Des Ober-Jägermeisters Freiherr» vvn Eberstein einziger Sohn Karl kam bereitsin seinem 15. Jahre in preußische Militair - Dienste nach Tilsit in Ostpreußen. ImJahre 1740 wurde er auf ein Werbe-Kommando ins Reich geschickt, kam bei derGelegenheit auch nach Dillenburg und zu seiner Schwester Amalia, die sich mit demnassau-oran. Landdrosten Andreas Jakob von Außen: verheirathet hatte und auf demRittergute Eichen wohnte. Jetzt erst erlangte der damalige Fähnrich Karl Freiherrvon Eberstein Kenntnis von den: Testamente des Ober-Stallmeisters von Bäring undersah also daraus, daß er der einzige Erbe der Büringscheu Verlassenschaft war. Erbefragte deshalb den Professor Wiederholdt in Herborn um dessen Meinung. Diesererklärte, es konnten Karl's v. E. Geschwister „diese Büringische Disposition wederprvplsr cksksetnin solknnilulun: noch in andere Wege impuKniren, weilen ihre ver-storbenen Eltern solche agnosziret und msämnts lme ckispositions zu der BüringischeuVerlassenschaft gelanget, derowegen auch die hinterlassenen Ebersteinischen Kinder,als deren Erben, die kuebu Durvulnm prästiren und es bei demjenigen, was dermehrerwähnte Obrist-Stallmeister von Büring sel. verordnet, bewenden lassenmüßten." Als der Fähnrich nun seine Ansprüche gegen seine drei Schwestern geltendmachte, erwiderten diese, ihr Vater hätte die Erbschaft nxorio nmmus angetreten. IhrBruder entgegnete aber, der Vater hätte die Erbschaft auch im Namen des Kaisersantreten können, es käme nur darauf an, was der Eigenthumsherr verordnet hätte.Aus brüderlicher Liebe zu seinen Schwestern erklärte sich jedoch Karl bereit, von seinerForderung abzustehen, wenn jede seiner Schwestern ihn: 500 fl. für den Abstand vonder Disposition ihres mütterlichen Oheims geben wollte. Darauf gingen die Schwesternauch ein.
Nr. 374. Schreiben des Job. Kurl Isriedr. von Eversten: an seine Schwesternklini'Iotte (in Groß-Leinnngen) und (linästiniiv sin Karzgerode).
Hertzliebste chchwester Charlotte und Christiaue. C:v. beyderseits schreibenhabe gestern zu recht erhalten und Cuer Wohlseyn daraus n:it vielen: Vergnügenersehen. Gott erhalte Cuch beständig dabey und lasse es Cuch iedcrzeit nach Wunschergehen. Co habe dann nicht ermangeln sollen, die verlangte Briefschaften Cuchhierbey zu überschicken, als l) die dtSposttio»:, 2) den Gvtract Protocolli,wie meine seel. Cltcrn die Crbschaft des seel. Hrn. GberCtallmstrs svon Büring)angetreten; die verlangte Abschrift aber des Vergleichs, welcher vor den: Tode desseel. von Bürings gemacht worden, worinnen Cuer Büeynung nach die dispositionausgehoben worden und die Crbschaft der Frau Alutter überlassen worden, habeich mein Tage nicht gesehen und sind mir selbiges solche Böhmische Dörfer, alsCuch diese Disposition ist, es ist auch hier kein Blensch, der etwas sein Tage davongehöret hat, ich habe auch die Hrau Groß-Acama darüber gefragt :c., kann siealso nicht schicken; wißt Ihr also davon, so bringet sie an den Tag. Wann ichwas davon wüßte, so thäte ich nicht wie ein ehrlicher Wensch, wann ich sie zurückehielte, ihr werdet Cuch also darum bemühen, daß Ihr sie bekommt. Den Ver-gleich mit der Groß Frau Wutler habe ich nicht hier, der ist in Wetzlar, alwoich in Zeit sH Tagen selbst Hinreisen werde, alsdann soll ich nicht ermangeln, ihnsogleich zu überschicken, ihr werdet Cuch also bestmöglichsten Raths darüber ein-holen, mir aber mit ehesten Cure resolution darüber einsenden, damit ineine messuresdarüber nehmen kann. Der Vergleich mit der Hrau Großmutter betreffend, soist selbiger auf nichts anders gericht, als auf die disposition, worin sie statt derFrüchte, Wiesen und Wein jährlich 200 fl. bekommen soll, nebst der freien Woh-nung in den Eichen oder zu Lehnirerg. Dieser Contract macht die vorhergemachtedisposition mehr gültig, weilen sich Niemand gegen dies Vermächtnis zu beschwerenhatte, als die Großmutter, weilen Ihr die Hälfte des Hrn. von Knhring'sVerlassenschaft wäre zukommen. Da aber nun dieselbe nicht allein Ihren Willendarein gegeben, sondern auch die disposition unterschrieben, auch nach des Hrn.Gncle Tod sich noch auf eine geringere Alimentation zusetzen beliebet, so ist ja