIlrtheil füllt der von den: Grafen für die Vormundschaftsgeschästc angenommene AssistentDr. Stcuber zu Dillenburg; er schreibt: „Wann man mit alten Damen zu thun hat,so hat man seine Last", und dann abermals: „Es kann kein Mensch glauben, was voreine große Last ich mit der Frau v. Büring habe, indem sie nur fast täglich Müheund Unlüsten verursachet." Selbst der Gutspächter darf es wagen, sich bei den: Grafenin folgenden Ausdrücken zu beklagen: „So ist auch mit den: erzbösen Weibe, der altenFrau v. Büring, ohnmöglich friedlich zu leben, maßen sie einen: alles ersinnliche Herz-leid und Drangsal zufüget. Es ist zu beklagen, daß das gute Fräulein, welches dochin Wahrheit das beste Gemüth von der Welt hat, unter der Edukation eines so bösenWeibes verderben wird, worüber das Kind selbsten bei mir verschiedentlich geklagt, daßsolchergestalten das Unglück sie alleine betreffe, nicht besser erzogen zu werden." Daauch der Informator und der Förster und ein ehemaliger Diener des Ober-Jägermeistersv. Eberstein, sogar die Bauern in den: Burbacher Grunde in dem Urtheile über dieBehandlung übereinstimmten, welche die Frau v. Büring ihren Enkelkindern angedeihenließ, so fand sich der Graf bewogen, die ältere Nichte nach Mainz in ein Kloster inPension zu geben. Wegen des kleinen Karl ließ er die Frau v. Büring durch denDr. Steuber bedeuten, daß „sie sich um den Sohn gar nicht zu kümmern habe", undschrieb ihr dann selbst: „Wegen der kleinen Christel brauchen Sie sich gar keineMühe und Sorge zu geben, dann ich schon Verabredung und Anstalt gemachet, daßsie also gleich nach den: Oraniensteinischen Begräbnis mit Jhro Hoheit sel. Caminirerinnach Sachsen gehen und von meinen: Bruder abgeholt werden wird. Und wegen des