iestameMo vermacht, mündlich sich auf seines Vettern Gottfried von Seelbach scl, Testament be-zogen, und denen Armen im Kirchspiel Burbach gleichmäßig 56 Gr, vermacht. Konrad Wilhelmvon Sceldach, gut. Quadvasscl,
Laut der bei letzterem Gründischcn Visitationstage ergangenen hohen Verordnung wird dem ad-ligen Haus Eichen zu Zahlung derer restircnden Armcnrcntcn und resp. Kapitals samt davon ver-fallenen Interessen terininu8 von 6 Wochen angesetzt mit dem Anhang, daß nach Ablauf dieser Fristmit der Exekution ohnaufhaltlich vorgeschritten werden solle. Bürbach, L, Febr. 1747,
Gemeinschaft! Amt. Günther Keusch.
Näheres hierüber ist aus nachstehenden Briefen der Frau von Außem an ihrenBruder, den Dragoner-Lieutenant Karl von Eberstein in Tilsit ersichtlich.
Nr. 384.
Herzallerliebster Bruder! Mit recht betrübtem Gemüthe muß erfahren,wie ich bis hieher von Euch als auch von meinen lieben Schwestern werthe Gegen-antwort auf mein letzteres Schreiben in Vergeh gekommen bin; ich habe zwar durchandere erfahren, wie Euch Gott bei Urs «n in dein hitzigen Treffen erhalten habe,wovor Gott herzlich gedanket und ihn angeflehet, daß er ferner bei Euch sein möchte zc.und mir die Freude zu gönnen, Euch baldigst zu sehen zc., bitte also nochmals, erfreutmich bald mit einer Antwort, und wenn es Euch beliebet, mir die schon oft gebeteneRechnung nach Euerem Gutachten zc. mit zu senden. So will ich Euch zeigen, wiedas Meinige thun werde, nach Eueren Belieben und nach Möglichkeit abzuführen, wiebillig sein wird zc. Ich sende hier inzwischen vierzig Stück Dukaten auf Abschlag derInteresse, schreibet mir, wohin hinfüro Euch die Gelder überwachen soll. Die Dukatengelten hier 4 sl. 18 Xr. das Stück zc. Mein Mann empf. sich, und meine Kinderküssen Euch unterthänig die Hände. Meine Charlotte hat vor 6 Wochen zum zweitenMale die Blattern gehabt zc. Ich bin vor 10 Tagen erst von Wetzlar mit ihr hierangekommen, allwo ich den Winter über den Reichmann'schen Prozeß sollicitiret inder Hoffnung, ein Urtheil zu erhalten, aber Geld verzehrt, und leider doch kein Urtheil.Ich will von Verdrießlichkeiten schweigen zc., auch versichern, wie eher aufhören werdezu leben als zu sein meines herzallerliebsten Bruders treue Schwester und Dienerin
Eichen, 13. Xpril 1746. Unmliu von Aussein.
Mein Mann gehet morgen nach Wetzlar vor mich.
Nr. 385.
Herzallerliebster Bruder! Dero mir Werthes vom 12. Juni aus Tilsithabe, obzwar spat, doch endlich wohl erhalten; nun wäre zwar längsten zu beantwortenmeine Schuldigkeit gewesen, bin aber durch ein und anderes Schicksal verhindert worden,indeme mir vorgenommen, nach Sachsen zu reisen, meine lieben Anverwandten kennenzu lernen, wie meinen Schwestern allbereit schon geschrieben. Gedachte, von da Euchzu schreiben zc., stunde in Gedanken, ob nicht auch das Vergnügen ereignen könnte,Euch allda anzutreffen zc. Indessen hat mich herzlich erfreuet, wie aus Euern Zeilengelesen, daß Ihr Euch noch wohl befindet zc. Es ist bei mir alle Tage was Neues zc.Vors erste habe dieses Jahr eine von Grund auf Eisenhütte bauen müssen, welchegänzlich auf einen Haufen gefallen zc. Ich habe 12 Wochen in Wetzlar dieses Jahrwegen des Reichmanns Prozeß sollicitiret in der Hoffnung, ein gut Urtheil zu er-halten, auf daß mich an einem Ort sicher stellete, weilen der Reichmann so sehrprahlete, als hätte er aufs neue den Prozeß wieder gewonnen; ehe es mich versähe,bekomme zwei Eitationss von Friedberg, wie Ihr aus einer beigefügten Beilage er-sehen werdet, daß es der Nonsikur Fimfvock als ein Enkel von der letztren Frauvon Seelbachin das Gut prätendiret. Nun soll und muß ich antworten zc. Weilenich ohne Euch solches nicht kann, erwarte also Euer Gutachten hierüber. Daß ich alleProzeß alleine ausführen sollen, ist mir ohnmöglich. Mit dem Kammerrath Reich -mann kann ich wegen des bewußten Lagerbuchs nichts ausmachen, indeme er nachlange geführtem Prozeß sich los geschworen. Nun weiß gar nicht, wie es anzufangenhabe. Wenn Ihr herauskommet, wie in Dillenburg gehöret, so lebe der Hoffnung,daß Ihr in das Mittel tretet, eher als ich was bei ihm auszumachen. Es wäre unsangenehm, wenn Ihr kommet, da indessen vor ein Stücklein Geld so viel als möglich