Druckschrift 
Die Familie von der Decken : in ihren verschiedenen Verhältnissen dargestellt
Entstehung
Seite
24
Einzelbild herunterladen
 

24

Abschnitt III.

Personen, welche irrthümlich der Familie v. d. Decken beigezählt

worden sind.

1. Mushard sagt in seiner Beschreibung dieser Familie:Ncnncrns gedenkt in seinem (Mrmäsun ncl annnin1366 eines Rathsherrn zu Bremen, Claus de Deken,welcher zu der Zeit in der bürgerlichen Unruhe um-gekommen, weil er seinem Landesherrn, Bischof Al-berto, zugethan war." ZRenner schreibt nun aber in der That solchen Raths-herrn nichtde Deken" sondernDedecken", ein Name, dernoch jetzt häufig gefunden wird.^)

Cassel, in seinenHistorischen Nachrichten von der Re-gimcntsverfassung der Stadt Bremen" 89, nennt ihnNicolaus Detlev!"; Roller aber, in seiner Bremischen Ge-schichte, III. 384,Deteken".

Der Bremer Archivar Hermann v. Post, ein sonst zu-verlässiger Gewährsmann, sagt sogar (in seinen handschrift-lichen Annotationen zu Mushard):Es nennt zwar Rennerdenselben Dedecken; es ist aber kein anderer, als in Fastis(Verzeichnis) der Magistrats-Personen) vorkommt unter dem'Namen Diisoi. Unirnisiäa, kil. TIrsoäoljzlli."

Man sieht, wie wenig Grund Mushard hatte, fraglichenDedecken oder wie er eigentlich heißen mag unsererFamilie zuzuzählen. Letztere ist auch weder vor noch nachjenen Zeiten in Bremen ansässig gewesen. Ein Mitgliedderselben ist mir nie dort vorgekommen, trotz der großenMenge Stadt-Bremischer Urkunden, welche mir bekannt ge-worden sind und so viele Schriftsteller über die Stadt-Bre-mische Geschichte ich auch gelesen habe.

Daß aber Jemand, der nicht zu alten Stadt-BremischenFamilien, insbesondere zu den Regimentsfähigen sog. Ge-schlechtern, zu den Patriziern, gehörte, oder der nicht wenig-stens aus dem in der Nachbarschaft von Bremen wohnendenLand-Adel stammte (aus dem allerdings manche Glieder schonfrüh in den Bremischen Rath recipirt wurden, vergl. zweiteAbtheilung, Abschn. I. Z 5), kurz, daß ein völliger sxtransushätte Rathsherr daselbst werden sollen, ist gar nicht anzu-

Beiläufig bemerkt, wurde der Rathsherr Dedecken nicht als Anhängerdes Erzbischos Albert, sondern im'Kampfe gegen dessen Parthci (für Moritzvon Oldenburg) »todtgeschlagen" (bei welcher Gelegenheit auch seinem Ge-nossen, dem Bürgermeister Hinrich Groening, die Hand, in welcher er dieFahne hielt, abgehauen wurde).

2) Sogar die Tochter des Brcm. Bürgermeister v. Borken hieß 154,6»Dedeke" (viä. Archiv des Stadcr Histor. Vereins, Jahrg. 1862, 16).

nehmen, wenn man die damaligen Verhältnisse der Städteund namentlich der Stadt Bremen in Erwägung zieht.

II. Mushard irrt gleichfalls, wenn er behauptet, eshabe Hermann v. d. Decken nnno 1618 von seiner Präpo-situr im Alten Kloster abgedankt. Es liegt hier eine Ver-wechselung mit Hermann v. d. Beckc vor. Dieser war am9. Nov. 1584 au die Stelle des Christoph v. d. Hnde zumProbste des Alten Klosters (bei Buptehude) erwählt worden.Wegen Mishelligkeiteu, in welche er mit den Conveutualinnengericth, wurde er 1616 durch den Erzbischos vom Amte sus-pendirt, worauf er dasselbe 1618 ganz niederlegte und demChristoph Hans v. Bttlow überließ (viä. Pratje, A. u. N.IX. 138).

Nichtsdestoweniger ist nun aber gewiß, daß um jeneZeit, nämlich 1601, allerdings ein Probst Hermann v. d.Decken lebte und auch vcrheirathet war. Dieses geht auseinem Schreiben des Erzbischos Johann Friedrich von Bremenan den Grafen Johann von Oldenburg äs 23. Nart. 1601ganz zweifellos hervor (viä. die Urkunden). Der Probstbefaild sich damals in Bremen in Haft, deren Grund nichterhellt. Auch über die früheren und späteren Verhältnisseund Schicksale desselben ist mir nichts bekannt geworden; ertritt mir nur dieses einzige Mal entgegen und weiß ich ihmdaher keinen Platz in den Stammtafeln anzuweisen. Indiesen erscheint gar kein Hermann, welcher, der Zeit nach,jener Probst gewesen sein könnte, mit Ausnahme des 1620gestorbenen Sohnes des Claus v. d. Decken (IV. Linie) undder Margarete v. Brobergen. Selbiger wird aber niemalsund nirgend Probst genannt, namentlich nicht in einem nochvorhandenen Briefe, welcher 1621 an seine Wittwe geschriebenwurde und in dem wie auch in verschiedenen andern Ur-kunden seiner Erwähnung geschieht.

III. Der Gen.-Feldzeugmcifter setzt in das Jahr 1379einen Nicolaus de Decken, Dechant der Kirche zu Güstrow,der in v. Westphalcn'sNoirumöntn insäita." vorkomme.Die von ihm fehlerhaft allegirte betreffende Stellelautet aber daselbst, diplomatisch genau abgeschrieben, so:

Daräverst sint gewesen tho Tügeniisse de eerlikeund beschedene Lüde Herr Xieolaus äs OseNsn(ässarms) der Kercken tho Güstrowc, Herr OisäriollLolliltstsrn, unse Unps" sts.

Es zeigt sich hier offenbar, daß das eingeklammerteWortäsonQns" entweder vom Concipienten oder vom Ab-