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Der Stifter der noch bluehenden Neuhaeuser Linie Christian Ludwig von Eberstein und seine Nachkommen
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geschehen möchte, um die Fourage aus der Pfalz desto commoder herüber bringen unddie Fouragenlieferung der Mainz. Ämter nach der französischen ^.rmäa hindern zukönnen. Daß aber das ganze Corps übergehen und sich auf dieser Seite setzen solle,daran zweifelt Jedermann. Mainz, den 28. Aug. 1745.

Lnellncll Grnk ron Eberstei«.

Nr. 295.

Sire. Se. kurf. Gnd. sind gestern Morgen um 9 Uhr mit 3 Chaisen vonMainz abgefahren, und ohngeachtet selbige die Offerte von dem General Sommer-feld wegen einer Escorde nicht acceptiret, haben sie doch gelitten, mit 150 Pferdenin unterschiedliche kleine Commando eingetheilet nnterwegens anzutreffen und vonWeitem mit einigen Husaren conloquiret zu werden. Wir waren um ^ auf 12 aufdem Sammelplatz, zu Höchst fanden wir den Reichsquartiermeister und eine viertelStunde vom Sammelplatz den jungen Grafen von Pappcnhcim, welcher die Functionseines Herrn Vaters verträte und als Reichs-Erbmarschall Se. kurf. Gnd. complimentirte.Und obschon die kurf. Intention, sogleich in den Staatswagen zu sitzen, so war dochdas Regenwetter, welches man hoffte aufzuhören, Ursach, daß der Einzug bis 3 Uhrverschoben und solcher dennoch in aller Nässe geschehen mußte; kamen also um halb5 Uhr, nachdem sie eine viertel Stund vor der Stadt von den Deputirten desMagistrats bewillkommnet worden, unter Lösung des Canons zu Frankfurt an.Voraus ritten die Deputirtc der Stadt, denen folgetc der Rcichsquartier-meister in einer Chaise von 4 Pferden. Der Graf von Pappenheim mit 2 eigenenChaisen mit 6 Pferden, die kurfürstl. Manlthier und Handpferde mit gestickten Wappen,von jedem Kammerherrn 2 Bediente zu Pferd und ein Handpferd mit seinem gesticktenWappen, 18 bunte Wägens mit 6 Pferden, von denen Domherrn und Ministris,

9 kurfürstl. Trauerwägen mit 6 Pferden, in welchem Letzterm die Gesandtschaft,in Ersterm die Ministri und Domherrn saßen, 1 Hofpauker mit 8 Trompeterzu Pferd, der Hofmarschall, 4 Truchseß, 24 Kammerherrn, der Obrist-kämmerer und Oberjägermeister zu Pferd, als 2 und 2 acht Schritt von einander,1 Lieut. mit 20 Trabanten, die Hoflaqucien zu Fuß, Ihr» Imrfiirstl. Gltd, inDero Staats - Trauerwagen mit 6 Pferden, der Oberstallmeister neben der Chaisereitend, 6 Heiducken gehend, die Garde zu Pferd, 4 kurfürstl. Silber- und Bagage-wägen und letztlich schloffen den Zug ein Lieut. mit 30 Dragonern. Als kaum Jhrokurf. Gnd. in Compostel angelangt, erhielten die Herren des Magistrats Audienz, als-dann gienge man zur Tafel. Nach 7 Uhren kamen die sänitl. kurf. Gesandten bisauf die preußische und pfälzische und hatten nach und nach Audienz bis halb

10 Uhr. Heute Nachmittag bequemte sich doch der kurpfälz. Gesandte von Mentz-hähngen zur Audienz, welche eine halbe Stunde währete. Die französischen HerrnGesandten hatten Vormittag Audienz. Nsr. Ennou machte es nicht lang, hingegenillsr. Ukouckal bei eine Stund lang und sähe ganz verwirrt aus, als er heraus kamund Jhro kurf. Gnd. ganz blaß. Jhro kurf. Gnd. ließen diesen Abend nach 9 Uhr,da ich erst vom Hofe weggehen durfte, nach dem Canzler rufen, um mit demselbenüber die heutigen Propositiones derer Gesandten zu arbeiten. Das kurf. Schloß zuAschaffenburg wird in möglichster Eil vor Jhro Majestät die Königin meublirt undwerden Jhro kurf. Gnd. selbst sie dort empfangen. Frankfurt, den 1. 7^ 1745.

Aikllricl» Grat von Oberstem.

Nr. 296.

Sire» Der preußische Gesandte hat bis cliUo noch keine Audienz begehret.Gestern hatten nebst vielen Fremden der russische Gesandte Graf von Keyserling,der sardinische Aurguis ck'^isotUi cla Uubin und der mecklenburgische Herr vonBockmeyer Audienz. Ersterer und Letzterer blieben nebst dem Fürst von Salm undGrafen von Colloretto an der kurfürstl. Tafel. Eben gestern kam der turcölnischeerste Wahlgesandtc Graf von Hohenzollern hier an und hatte heute VormittagAudienz. Die österreichischen Graf von Wurmbrand, Graf von Kevenhüller undGraf von Colloretto haben die Zeit her, sonderl. Letztere tägl. zu 2, auch 3 malen