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Die Familie von der Decken : in ihren verschiedenen Verhältnissen dargestellt
Entstehung
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Eine officielle Notiz aus dem Ende des 17ten Jahr-hunderts besagt: Borstet ist ein Stammhaus, vor alterßwohl gcbauwet und fortificiret gewesen, liegt an der Osten.

(Rotü, in seiner Geographie äs 1718, bemerkt beiBeschreibung des Kirchspiels Selsingen:Borstel hat überder Ostc einen adelichen Hof, der Borsteler Hos genannt,wobei eine Brücke über die Oste". Er bezielt damit ohneZweifel das hier in Rede stehende Gut.)

Der Erzbischof ckoliann verehrte, wie Voll-

rack mittheilt, ihm zu jenem Neubau 50000 Steine und 2Stücke groben Geschützes. (Dieses bezeugt auch in aotis1604 der Bürgermeister ckoir. Hausmann in Stade, welcherfrüher Amtmann in Börde Bremervörde gewesenwar).

Dagegen ließ der folgende Erzbischof, ckoüanir?ris-cirioli, anno 1609das Haus zum Borstel mit gewaffne-tcr Mannschaft anfallen und dort 3 Geschützstücke spo-lircn". i)

Vollraci starb 1618, wahrscheinlich auf Borstel; we-nigstens wurde er in dem benachbarten Bevern beerdigt.

Er hatte manche Processe, namentlich mit dem Erz-bischofe und dessen Behörden, welche sich meist um die Fra-gen drchctcn, ob Borstel selbstständige adcliche Jurisdictionbesitze, oder ob es nur, wie der Erzbischof behauptete, eindiesem unterworfener Meierhof sei; event, ob Borstel nachSelsingen oder nach Beverstedt gehöre. ^) Einmal gab zueinem derartigen Conflicte der Umstand Anlaß, daß Voilraci

1) Noch jetzt gehl nach einer Mittheilung des Herrn Pastor Einst -mann zu Bevern bei den Umwohnern dir Sage, daß die Burg Kano-nen geführt hätte, bei der Zerstörung wären diese aber, 4 an der Zahl, inden Bnrggraben geworfen, wo sie noch lägen.

Jener Herr bezeugt auch, daß die Wälle innerhalb deren sich viel Ge-mäuer und Schutt finde annoch sichtbar, die Gräben jedoch zugeworfenund zu den Wiesen gezogen seien, welche den Burgplatz von 3 Seitenumgrenzen.

Zehn Minuten davon liege dieAlte-Burg" mit ungewöhnlich großenWällen; sowie dieMintenburg". Letztere war vielleicht Sitz der Herrenv. lll/ntenstello, von denen u. a. im Anfange des 13ten JahrhundertsHermunnns, inilos, cliotns elo Nixntsnstslls et?rntsr esus Ko^sdnn-äus in einer Urkunde des Pfalzgrafen bleinrielr erscheinen. (?rntjs, Br.u. V., li. 415).

2) Bei dieser Gelegenheit wurde (1598) der damalige Umfang der-Börde Selsingen vom Erzbischofe genau beschrieben. Er sagt;Die Bördeoder die Vogtcy Selsingen gehört zum Amte Vördc. Dieselbe hat ihrebestimmte Grenze und Schncdc. Solche Grenze und Schncde fängt an mittenin der Bevern bei dem Bevcrcnstcge und gehet die Bevern hinauf hinterdem Bocklcrhof und aus der Bcvercn, und danncn über die Heide auf denWoldtkamp; und von dem Woltkamp auf die Aigcn (Ziegen?) wische, vonder Aigcnwischc in die Waldtriegc, auf die hohe oder Kreycnböken, unddarfür über in den Bollweg, und fürtcrs in den hilligcn Born; sodcnnaus demselben hilligcn Born, mitten durch die Hole licthe auf den Schwar-trnberg, von danncn nf die Schephorst, wie auch fürtcrs auf die Wehmc;von itzgemclter Wehme den Wehmcr Mohr her, auf den breiten siein und denSotrrsehc, auch von demselben Ort ans den Hnnerbuschesberg und von demBerg uff das Barsicrbruch, welches das Raderbruch geheißen wird; aus

einen vagirenden Kesselflicker wegen Vergewaltigung einesBorsteler Untersassen hatte bcistecken und an ihm die Ter-rition mittelst desSpanischen Mantels" üben lassen.Der Besitz eines solchen Marterinstruments scheint jeden-falls darauf hinzudeuten, daß auf Borstel schon länger so-gar die Criminal-Justiz exercirt worden war.

