Druckschrift 
Der Stifter der noch bluehenden Neuhaeuser Linie Christian Ludwig von Eberstein und seine Nachkommen
Entstehung
Seite
651
Einzelbild herunterladen
 

651

Befehlshaber des voiUiilZeiUs MtZ, Hcmptmcmn von I1en«»uslamsr und VbersbLientenant ltnckol-hauser. Diese Berichte sind ebenfalls in obiger vorrespomlen? erwähnt und besprochen, jedochnnfindbar.

Ich erlaube mir an Euer Hochwohlgebovcn die ergebene Bitte und Anfrage, ob in demNachlasse des Freiherrn von Lbcrstein, primatischen Kriegsministers, in dieser Richtung etwaszu finden ist und ob ich davon Einsicht bekommen könnte.

Sollten in Ihrem Familicnarchivc sich keine Akten dieser Art befinden, so werden Sie wahr,scheinlich meinen Reoüsrelien die richtige Lenkung geben können.

Die vorresponÄsim des Rricgsministcrs mit dem Großherzog fand ich im k. preuß. Staats-archiv in Berlin. Sonderbarerweise erwähnt dieselbe sämtliche betreffenden Rapporte als bei-liegend, jedoch liegen diese nicht bei und befinden sich weder in Berlin, noch in IDiirzburg, nochin Aschaffcnbnrg.

Indem ich im voraus Euer kjochwohlgeboren meinen aufrichtigsten Dank erstatte, benutzeich diese Gelegenheit zu der Versicherung meiner vorzüglichsten Hochachtung.

Knill. Ilernazs,

Rechtsanwalt des Kaiserlich-Deutschen Konsulats in .^.ntrvsrpen ( Rne van Rrse).Dem Freiherrn Louis Ferdinand von Eberstcin, Dresden.

Nun war mir vor mehreren Jahren ein Schreiben dergroßherzvgl. Hess.Bürgermeisterei der Provinzial-Hauptstadt Mainz" vom 26. Januar 135Vzugegangen, worin mir mitgctheilt wurde, daß die von dem verstorbenen Staats-Minister Enrl Vlloockor .1. Freiherrn von lüberstsiu der zu

Main; zur Aufbewahrung übergebenen Papiere ausschließend die Geschichte desGroscherzogtlsums Fra»rkfi»rt betreffen

Nachdem ich dem Advokaten Herrn Eluilluums Lsrunz^ am 3. Aug. 1881hiervon Mittheilung gemacht hatte, erhielt ich von demselben folgendes Antwortschreibenä. ck. Imvars, 8. ImZ-ust, 1881:

Hochgeehrter Herr! Ich beehre mich, Ihnen für Ihre gefällige lllitthcilung meinen ver-bindlichsten Dank auszusprechen.

Ich habe mich sofort an die betreffenden Behörden in Mainz gewendet und hoffe, dort dieso lang gesuchten Dokumente zu finden.

von dein Resultat meiner Rseüsroüeu werde ich Ihnen Bericht erstatten.

Mit dem erneuerten Ausdruck meiner vorzüglichsten Hochachtung

Knill. IZei'nnv«.

Von dem Resultate seiner Recherchen konnte mir aber Herr Rechtsanwalt Lernu^skeine Mittheilung machen, denn er wurde am 7. Januar 1882 zu Brüssel ermordet.Lounges, seiner Geburt nach ein Deutscher, sah schon in zarter Jugend seilte Familienach Belgien auswandern. Im Alter von 22 Jahren begann er in Antwerpen imJahre 1870 seilte Laufbahn als Advokat. Dabei bewahrte er eine große Vorliebefür luilitär-geschichtliche Studien, die ihn, verbunden mit einer aufrichtigen Anhäng-lichkeit an sein einstiges deutsches Vaterland, dazu führten, speziell die Schicksale derRheinbundtruppen unter Napoleon I. zu verfolgen und den hierauf bezüglichen kärg-lich fließenden Quellen nachzuspüren. Seine Studien über das GroßherzogthuinFrankfurt und die Schicksale seiner Truppen konnten als abgeschlossen gelten. Die-selben sind daher auch von seinem Freunde Freiherrn von ^.räonn« herausgegebeilworden. In diesem Buche (S. 393 ff.) findet sich einer von den lange gesuchtenBerichten des Obersten Horadam an den Minister v. Eberstein abgedruckt:

Nr. 526. DerWroßljerzogl'ich Arankfurtische Major und Kontingents-Komman-dant Koradam an Sc. Arcellenz den Kerrn Minister der Kriegs-Ad-ministration jWaron von Kverstein.

Seit meinem letzten Rapportschreiben, in welchem ich Euer Excellenz von demMarsche des Kontingents nach Wilna zu benachrichtigen die Ehre hatte, habe ich diehärteste Zeit meines Daseins verlebt, und Kälte haben mir bis Wilna eine