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1 (1877) Die meißnisch-sächsische, niederlausitzische, böhmische und ältere Linie der Edeln Herren v. Ileburg
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Erläuterungen der Abbildungen,

Von allen diesen Epitaphien haben die Stürme der Zeiten, namentlichwohl seit dem Aufhören der Beziehungen der Herren v. Jleburg zum Kloster,und besonders die Wogen des Reformationszeitalters alle bis aus drei vertilgt,von welchen das älteste einem Mitgliede des Stammhauses zu Eilenburg oderLiebenwerda, das andere einer Angehörigen dieser Häuser, die mit der Würdeeiner Aebtissin des Klosters bekleidet war, das dritte einem Mitgliede des HausesSonnenwalde angehört, während von der Böhmischen Linie nur die Grabsteineder beiden Wilhelme in der Kirche zu Charwatec sich noch erhalten haben.

Es läßt sich leicht ermessen, wie reich die Klosterkirche zu Mühlberg anJleburgischen Grabmonumenten gewesen ist und ist es namentlich auch vonInteresse, aus dem jüngsten der drei Grabsteine schließen zu dürfen, daß dasErbbegräbnis) des Hauses Sonnenwalde auch in dem entfernteren Kloster Mühl-berg und nicht in dem näher belegenen Kloster Dobrilugk fnndirt worden sei.In der Kirche von Dobrilugk selbst, jenem berühmten und reichen Kloster, welchesdem milden frommen Sinne und der werkthätigen Gottesverehrung des Jle-burgischen Geschlechtes einen, wie die Urkunden lehren, so bedeutenden Theilseines großartigen Grundbesitzes verdankte, finden sich gegenwärtig keine Jle-burgischen Epitaphien mehr, allein es dürfte unter jenen Umständen und dasicherlich mehr als ein Glied des Hauses um den Vorzug rang und ihn erhielt,den Jahrestag seines Hintrittes unter Orgelschall und Glockenklang von demChöre der frommen Brüder von Dobrilugk in ihrer Kirche feiern zu lassen,die Vermuthung nicht auszuschließen sein, daß auch die Klosterkirche von Dobri-lugk mehreren Mitgliedern des Jleburgischen Herrengeschlechts zur Begräbnißstättegedient habe. Allerdings wäre ferner auch nicht die Annahme unstatthaft, daßauch die Kapelle des Schlosses in Sonnenwalde, wenn sie zu ebner Erde lag,von diesem oder jenem Mitgliede des Geschlechts, besonders in der letzten Besitz-zeit, zur Ruhestätte erwählt worden sei, aber bestimmtes verlautet hierüber nichtund zur Zeit ist im Schlosse von Sonnenwalde, das wie wir wissen um dieMitte des 15. Jahrhunderts durch eine Fenersbrunst sehr beschädigt wurde,nichts an den Jleburgischen Besitz Erinnerndes vorhanden. Außerdem sehen wirja noch 1476 den Sohn des letzten Besitzers nicht hier, sondern in der Kloster-kirche zu Mühlberg beigesetzt; aber vielleicht mag dies mit Rücksicht auf dennahe bevorstehenden (1477 im October erfolgten) Verkauf von Sonnenwaldegeschehen sein oder weil durch den Brand die Kapelle selbst gelitten haben mochte.

Bemerkt man, welchen Verlust die Cathedralkirchen — wir haben vor-nämlich die Sächsischen im Auge — an den Grabsteinen der mittelalterlichenDomherren, Dignitarien und selbst Dompröbste und Domdechanten erlittenhaben, so wird es nicht Wunder nehmen, daß von den Mitgliedern des Jle-burgischen Geschlechts, welche beim Hochstift Merseburg hohe Würden bekleideten,kein einziger Grabstein mehr erhalten ist. Die Forschungen danach sind ver-