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Neuerdings ersehe ich aus dem „Aufrufe des Vereinsdeutscher Adeligen zur Wiederherstellung der Rittcrkapelle zuHaßfurt (in Franken)" von 1860, daß sich unter zahlreichenan und in derselben angebrachten adelichen Wappen auchdasjenige einer Familie „von der Deck" befindet. Dieseführte indessen, nach der mir zugegangenen Abbildung, einganz abweichendes Schildzeichen, nämlich ein großes Blatt.
Uebrigens soll erst etwa um 1450 die Kapelle mit jenenWappen verziert worden sein.
Ein Zweig der Familie v. d. Decken (wahrscheinlich dermit den 3 Kesselhaken im Wappen; vick. den folg. Abschn. V.)muß den Beinamen „Grimmeke" (Grymmeke, Grimmike)geführt haben. Wenigstens wird der im vorigen Abschn. II.beim Jahre 1508 aufgeführte Ivan v. d. Decken in demBürgermeister-Verzeichnisse genannt „Jvcn v. d. Decken, aliasGrimmeke". Schon 1487 war ein Jvcn Grimmeke StaderRathsherr. Es ist anzunehmen, daß er gleichfalls zu unsererFamilie gehörte, und wird er derselbe „Herr Jven Grim-meke" sein, welcher eiroa 1496 in die Stader Antony-Brüder-schaft aufgenommen wurde. In dieser befanden sich
1) schon vor 1467 Augnstin Grimmeke; wohl derjenigeAngnstin, welcher im vorigen Abschn. II. als Vater des beimJahre 1565 benannten Bürgermeisters Heinrich v. d. Deckenbezeichnet ist.
2) Um 1500 Michel Grimmeke. Etwa um dieselbeZeit findet man auch einen Stader Rathsherrn gleichen Na-mens. Bereits >431 erscheint ein Jwen grymmeke als Rei-siger unter vielen Bremischen Rittern (Hoyaer Urk.-B.).
Johann Grymmeke zu Stade, seine Frau Margarete
st p. (Kind oder Kinder) kommen als Mitglieder oder Wohl-thäter der großen Antony-Brüderschaft (vick. vor. Abschn. II.irr kins) vor; desgleichen Kristina Grymmeken.
Eine bedeutende Persönlichkeit tritt uns in MatthiasGrymmeke, Erzabt von Harscfeld, entgegen. Als dortigenConventual nennt ihn schon das Harsefelder Taufbecken cks1454. Er soll nach der Harsefelder Chronik am 25. Mart.1484 gestorben sein (Vogt, Non. insck. I. 178).
In jenen Zeiten erscheinen nur Alt-Adelichc als Harse-felder Erzäbte (früher einfach Aebte). Grymmeke's dreiVorgänger entstammten der Familie v. Schulte/) seine Nach-folger waren v. Borch, drei v. Luneberg, v. Brummer,v. Mandelsloh, v. Korsf. (Nur der Adel des 1508 zumErzabt erwählten Heinrich Dudenrath könnte zweifelhaftsein.) Es ist demnach wahrscheinlich, daß auch unser Grym-meke adelich war, und liegt, da eine selbstständige adelicheFamilie Namens Grymmeke weiter nicht bekannt gewordenist, die Annahme sehr nahe, daß er zu den v. d. Decken, ge-nannt Grimmeke, gehörte, zumal da Kehdingen seine Hei-math gewesen zu sein scheint. Denn er besaß dort Gefälle(Zehnten), namentlich in Assel und Ritsch (Ritzkc), welche er1477 seinem Kloster schenkte (Vogt, loe. eil.).
Als Klosterjungfrauen zu Zeven lebten (vick. ZevenerUrk.-B.) >445 und 1482 Mette Grymmeke, und 1499 Me-thildis Grymmeke (vermuthlich identisch mit jener Mette).
9 Nämlich 1) Gcrlach -j- 1410. 2> Johannes I. k 1444. 3> Jo-hannes II. p 1460. Aber auch jenes Gerlach Vorgänger, den man bishernur nnler dem Vornamen Werner (p 1367> kannte, war ein Schulte, Her-mann's Bruder und Garlcf's Sohn. (viel. Sudcndorf, Br.-Lüncb. Urk.-B.uä nnnuin 1364.)
Abschnitt > .
Das Wappen der Familie.
Unser jetzt gebräuchliches Wappen zeigt im silbernenSchilde einen schwarzen hängenden Kesselhaken und ans demoffenen, mit einem Wnlße bedeckten Helme einen abgehauenen(oder abgebrochenen) Baumstamm von natürlicher bräunlicherFarbe. An jeder Seite desselben, etwa in der Mitte, trittein knorriger Auswuchs oder ein kurzer Ast hervor, welchemjeden ein grünendes nicderhängendes Blatt entsprießt. (Vonwelcher Gattung dieser Baum ursprünglich gewesen ist, läßtsich nicht bestimmen; die Blätter werden gewöhnlich länglich-rund, etwa wie ein Lindenblatt, in neuerer Zeit auch wieEichenblätter dargestellt.) Die Decken sind silber und schwarz.
(Vergl. die Eingangs abgebildeten Siegel; v. Mcding's Nach-richten von adelichen Wappen; Mnshard; Dänisches Adels-lexicon; v. Krohne's Allgemeines Deutsches Adelslexicon;Siebmacher; Cnlemanns lUoirremsnlÄ nolzil. Nincksirsis;Desselben Denkmale des Mind. Adels.)
Man könnte in dem Kessclhakcn das Sinnbild desWohlstandes und der Gastfreiheit, in den sprießenden undgrünenden Blättern ebenmäßig dasjenige des Gedeihens er-blicken. Daß letztere ans einem alten abgängigen Stammeneu hervorschießen, sollte auch vielleicht darauf hindeuten,daß die Familie sich zeitweilig dem Anssterben nahe bcfnn-