Erste Abtheilung.
Uebersicht der älteren Verhältnisse der Familie.
Abschnitt I.
Ursprung, Heimath der Familie.
Ä^o die ursprünglichen Wohnsitze der Familie von derDecken sich befanden, läßt sich mit völliger Gewißheit nichtbestimmen.
s 1.
Die älteste Urkunde deutet auf das jetzige Amt Neu-haus an der Oste.
Es werden nämlich in dem vom Herrn v. Hodenbergherausgegebenen Hohaer Urkundenbuche (I. 4 paZ. 9) unterden Lehen der Grafen von Hoha anch solche aufgeführt, welchevon Friedrich v. Haseldorf herrührten. Es heißt dort:
„Her herewart unde alverik von Deca haddenvon heren vredeke (Friedrich von Haseldorf) twe houein dem dorpen isriinünssn unde en pund in izscksnem.unde en pund in knltsstorps"
Dieses bultestorpe ist sicher das heutige Bülsdorf imgedachten Amte Neuhaus; bedenem aber soll wohl bedelembezeichnen und würde so Belum in eben demselben Amte sein.Denn Belum wurde früher meistens „Bedelem" geschrieben(vick. z. B. die Urk. bei Pratje, Herz. Br. u. B. 4. 308).Der Uebergang von Bedenem auf Belum findet eine frappanteAnalogie beim Dorfe Ahlum (im Braunschweigschen), welchesehemals gleichfalls „Adenem" hieß (viä. Bege, berühmtesteBurgen w. xaZ. 105).
Eine Ortschaft „ierlinhusen" ist jetzt unter diesem odereinem ähnlichen Namen nicht mehr bekannt. Doch existirtesie noch um 1420 als „Garlyngenhußen". Denn in dems. g. Stader Copiar (1850 vom Herrn v. Hodenberg zumDrucke befördert) aus etwa jener Zeit wird unter den dama-ligen Gütern und Einkünften der Obedienz Lamstedt auchaufgezählt:
„In Lspor^llAllusson, k^enllussen et darl^iiAen-imssen ckant pro iiura XVI inensiniu aveno ete."Da gleich vorher und nachher die Gefälle in Bordorppe(jetzt Bahrdorf im Kirchspiele Belum) und in Geverßtorpperegistrirt werden, so dürfte anzunehmen sein, daß sowohlGarlinghausen wie — das jetzt gleich jenem verschwundene— Esperinghausen in dem großen Kirchspiele Geversdorflagen, zu welchem damals auch noch Neuhaus, Belum undBülsdorf (letztere beiden wenigstens noch in der Zeit, inwelcher sie eingänglich erwähnt worden sind) gehörten. (Büls-dorf bildete später ein eigenes Kirchspiel, welches schließlichseine Kirche in Kehdingbruch erhielt.)
Wie alle die genannten Ortschaften, so weit sie nochvorhanden sind, am linken Ufer der Oste liegen, so werdendort auch wohl die beiden nicht mehr vorhandenen gelegenhaben, obgleich das Kirchspiel Geversdorf, wenigstens jetztund schon seit langer Zeit, zugleich Wohnstellen begreift,welche am rechten Ufer der Oste, also eigentlich im LandeKehdingen, sich finden (vick. unten).
Die Edlen Herren v. Haseldorf hatten an beiden Seitenjenes Flusses, von Himmelpforten bis Nenhans, bedeutendeBesitzungen. Wie sie selbige erworben, weiß ich nicht. Siewaren eigentlich zu Haseldorf im Hvlsteinschen zu Hause.Sie erscheinen nur 100 Jahre lang in der Geschichte, undzwar urkundlich folgender Gestalt:
Fridericus I. de Haselthorpe. 1187—1224.
Theodoricus de Haselthorpe. 1221—1236.
Fridericus II. de Haselthorpe. 1252—1285.Letztgedachter Friedrich wird anfänglich nrilss genannt. Erverschenkte aber, als letzter seines Geschlechtes, einen großen