Druckschrift 
Die Familie von der Decken : in ihren verschiedenen Verhältnissen dargestellt
Entstehung
Seite
247
Einzelbild herunterladen
 

247

Im Kirchspiele Krummcndeich. Gegen Anfang des17ten Jahrhunderts wird Daniel Lusollmann, welcher,obgleich ein geborner Brannschweiger, durch Vorschub desBurgermeisters Ltatius v. Lteinslrorn (geb. 1543, st 26.danuar 1604), dessen Schwester er geheirathet hatte, inden Stader Rath und schließlich (1590) zum Bürgermeisterdas. befördert worden war, dieses Gut acquirirt haben.Beide eben gedachte Schwäger ließen sich in Gemeinschaftmit dollarnr llnAkinanii (geb. 1543 zu Boitzenburg; erwar bis etwa 1584 Amtmann zu Börde Bremervördeund dann zu Neuhans), der auch ihr Schwager war, undwelchen sie gleichfalls, wie es in der betreffenden Beschwerde-schrift der Stader Bürgerschaft heißtin den Rath einge-flickt" und (1594) zum Bürgermeister erhoben hatten, Viel-sache Unterschleife und Bestechungen zu Schulden kommen,in Folge dessen Dusollmann 1605 abgesetzt wurde, welchesSchicksal seine beiden Schwäger auch ohne Zweifel betrof-fen haben würde, wenn sie nicht kurz vorher (Hausmannst 1. Vpr. 1605) der Tod ereilt hätte.

Es ist wohl nicht unwahrscheinlich, daß Dusollmannmit dem durch seine Pflichtwidrigkeiten erworbenen GeldeEggerkamp erkauft hat. Wem es früher gehörte, ist un-bekannt.

1650 war dasselbe im Besitze eines Dusollwann, dessenVorname gleichfalls Daniel war (wahrscheinlich ein Sohnoder Enkel des Bürgermeisters), und später dessen Sohnes,Dsinrioll IVilllolln V. Dusollmann (es scheint also, alswenn dieser oder sein Vater geadelt worden sei). Letzterermuß nur eine Tochter, Lopllia, nachgelassen haben. We-nigstens verkauftedas wollgebohrne Fräulein Loxllia v.Dusollmann, des weyl. wollschl. Herrn Doinrioll IVilllolmV. Dusollmann, ans Eggerkampf Erbgeseßen, nachgelasseneFräulein Tochter, geassistirot von Ihren verordneten undin Zelle beeidigten Vormunde, dem Wollgebohrnen HerrnDommissario dollann Driodrioll v. HarlinA, Erbgeseßenzu Eversen Lüneb. Landes und nach erhaltenen oonsons anßhochlöbl. Königl. dustm zn Stade" allein und ohne Con-currenz sonstiger Berechtigter am 25. danuar 1707Ihresfehl. H. Vaters Donrioi IVilllollni v. Dusollmann zumEggerkampfe im Lande Kedingen Freyburgschen Theils be-legenen Adelichen freyen Hoff" für 3000 Thlr. an denHerrn Otto v. Druden, Erbherrn a. Ritsch. Dieser (geb.1658, beerd. 7. dun)- 1712, Sohn des Otto v. Dr. a.Götzdorf u. der T^nna v. IVarnor) hinterließ Eggerkampseinem mit Vdollloid v. Dalli erzeugten ältesten Sohne,dem Cornet litte v. Druden (gebor. Nart. 1685, beerd.

4. Dollr. 1740), welcher sich mit Doata Koxllia v. 4. Doollonvermählte. Es befindet sich an einem Gebäude zu Egger-kamp noch folgende Inschrift:

Dtte von DrudenDoata 8ovia von Druden, Aöd. v. 4. Dolln.

4en 14ten 4uui anno 1729.

Der Cornet Otto v. Druden wurde am 16. 4un^1716 von diesem Gute in die Ritterschaft aufgenommen.Sein Sohn Durollard (geb. 19. Na)- 1716, st 22. Dee.1758) erbte dasselbe (immatric. 18. dun)- 1748). Dadieser nur eine Tochter (Loxllia Liisallotll, geb. 24. Dee.1758, st 7. Dee. 1826, Gemahlin des i^uAust DudviATdsodor v. Dllodon) hinterließ, und seine beiden Brüder,Cornet Otto Dustav (geb. 10. Doo. 1719) und DiodriollDüntdsr (geb. 21. Dov. 1725), schon vor ihm unvermähltgestorben waren, so fiel Eggerkamp, als Stammgut, anseinen nächsten Agnaten, seinen Oheim, den Capitain DIausNinrioll v. Druden a. Ritsch, welcher es seinem 2tcn (leben-den) Sohne, dem Major DIaus Driodrioll V. Druden,abtrat, worauf dieser auch die Wittwe des Erblassers Dur-odard v. Druden, Dllristino Dlisallotll (geb. Dee. 1736,st 23. danuar 1819, Tochter des Fähnrich Dartoid v. Düt-ollsn a. Drochtersen u. der Notta Diisallotll v. IVarnor)mit übernahm, indem er sie am 8. Na)- 1761 heirathete.Seine von 9 Kindern ihm allein übrig gebliebene Tochter,Ddristine Diiso, vermählte sich am 24. 8ept. 1801 mitdem Hauptmanne und nachherigen Oberstlieutenant HansNormann v. 4. Doeden (IVter Linie) und übertrug diesemdas von ihrem Vater (st 6. 8ext. 1802) ererbte Gut Egger-kamp. Gedachter Hans Hermann wurde davon am 17.dun)- 1803 immatriculirt und hinterließ es seinen Kindern(1829).

Als diese Behuf Erbtheilung zur Veräußerung desGutes schreiten mußten, kaufte dasselbe mit dem dazugehörigen Gute Gehren am 30. Nart. 1848 der Amt-mann Drisdrioll v. 4. Doviron (IVter Linie) für die Summevon 85500 Mark Gold, welcher es mit neuen Gebäudenversehen und 1859 seiner Tochter hinterlassen hat.

Anmerkung. Die Nachkommen von einem der obengedachten Dauiol Dusollmanns scheinen sich nach Oestreichgewandt und dort die Freiherrenwürde erlangt zu haben.Wenigstens bat vor einigen Jahren ein OesterreichischerBaron v. Dusollmann um Nachrichten über seine Vorfahrenin hiesiger Provinz.