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Die Familie von der Decken : in ihren verschiedenen Verhältnissen dargestellt
Entstehung
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Zweite Abtheilung.

Neuere Geschichte.

Abschnitt I.

Der Bürgermeister Claus v. d. Decken, -j- 1541.

ist mir nicht als unzweckmäßig erschienen, diesem Manneeinen besondern Abschnitt zu widmen und mit ihm die eigent-liche Genealogie einzuleiten, theils weil wir in ihm nicht nureine an sich bedeutende Persönlichkeit, sondern auch unserngemeinschaftlichen Stammvater zu verehren haben, theilsaber, weil er zugleich zu verschiedenen wichtigen Fragen,Untersuchungen und Mittheilungen Veranlassung giebt.

§ 1.

Was zuvörderst seine Abkunft, seine Vorältern betrifft,so schwebt darüber einiger Maaßen Dunkelheit. Mushard,Schaedtler und der Gen.-Feldzeugmeister nennen als seineAeltern einen Heinrich v. d. Decken, welcher um 1480 ge-lebt haben soll, und eine v. Gruben, erstere beiden auch alsVater dieses Heinrich einen Nicolans. Diese Angaben sindindessen durch Nichts begründet.

Nur, daß unsers Claus Mutter eine v. Gruben war,wird allerdings durch den Krummendeicher Leichenstein seinesSohnes Claus (Stifters der IV. Linie, vick. den Artikelüber ihn in Abtheil. II. Abschn. III.) bestätigt. Dagegen aberwird als solche eben so bestimmt ans dem Verdener Epitaphedes Diterius v. d. Decken (V. Linie, ff 1587, viä. den Ar-tikel über ihn in Abtheil. II. Abschn. III.) eine v. Schultebezeichnet.

Hiernächst bin ich der Ueberzeugung, daß des Bürger-meisters Vater nicht Heinrich sondern Vollrad hieß und zwardeswegen, weil des Bürgermeisters ältester Sohn Vollradwar. Denn es herrschte in fraglicher Zeit die fast aus-nahmslose Sitte, daß dem erstgebornen Sohne der Nameeines seiner Großväter, der erstgebornen Tochter derjenige

einer ihrer Großmütter beigelegt wurde. Jenes VollradMutter war Anna v. d. Lieth. Es könnte nun sein, daß ervoll deren Vater den Namen bekommen hätte. Indessen,einen Vollrad finde ich in der ganzen v. d. Lieth'schcn Familienicht, wenigstens erst viel später. Also muß höchstwahrschein-lich des Bürgermeisters Vater Vollrad geheißen haben. Unddiesen glaube ich in demjenigen Vollerd oder Vollrad v. d.Decken zu erkennen, welcher in der Urkunde de 1495 alsverstorben, aber Güter in Stellensleth (wo ja auch der Bür-germeister seine Haupt-Güter besaß) nachlassend, vorkommt.Sollte ich hierunter nicht irren, so würde dann der Bürger-meister Geschwister gehabt haben, da dort Vollerd'sKinder"erwähnt werden.

Der General Hieronimus weicht hinsichtlich der Vor-ältern des Bürgermeisters ganz von den oben allegirtenAutoren ab. Er hat folgende Stammtafel:

Eberhard v. d. Decken, a. Schölisch I. u. Freiburg.Gem. 1. v. Schulte. Gem. 2. Jütte Bicker von Lunenberge.

Aus 1. Ehe: Claus v. d. Decken, a. Schölisch I., Freiburg

u. Borstet I. Oberst.

Gem.: Juliane v. Zestcrsleth, Tochter des H.v. Z. u. derN. N. v. Elm.

Claus v. d. Decke«, Bürgermeister. Gem.: Anna v. d. Lieth.

(Es sind jene Personen, Eberhard und Oberst Claus,dieselben, womit der Gen.-Feldzcugm. die V. Linie beginnt).

Worauf sich Hieronimus dabei stützt, weiß ich nicht.Er sagt indessen, daßjene Stammväter erwiesen seien".Mir sind dieselben urkundlich nicht aufgestoßen.

Als Großmutter (Vaters Mutter) des Bürgermeisterserscheint auf dem Krummendeicher Leichensteine (die Ahnen