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In Schölisch hatten nun ehedem insbesondere die Sta-der Patrizier viele Güter, Gütchen oder Landhäuser, gleichwie in den übrigen, Stade mehr oder weniger nahe liegen-den Oertern (vergl. Götzdorf). Aber auch den Landadeltraf man dort an. Bon allen diesen Gütern haben sichindessen nur noch vier im Wesentlichen bis ans unsere Tageerhalten und werde ich daher vorzugsweise nur diese hiernäher in Betracht ziehen.
Schölisch I. Dieses Gut findet man schon sehrfrüh in den Händen der Familie v. ä. Deolcsn. Der Ge-neral Hisrsnimus will bestimmt wissen, daß es schon demGroßvater des Bürgermeister Elans (st 1541), üldsrllaräV. ei. Deslrsn, und sodann des letzteren Sohne, dem OberstElans, gehört habe. Von diesem müsse es ans einen Bruderdes Bürgermeisters Hu. vererbt, schließlich aber wieder andes letzteren Sohn äollaun (Stifter der Vten Linie) ge-fallen sein.
Die Nichtigkeit dieser Angaben muß ich dahin gestelltsein lassen, da mir nichts Urkundliches darüber vorliegt.Nur so viel constirt, daß eben gedachter äolrann allerdings— und zwar für mich erster — Eigenthümer des Guteshu. war.
Schon aber sein Vater, der Bürgermeister Elans, hatteBesitzungen in Schölisch. In einer Proccßactc äs 1581wird von einem alten Zeugen eidlich behauptet: DisärisliLrsinsr habe seinen Hof in Schölisch ann» 1533 für 1500Mark an jenen Bürgermeister verkaust. Was dieser jedochfür ein Hof gewesen — möglicher Weise eben der jetzt unshier beschäftigende —, ist mir eben so unbekannt, wie dessenferneres Schicksal.
Auch trug der Bürgermeister Hu. das Gericht zu Schö-lisch und einen Zehnten daselbst zu Lehn. Hierüber werdeich das Speciellere bei den der Familie zugestandenen Lehenberichten. Ucbrigens war dieses Lehngericht nicht nothwendigmit dem Besitze des hier in Rede stehenden oder eines an-dern Schölischer Gutes verknüpft, fand sich dagegen aberimmer mit dein Lehnzehnten in Einer Hand.
änliann v. ck. Dsol^sn (viel, oben) starb schon 1557.Seine Wittwe wird iu astis noch 1581 als Inhaberin vonSchölisch I bezeichnet. Sodann bekam es ihr Sohn, derHofmarschall und Großvogt Vollraä (st 1619). Er nenntsich vielfach in Vollmachten und andern Schriften Erbherrauf Schölisch, z.B. 1610 „Erbgcsesscn zu Schölisch, Borstelund Himmelreich, Fürstl. Mindcnscher Hofmarschall".
milie v. (gleich den Leolsiks) im Amte Ollci'sberg, und zwar
bedeutend begütert, z. B. zu Oster- und Westcr-Timbkc, zu Svttrum, Rccssumund Tarmstcdt, nicht weniger in der Nachbarschaft, zu Schießet, Vlemelte (?)und Megtevclde (?).
(Vergl. übrigens in Betreff der Familie v. teluruelinlck meinen Aufsatz»Ueber das Bremische Erbmarschallamt« im Lten Hefte — 1864 — des Archivsdes Stadcr Geschichtsvcreincs.)
Von seinen 9 Söhnen scheinen 7 ohne Nachkommenanno 1642 verstorben gewesen zu sein. Damals theiltensich erst die beiden übrigen Söhne, Elans Hsinrisl» undUartolä Otto in den väterlichen Gütern (viä. Urkunde) undfiel dabei Schölisch dem letzteren zu. (Viä. Urk. äs 1647).Selbiger verkaufte es, sammt dem Ober- und Nicdcr-Ge-richte, wie auch dem Zehnten, welche beide Lehen waren(viä. oben), schon am 11. Kspt. 1649 für 11200 Thlr. derStadt Stade (viä. Urk. äs 1651). Diese fand sich aberveranlaßt — hauptsächlich, weil sie fürchtete, die Belehnungmit eben gedachten beiden Objecten nicht erlangen zu kön-nen —, das Ganze am 8. Nov. 1651 wieder an den Geh.Rath ^.Ivxanäer v. Lrslrin für 10000 Thlr. zu veräußern,welcher auch die Belehnnng mit dem Gerichte (der Zehntewurde allodificirt) unter dem 7. Eellr. 1652 erhielt (viä.Urkunde).
Als KlrslUn 1656 gestorben war, verblieb Schölischseinen Kindern — ^.lsxanäer, Earl Elnstav, Eln-istins,^.nua Eorotlrsa, Enoia Illlisalzstlr, Ellarlotts Lsats —gemeinschaftlich, bis der letztlebende der Söhne in der Schlachtbei Vlsnrus (1690) gefallen war. Darauf ging Schwinge(vergl. dieses) in das Eigenthum jener Eusia bllisadstllv. LrslUn, verehelichten v. IZnlorv, Schölisch aber in dasder Schwester Elnästins (geb. 25. ^.p>r. 1649, beerd. 3. äa-nuar 1712) über, welche seil 24. Esdr. 1664 mit Oieärisüv. Lollults a. Bnrgsittensen (geb. 3. Eslor. 1634, st 4. ,Iun)-1683) vermählt gewesen war. Diese verkaufte nebst ihremSohne ^Isxanäsr v. Lslrnlts das Gut laut Coutracts vomOst. 1699 für 12600 Thlr. an den Major ^.nton Linrisliv. Ekk'sn a. Schölisch II. Das Gerichts-Lehen war aberschon früher von der Herrschaft wegen versäumter Lchns-Pslichten (Muthnng) eingezogen worden. Das Gut hattedamals für 13 Nagel Roßdienst zu leisten (Roßdicnstgcldcrzu prästiren).
Des Major (später Oberstlieut. st 1732) v. Ekk'sn Vcr-mögcnsverhältnisse (viä. Schölisch II) nöthigten ihn aber,dasselbe demnächst wieder zu veräußern, ich weiß nicht, obschon gleich an den Commissair Etterstsät, welcher es in-dessen um 1750 besaß. Aus dessen Concurse acqnirirte esder Stader Bürger Hinlr, welcher 1774, sowie noch in denStaatskälendern von 1797—1819 als Eigenthümer davonerscheint. 1821 findet man als solchen den Apotheker Vers-inann in Stade aufgeführt. Er hinterließ das Gut seinerWittwe, geb. Otto. Nach deren vor einiger Zeit kinderloserfolgten Tode ist dasselbe zum Verkaufe gekommen und hates am 3. ?sbr. 1860 der Amtsrichter ^uAnst IVisäriobv. Issenäorkk in Stade für 16340 Thlr. erstanden. Es hältgegenwärtig nur noch 60 Kalcnb. Morgen.
U. Schölisch II. Der erste mir bekannte Inhaberdieses Gutes war der Stader Bürgermeister (erwählt 1554)Elans v. ä. Nelräsn (st 11. 8sp>t. 1575). Sein Sohn