329
Abschnitt II.
Einzelne Lehnstttcke der Familie.
Sämmtliche Lehen, die nach der unten folgenden Ueber-sicht allmählig in den Besitz der Familie v. 4. vselcsngelangt waren, haben — bis auf die Jtzwörder Fähre —jetzt nur noch ein historisches Interesse, indem sie theilsdurch veränderte Staats- und Verkehrs-Einrichtungen vonselbst beseitigt, theils in Folge von Versäumnissen derLehnsträger von der Herrschaft eingezogen, theils freiwilligaufgegeben, veräußert oder abgelöset worden sind.
I. (Seit etwa wenigstens 1450.)
Laut der Urkunde 4s 1498 wurde Lasilins v. 4.Osolcsn mit zwei Stücken auf dem Schneeberge imKirchspiele Freibnrg belehnt, welche schon sein Vater 4o-bann inne gehabt habe.
Wo dieser Schneeberg lag, ist nicht mehr genau be-kannt. Es wird in den betreffenden Lehnbriefen gesagt,daß jene 2 Stücke mit lloasbnn v. ksiinsrsbanssn's undElans Lrsinsr's Lande benachbart seien. Dieses scheintauf die Gegend von Wechtern (welches damals zum Kirch-spiele Freiburg gehörte) hinzudeuten, da innerhalb desKirchspiels Freiburg die Familie v. Lrsinsr, meines Wis-sens, zu jener Zeit nur in Wechtern begütert war. Hier-für spricht auch der passns in der Erbtheilung 4s 1643:„ferner die beiden Höfe im Dorfe Wechtern und aufmSchneeberge und Hündekenbüttel belegen".
Nachdem die Branche des Lasilius gu. erloschen,wurden zuerst wieder im Jahre 1566 Dbornas v. 4. Oselrsn(Stifter der Uten Linie) und sein Sohn lloasbiin mit demin Rede stehenden Objecte belehnt, 1573 aber schon desVbcnnas Bruder Elans (Stifter der IVten Linie) und seineVettern.
1639 erhielten die Belehnung damit llobann Ottov. 4. Osslcsn (Vter Linie) und die sämmtlichen Gevetterv. 4. Oselcsn. Seitdem verschwindet das SchneebergerLehn aus der Geschichte. Es wird schließlich in dem (un-gedrnckten) Lehnbriefe 4s 1737, sowie auch in denen 4s1762 und 1796 bemerkt, daß die 2 Stücke (Lehns-) Landesauf dem Schneebcrge nicht mehr ausfindig zu machen ge-wesen seien.
II. (1519.)
^,nns 1519 (vi4. Urk.) verkaufte llZsolca, die Wittwedes Nargnarck Lnslc, dem Bürgermeister Elans v. 4.Osolcsn für 450 Mark folgende Lehen, welche ihr seel.Ehemann und dessen Vorältern lange Jahre besessen ge-habt hätten, nämlich a. den Zehnten zu Heidtbeke, b.den halben Zehnten zu Schwinge, e. den Zehnten inder Hörne, 4. den Zehnten im Schölisch mit dem Ge-richte daselbst.
H.. Heidbeck. Ein Ort dieses Namens existirt jetztnicht mehr. Er lag aber in der Börde Mulsnm und ge-hörte zur Wilhadikirche in Stade.
Den Lehn-Zehnten daselbst besaßen 1305 die Gebrü-der v. IIit^vs4s in Stade. (Vi4. Beiträge zur GeschichteStade's, vom Conrector Lirauss; im Stadcr Schulpro-gramm für Ostern 1856, xaZ. 56.).
Später kam er an die mächtige Stader PatrizierfamilieLnok (vergl. über sie oben xaZ. 33). Der Erzbischof4c>b. Ko4s sagt in seinem ksKistro von etwa 1500: „Heide-becke ligt in der Börde tho Mulsen, unde höret tho derKercken tho Sunte Wilhadi in Stade. De Tegede höretdem Stichte van Bremen, iß Drewes Bücke Borger-meister in Stade tho enem Mannlehen verlehnet. OoininnsEbristianns II n slc psrpstuns viearins EsslssiasHavabnrAsnsis, Iraker Nar^narcli Lnslc, inksnclatnsssk per .lobannsin ^rolnspiss. Lrsin. snin zzrasclista 4ssi-ina sk alüs bonis ksuclalibus ^o. 4ir>i. 1504 4is 4ovisante Viti, nk patet in litsris. Oino. Ebristiano 4s-knnets ornnia pras4ieka l>ona ksn4alia revertnntnr a4.Ei'sluspiss. llrsm.".
In ganz gleicher Weise äußert sich das „Vorder Re-gister".
Obgleich nun dem zu Folge das fragliche Lehn nachdem Tode des Ebriskian lZnslc an die Herrschaft zurückge-fallen ist, so muß diese es doch wieder an Ebriskian's Bru-der lVllarguarcl verliehen haben, da dessen Wittwe es, wieEingangs gedacht, 1519, mit Genehmigung des Erzbi-schofs, an den Bürgermeister Ossl^sn verkaufte.
42.