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Die Familie von der Decken : in ihren verschiedenen Verhältnissen dargestellt
Entstehung
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llauseu (er War 1612 todt) und der Oatlrariua v. 4. Ds-olcvu, heirathcte 1622 den Oldenbnrgscheu Drost Hermannv. 4. Oeelcsn (Vter Linie) und brachte diesem das GutRutcustein zu, welcher es 1629 auf seinen Sohu TöntenOünter v. 4. Osekcsn vererbte. Selbiger starb vor 1675,ohne Söhne zu hinterlassen. Seine Schwester, T^nna 8o-plna, vermählt' mit dem Drost Lnno ^renä v. ^Vs/Ire,war vermuthlich fortwährend Mit-Eigcnthümerin von Ruten-stein geblieben (gedachter ^nton Oünter spricht noch 1667,als er eine Pertinenz von Rutenstein verkaufte, von seinenMiterben") und wird nach dem Tode ihres Bruders dasGut allein übernommen haben. Von dieser gelaugte es anihre Tochter NarAareta v. Ws/lls (ch 14. 4u!/ 1714),welche sich mit dem Landrathe ckellann ^ren4 v. 4. Instlla. Ritterhnde (-j 12. ^pr. 1687) verehelichte und hiernächstRntenstein ihren Söhnen überließ. Der zweite von diesen(der älteste, Olnistian Oör4, war schon am 14.Dse. 1698gestorben), der Holsteinsche Capitain (Nnslrar4 macht ihnfälschlich zum Oberstlieutenant) Lsrtram i^ren4 v. 4. Inetll,wurde wegen Rntenstein am 16. l^ov. 1799 bei der Ritter-schaft immatriculirt. Er starb am 14. Lspt. 1792 undschon um Michaelis desselben Jahrs nennt sich sein Bruderckollann VollmerErbgcsesscu auf Rntenstein."

Obgleich letzterer bereits am 19. ckanuar 1722 zuRitterhnde ertrank 47 I. alt, so schritten doch erstam 18ten Öse. 1739 seine Kinder ^) zur Theilung, durchwelche der Sohu ckollann l^rsn4 v. 4. Inetll den gesumm-ten Jmmobiliar-Nachlaß überkam. Derselbe verkaufte jedochmittelst Contracts 4s 5. I^pr. 1749 das Gut Rutensteinseinem Schwager, dem Capitain und Oberdcichgräfen OttoV. 4. Lselc für die Summe von 29799 Thlr. DieserKaufpreis war durch fünfprocentige Capitalisirung der rei-nen Einkünfte des Gutes ermittelt, wobei der Binnen-hof, alle darauf befindliche Gebäude, der Anwuchs, die Ju-risdiction, die Jagd- und Fischerei-Gerechtigkeit, die Kirchen-stühle und Begräbnißplätze nicht mit in Anschlag gebracht,sondern dem Käufer ohne Entgelt überlassen waren. Derneue Eigenthümer wurde am 9. 4un/ 1749 von Rutensteinin die Ritterschaft recipirt. Er veränderte den Binnenhofund bebaute denselben 1749 neu. Von solchen Gebäudenstehen noch jetzt das herrschaftliche Wohnhaus und die Wirth-schaftsgebändc; das Vichhaus wurde 1855 durch ein neuesersetzt.

Der Oberdcichgräfe v. 4. Leel: starb 1777 und ver-erbte das Gut ans seinen ihm von 6 Söhnen allein übriggebliebenen Sohu Otto (immatr. 23. 4un/ 1778), wel-

!> Diese waren 1) Nuriu Koplriu, Gcmablin deß Obcrdeichgräfen Ottov. 6. Leck svrä. Näheres über sie in Ahnentafel I. 22 u. 35). 2) Llisulz.Olinrlotte, geb. 20. 3ul? 1709, vcrm. 11. ttux. 1739, s- 14.0--t. 1744,Isic Gemahlin des Landr. üolr. I'rrellr. v. IsssnZorö' a. Diiring rc. 3) 3o-Iranii tlrouä a. Ritterhnde. Er war Obervogt in Darum, dann Oberhaupt-mann und zuletzt auch Landratb. (vrä. Näheres über ihn in Ahnentafel I. 25).

