— 521
Da der Fürst, wie es scheint aus Geldmangel, das Gut nicht kaufte und nachdemauch aus dem hieraus beabsichtigten Verkaufe des Gutes an den Herrn von Ziegesarnichts geworden war (s. Löhnberger Zehnten), so verkaufte Hr. v. Büring das Eichen-gut an seinen Schwager, den Ober-Jägermeister Karl v. Eberstein in Dillenburg,der jedoch nur in der Voraussetzung auf diesen Handel eingegangen war, daß er vonseinen Brüdern das dazu erforderliche Kaufgeld bekommen könnte. Da das aber nichtzu rechter Zeit geschah, so war K. v. E. an den nur unter gewisser Bedingung ge-geschlossenen Kauf nicht gebunden, nahm jedoch am 6. Okt. 1719 das Gut als Gläu-biger in Besitz, da er seinem Schwager Büring gewisse Geldsummen vorgeschossen hatte.
Am 1. Dez. 1719 verpachtete auch der Ober-Jägermeister Karl Freiherrv. Eberstein das freiadlige Rittergut Eichen an Äckern, Wiesen, Gärten, Hofhaus,Scheune, Ställen, Böden, Mühle, vorhandener Fütterung und 45 Mesten Korn Winter-saat für 300 fl. jährl. prakuumkrancka zu entrichtendes Pachtgeld auf 6 Jahre anPhilipp Sauer und Johannes Schneider. Von der Verpachtung ausgeschlossen warendie Hofrenten, Frohne, Jagd und Fischerei, das Wohnhaus (Herrenhaus), Kutschschoppen,ein Stall, der Baumgarten, das Obst an den Zwergbäumchen in dem zugemauertenLustgarten und die Weiher, dgl. Hütte und Hammer zu Heller.
Hieraus ist ersichtlich, daß die zum Gute gehörige Länderei eben nicht sehr vieleinbrachte. Veranschlagt wurde das Eichengut um diese Zeit in folgender Weise:Nr. 373.
Anschlag derjenigen liegend- und fahrenden Güter, auch Waldungen, Lehngüter,Höfe, Hauberge, Fischereien, Weiher, Hoch- und Nieder-Jagden, welche zu dem frei-adeligen Rittergut Eichen gehörig und anjetzo in wirklichem Gebrauch sind, als nämlich:
1. Das rcparirte oder fast neu erbaute Wohnhaus nebst den darzuvon Grund neu erbauten Scheuren, Hofhaus, Brau- u. Back-haus, auch einem aparten Bäugen am Einfahrtsthor vor Jägerund Verwalter:c. estimiret
2. einGrabgarten vor dem Haus mit etwas Obst und Nußbäumen besetzt
3. ein Grasgarten an der Einfahrt, ganz und gar mit tragendenjungen Obst- und Nußbäumen besetzt
4. ein Grabgarten hinter dem Hofhaus und Ställen
g. ein Gras garten über und über mit schönen, jungen, tragenden
Obstbäumen, wobei auch zu merken, daß diese 4 Gärten in Zäuneneingefaßt sind
6. ein an dem Wohnhaus gelegener, in hoher Mauer eingefaßterLust- und Grabgarten, an der Mancr mit Aprikosen, Pfirsichenund Franzobstbäumen, auch in dem Land Kirschen, Quitten undFranzobstbäumcn besetzt, 292 Schuh lang
7. ein hinten an dem Hofhaus angebautes Bienenhaus, ganz neuund von neuer Jnvention gleichfalls gemacht ' .
8. ein Weiher in dem Hof nebst einem von außen eingeleiteten Spring-brunnen, so auch in dem kalten Winter nicht eingefroren . . .
9. daran ein Backhäuschen, so aber alt
19. vier gleich hinter dem Haus gelegene Fischwciher, so alle neu
gemacht und besetzt
11. eine Mahl-, Scholl- und Schlag-Mühle
12. ein ziemlich schöner großer Weiher darbei
13. noch ein großer, an dem Wahlbachcr Fußpfad gelegenen Weiherund Sctzgrabcn
14. ein zu Wahlbach gelegener frciadcliger Hammer und Eisenhütte,so bei sclbstigcr Treibung jährlich wohl 599 Thalcr Überschuß gethan
15. die Schäferei an Hut- und Weide-Gerechtigkeiten zu 3 bis 499Stück, jetzo aber bei der Verpachtung den Hofleutcn nur 292 Stck.überliefert worden mit benanntem Vieh angeschlagen
16. Rindvieh, Hut- und Wcidegcrechtigkcit bei 69 Sick, konntendenen Pächtern aber nur 47 Stück geliefert werden, mit benanntemVieh angeschlagen .
17. Gänse, Enten, Hühner und Schweine können stückwcis apartenebst anderm darauf habenden Hausrath angeschlagen werden.
I,atu8
Morgen. Ruthen
Thlr.
5 999299
15939
425
1 999
59
59919
599699499
699
4 999
2 4992 499
18 265