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Die Familie von der Decken : in ihren verschiedenen Verhältnissen dargestellt
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liittei'koi'.

Liegt in der Bauerschaft Oster-Wechtern, KirchspielsKrummendeich, mitten zwischen den übrigen Gütern, welcheeinfachWechtern" heißen. Daß es nicht gleichfalls diesen,sondern den auszeichnenden NamenRitterhof" führt,scheint auf eine frühere vorzugsweise Bedeutung diesesGutes hinzuweisen.

Als im Jahre 1858 hier der Grund zu einem neuenWohnhanse in dem an das alte Wohnhans stoßenden Gar-ten gelegt wurde, fand man tief in der Erde die aus unge-heuern Felsstücken bestehenden Fundamente eines dickenrunden Thurmes, und in selbigen 3 kleine Kanonen-Röhre,aber von nicht viel größeren Dimensionen, als wie sie diejetzigen Wallbüchsen haben werden. Zwei davon, schein-bar von Eisen, sind fast ganz oxidirt und mit einer un-durchdringlichen Kruste umgeben; das 3te Rohr aber, vonKanonen-Metall oder Bronze, zeigte sich, nach vorgenom-mener Reinigung, noch wohl erhalten und mit allerhandVerzierungen bedeckt, leider jedoch ohne Inschrift oderJahrszahl.

Ich bin ans die Vermuthung gerathen, daß hier viel-leicht die BurgKiek-in-de-Elve" deren Gelegenheitman bisher nicht zu ermitteln vermocht gestanden habenmöchte, welche Erzbischof Lurellarck tstrslls (regierte13271344) zur Niederhaltnng der aufrührerischen Keh-dinger erbante, von diesen indessen bald nachher wieder de-molirt wurde. (Vick. DappenderZ, Bremensche Geschichts-gnellen, xnA. 42 und 44). Diese Burg im FreibnrgschenTheile des Landes Kehdingen zu suchen, fordert und recht-fertigt die durch Vieles begründete Thatsache, daß die Erz-bischöfe eigentlich immer nur die Einwohner dieses Di-stricts zu bekämpfen hatten, während sich der BützflethscheTheil meistens ruhig verhielt. Wechtern bot aber in so ferneinen sehr passenden Platz für die Burg und deren Zweckedar, als es fast mitten im Freibnrgschen Theile liegt. Auchder NameKiek-iu-de-Elve" kann nicht stören. Denn daßWechtern, gleich Oerichshcil und Hvhenlucht (vergl. dieseGüter) früher von der jetzt wenigstens 1 Stunde davonentfernten Elbe unmittelbar berührt worden ist, dürftezweifellos sein. Noch auf Doriell's Elbkarte cks 1568 findetsich an dieser Stelle der NamenWcchtern-Haven" unddicht daneben ein Schloßähnliches Gebäude, welches Ritter-hof andeuten mag, verzeichnet. Z

Ueberdem zeigen sich keine Spuren, daß Privatleuteim Kehdingschen wirkliche feste Burgen besessen hätten.

i) In rincr Prmeßaclc äs 1596 finde ich den Bericht eines Kaisers.Kammerbolcn, wonach er sich, um dem ?ster v. ä. Decken etwas zu infi-nuiren, zu dessen »Schlosse« in Wechtern verfügt habe.

Schon die Herbeischaffung aus entfernten Gegendenso mächtiger Felsenmassen, woraus namentlich gedachtesFundament in Ritterhof besteht, dürfte für private Kräfteund Mittel zu kostbar gewesen sein.

Nun hat man freilich bis jetzt auf Ritterhof noch keineandere rnäera von Befestigungen entdeckt, als die desThurmes gn. und scheint somit an dem gewöhnlichen Be-griffe von einer Burg noch viel zu fehlen. Doch mögenwir uns hierdurch nicht beirren lassen. Mit Recht sagt^.Ilrners in seinem schätzbarenMarschenbuche" (Gotha,1858):Ueberhanpt dürfen wir, wenn von Burgen in denMarschen die Rede ist, nicht an Bauwerke, wie die mitter-altertichen Burgen es waren, denken. Ein breiter Graben,ein Wall, eine Wnrt und darauf ein dicker steinerner Thurmmit Zinnen und Schießscharten, allenfalls noch ein paarfeste Hänser daneben, so darf man sich diese Marfchburgenvorstellen." (Aehnlich präsentirt sich auf I-orioll's Kartedas Schloß zu Ritzebüttel.) Er knüpft diese Bemerkungan dieFriedebnrg", welche gleichfalls alsZwinge" derMarschen erbauet war.

Nach Zerstörung der Kiek-in-de-Elve" mag nunder Platz nebst den Trümmern der Familie v. cl. Oeelceneingegeben oder überlassen worden sein, welcher derselbevielleicht schon früher gehörte. Sie wird einige der Be-festigungen wieder hergestellt und zu deren Armirung nach-her die gedachten Kanönchen angeschafft haben. Denn daßletztere schon bei der Niederwerfung der Burg wenn manhier die Kiek-in-de-Elve im Auge hat auf selbiger vor-handen gewesen sein sollten, läßt sich nicht wohl annehmen,wenn man die Zeit berücksichtigt, in welcher zuerst Feuer-gewehre größerer Art in hiesigen Gegenden gebräuchlich ge-worden zu sein scheinen (frühestens 1356). Wie aber dochschließlich jene Feuerwaffen in das Fundament des Thurmesgerathen sind, weiß ich freilich nicht zu erklären. Vielleicht,daß sie bei einer abermaligen Eroberung des wieder reno-virten Thurmes in die Tiefe desselben geworfen oder ge-fallen sind.

Uebrigens liegt in der Nähe von Ritterhof nachF reiburg hin ein Ort,Camp" genannt, woselbst, wieder Gen. - Feldzengmeister und der General Ilieroniinuswissen'wollen, gleichfalls eine Burg gestanden haben soll.Die Dsekens, namentlich die Eigenthümer von Stellen-flcth I., haben dort noch von Altersher Besitzungen.

?stsr v. ck. Dso^sn (Ister Linie, geb. 1546, st 1619)wird zuerst namentlich alsErbherr zum Ritter-Hofe" auf-geführt. Seines Vaters Hermann (st 1551) findet manals solchen nicht erwähnt. Jener wird das Gut von einerausgestorbenen Branche der Familie v. ci. Oselcen geerbthaben. Denn schon in seinem Geburtsjahre 1546 war,