cher mit Hinterlassung zweier minderjähriger Söhne, Ottound Hermann OoorA, seinem Vater schon 1786 ins Grabfolgte. Nachdem dieselben die Volljährigkeit erreicht hatten,theilten sie mittelst Recesses vom 17. ^xr. 1897 das väter-liche Gut in der Art, daß Hermann Oeoi-A unter der Be-zeichnung von Streu-Pertinenzien etwa V»tel desselben, Ottov. 4. Lselc aber das Hauptgut bekam. Dieser erhielt am25. Na/ 1813 davon die Matrikel und starb am 15. Sept.1852, nachdem er bereits mittelst Kanfcontracts vom 31.Nart. 1849 das Gut Rntenstein dem damaligen Justizrathe,nachherigen Staatsmiuister, Orie4riell v. 4. Oeelren (IsterLinie), welcher sich am 12. Lept. 1837 mit der Erbtochter^.UAUsts iVmalia Olriics Lernll. Ilsnr. v. 4. Reell ver-heirathet, zum vollen Eigenthume übertragen hatte. Letztererwurde 39. Nart. 1841 davon immatriculirt und besitzt esnoch gegenwärtig.

Rntenstein war, wie schon gesagt, stets eines der be-deutendsten Güter im Lande Kehdingen. Die bis zum Jahre1847 bestandene gesetzliche Schutzlosigkeit der bremischenRittergüter gegen Zersplitterung und Trennung von dergutsherrlichen Familie führte aber auch hier zu dennachtheiligsten Folgen. Es wechselte Ruteustein inner-halb der letzten 159 Jahre fünf Male die besitzende Fa-milie und büßte viele seiner Bestandtheile ein. Auch sollein v. Reimsrsllaussn, der Sage nach, die 4 Kehd. Mor-gen Pfarr-Landes, welche zwischen den Gutsländereien in4 Stücken vom Elbdeiche bis zum Allwördener Wege liegen,zum Zwecke der Vergebung seiner Sünden der Pfarre ge-schenkt, jedoch die Gerechtigkeit des Fußweges nach Freiburgdem Gute reservirt haben. Diese Gerechtigkeit besteht nochgegenwärtig.

Nach der Ritterrolle 4e 1652 hielt Rutenstein noch299 Morgen, während die 3 nächst großen Güter des Cir-kels, Ritterhos (Olaus Ollrlstian v. 4. Osellsn), Stellen-steth I (ckollann v. 4. Osellen) und Rittershausen (Nein-rieb v. 4. Ooellen) nur resp. 159, 143 und 126 Morgenhielten. 2) Rutenstein zahlte 22 Thlr. Roßdienstgelder,keines der übrigen Güter über 19 Thlr. Im Jahre 1675wurde Rntenstein zu 2Vs Pferd angeschlagen.

Tönten Oünter v. 4. Osellsn verkaufte 1667 den ihmals Besitzer von Rntenstein zustehenden Zehnten über8 Stücke Land in der Döse dem Olaus v. RIate daselbst.

Daß das Gut durch den Theilungsreceß von 1897um Vstcl seines Areals verringert wurde, ist schon obenbemerkt worden.

2) Ich muß hier ein für allemal für Diejenigen, welche mit den KehdingerVerhältnissen nicht bekannt sind und welche die vergleichungsweisc geringe Mor-genzahl der dortigen Güter vielleicht in Verwunderung setzt, bemerken, daß einKehd. Morgen etwa 4 Calenbergcr oder Geest-Morgen hält und daß bei derhohen Ertragsfähigkeit des Kehdinger, die schwerste Marsch bildenden BodenS,derselbe wohl 4 Mal so viel Werth hat, als das gewöhnliche Geestland.