Nach Voilraci's Tode finden wir seine beiden Söhne,Oiau« Usinrioü und Lartolci Otto v. ci. Deoüen, imBesitze von Borstel. Beide schlössen dort 1642 einen Ver-trag ab. (Viel, die Urkunden). Später scheint Borsteldem Lartoici Otto allein zubehörig gewesen zu sein. Ermuß auch schon 1640, wenigstens temporair, daselbst ge-wohnt haben; denn in diesem'Jahre wurde ihm dort einKind geboren.

Er verkaufte das Gut zu einer nicht bekannten Zeitnach des Feldzengmeisters Angabe 1660 an die gräflicheFamilie v. XoeniAsnaaM.

^.nno 1671 standdas älteste Fräulein v. IvosniZs-marl!" bei des Cornett Uacis wohl Pächters zuBorstel Tochter Gevatter. (Kirchenbuch).

Von dieser Familie acquirirte das Gut etwa 1686 ein gewisser Unsoü. (Vici. die Note zur ersten Seitedieses Artikels).

demselben Barstcdcr oder Nadcsviehe auf den Radcrborn, von diesem, dieBaerster bcke entlang, auf die Wcckcre» Wehd und von hier den Brcdcn-becke hinauf bis in den Meicnbruch auf den Drakenberg; weiter von letzteremnach dem Uhlcnwege und fürtcrs in die Waldtwisten hinter dem Waldthove unddann das Vehre Bihe entlang in die Rechten twisten und dieselbe entlangbis in die Osten; ferner bis in den Badenstrom und von dannen in dieHclfle bis in den Wcudcnbccke und den halben Wendenbecke hcro bis in dieHurlecke; diese hernieder in den Badermühlenstrom und diesen entlang bisin die Mitten oder grünen Viehen und diese hcro vor dem Schuhesforstefürüber hinter dem Ziegelhaus bis in den Wentelbccke; von danncnhcrobis in den Wentelsweges fort und daraus bis auf den Jmmcnkamp, auchvon dannen bis auf den Brcitenstein und fürter bis auf die Kreuzwege;von denselben bis aus die Hünen oder hohen steinen hinter der Eistcder Ahcund von da hernieder in die Ouaßßerigcn (?) für dem Radereistadt, auch dahernieder biß in die Hundebecke und diese hernieder bis in die Rötlichen,und daraus auf die Waltviehcn in das große Viehe; Von dannen biß indie Horst in die grünen Viehen und bis auf den hohen oder runden stein,von danncn in die breite Riche bis auf den Stallenkamp in das LütkcEllcrnbruch oder Deumdc (oder Drumde); sodann aus diesem Bruche bisauf den Bullcnbcrg, von hier den Wildcnmohr hindurch bis auf die FalckeuHütten und von dannen bis auf den Hupschenbcrg; lctzlich von solchemhernieder bis in den Ostemcstrom, auch denselben hernieder bis in die Bevernund also der Bcvcrenstrom hcro mitten hinauf wiederumb bis in die bovenund hohen stcge. Solche Grenze und ortmählc seien vor dein Gerichte zuSelsing von der Börde Eingesessenen vor solcher Börde Schncdc gerichtlichund öffentlich, vor 59 Jahren und länger, allewege ausgefunden und er-kläret worden. - In solchem Bezirke und Schnede der Börde oder VogleiSelsingen seien gelegen nachgesetzte Dörfer, alß nehmlichen Scltzingen, Parne-winckell, Hasscll, Dcicnstcde, Malstede, Bälde, Beihusen, Varvcn, Orle, Ander-lingen, Stzedorpe, Godenscn, Ostercistcdc, Rochstede, Lauenßen, Granstede,Grapcll, Ochtenhusen, Minstcdc und Sarßenholt; Itsirr auch folgende einstel-lige oder einzelne Höfe: Bockell, Plonießhausen, Bockhorst, Wcnderßhausen,Twiestenbostell, Borficll, Bhastcde, Eitze und tho dem Wandelswolde.«