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Die Familie von der Decken : in ihren verschiedenen Verhältnissen dargestellt
Entstehung
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Ich werde nun aber zeigen, oder doch höchst wahrschein-lich machen, daß sich früher in der That nur Ein Gut, Na-mens Borstet, in Dsckcuschem Besitze bestand und zwardas oben vor meinen Vorgängern mit I. bezeichnete.

Die Geschichte desselben ist folgende (wie ich sie haupt-sächlich aus verschiedenen Wetzlarischen Proceßacten und ins-besondere den darin enthaltenen Nachweisungen des Vollruäv. ä. Decken a. Borstet geschöpft habe):

Das Gut lag ursprünglich im Kirchspiele Selsingenunfern Minstedt, am rechten Ufer der Oste, in der Gegend,wo jetzt der Hof Klein-Borstel und das Dorf Sand-Borstelgefunden werden.

Borstet war ehedem eine der Familie v. Ktiustcckt ge-hörige scheinbar schon früh verfallene oder zerstörteBurg, und stand auf der Stelle, welche nachher der Guts-garten einnahm. (Doch war derBorgfrede" mitten in dieOste gebauet.) In einem auf dem alten Bnrgplatze einge-richteten Hause wohnte zeitweilig noch der Ritter DZAcrt v.Ltiustcät, welcher vielfältig in Urkunden cic 14271469vorkommt. (Er hatte, wie als curiosum berichtet wird, aufdem alten Walle auf einem umfangreichen Baume ein Lust-häuschen).

Nach dem noch im selbigen Jahrhunderte wahr-scheinlich mit llürASQ v. Lt., welcher schon 1483 todt war erfolgten Aussterben des Geschlechts v. Ltiirstcät ge-langte Borste lau die v. ^sstcrüstlr.

Um 1590 wird es nurein Hof" genannt. DasksZistrum des Erzbischof Uocis sagt:Bostell ligt bhMynstede, Hort den van Zesterflethen". Das Vörder Re-gister enthält bezüglich Folgendes:paZ. 101.Borstell ys eyn enstallich hoff, höret den vanTzestersflcthe, licht by mynstede". xaZ. 111. Item,To dem Borstell yn deme kerspell to Selsyngen lichteyn enstallich hoff de höret den van Tzestersfletheerfflich egen, wat rechticheyt dat stichte dar wandagesynne gehadt hefft ys vorkamen. Item Desse (Hof)geyt to Richte nnde gisst plochschatt unde deyt alzeeyn ander ynsate; wen der van Tzestersflethe darwelck hyr upp wanet, so friget de man de were,so lange de dar van then unde fetten dar eynen burwedder upp."

Wenn hiernach die v. ^estsrlletll damals mitunter inVorfiel wohnten, so muß doch wohl ein anständiges Herren-haus daselbst vorhanden gewesen sein.

In den 8 Tagen Ostern 1541 verkauft Ivo v. bester-kietll, Bnrgmann zu Horneburgseinen Bauhof, belegenin der Börde zu Selsingen, den Hof zum Borstet genannt"für 200 Rhein. Gulden an ^.rma, die Wittwe seines Bru-ders Dicckricll v. Zcstsrüctll, auf 10 Jahre. (Vick. dieUrkunden).

Noch vor Ablauf solcher 10 Jahre muß dieser Ver-kauf wohl wieder rückgängig geworden sein.

Denn schon Montages in den Ostern 1545 verkaufteder Knape lollarm v. ^cstcrllctll, Burgmaun zu Horne-burg, verschiedene Höfe, Zehnten u. dcrgl. ^), welche vorihm seine Vettern <Ivo und Dicckricll v. bester kkctll be-sessen, an loirauu v. ck. Dcckcir (Stifter der 5ten Linie),unter ihnen auchin der Börde zu Selsingen einen Hof,zu dem Borstet genannt" mit der Triftgerechtigkeit unddem halben Holze. (Vici. die Urkunden).

Laut Urkunde aus den 8 Tagen Michaelis 1560 ver-kaufen Dimlcll, Elaus und Duckoll v. ^sstcrllctli, Brüderund Sohn des obigen lokaim v. ^cst., auch die andereHälfte des Holzes des von diesem lolmrm an lollarmV. ä. Decken verkauften Hofestho dem Borstet" andes letzteren nunmehrige Wittwe llutts von ckem LerZe(viä. die Urkunden).

Der neue Eigenthümer von Borstcl, lokann v. ci.Docken, ließ schon sehr bald (damals, als Bremen bela-gert wurde", wird in actis angegeben; es wird hier dieBelagerung von Bremen durch den Oberst ^Vriskei-A vomJahre 1547 gemeint sein)das alte Stinstedter Haus"(worin noch ein Gemach den NamenHerrn DMert'sKammer" führte) abbrechen und ein neues an dessen Stelleerrichten, in welchem er seine Wohnung nahm.

Seine Wittwe ließ den alten Burggraben und denWallschlichten und Planiren".

Ihr Sohn Vollraci baute auf dem Platze, wo früherWirthschaftsgebäude (Ziegen-, Schweine-, Schaf- und Torf-Ställe) gestanden hatten, etwa 12 Köthnerhäuser, sowieeine ordentliche Brücke über die Bever, worüber sonst nurein Steg geführt.

Hiernächst aber wurde von ihm das von seinem Vatergegründete Wohnhaus wieder abgerissen und ein neuesHerrenhaus oder vielmehr eine förmliche Burg mit Wallund Graben an dem gegenüber liegenden, dem linkenUfer der Oste aufgerichtet (etwa im Jahre 1584).

In einem um 1600 von Vollraä wegen Borstel'sJurisdictionsverhältnisse geführten Processe wurde die ge-richtliche Augenscheineinnahme der betreffenden Localitätennöthig. In dem desfallsigen Protocolle findet sich bemerkt:1) daß die Stätte, wo das alte Gebäude gestanden habensolle, diesseits der Oste (nach Stade hin) belegen; es wärejetzt ein Hof, rund umher umzäunt und mit etlichen Bäu-men bepflanzt; etliche Häuser wären herumgebauet; 2) daßdas neue Gebäude aber jenseit der Oste gesetzt und mitGraben und Wallen fortist ciret und befestiget."

0 Namentlich zu Eiste, Spreckrnstc, Selsingen, Hascll, Änderungen,Alerstcdt, Gröpclingen (in der Bürde Oldcndorf), Kirchtimke.

Ueber den spätern Verbleib aller dieser Erwerbungen ronstirt Nichts.Ebensowenig hinsichtlich folgender Gegenstände, welche Vellrnä v. cl. Decken,Sohn des obigen Zokann, 1596 (v!<l. Nrk.) von .kaacliiin v. 6. Deckenkaufte: 1) Grundstücke bei dem Hobenwedel und hinter Burg vor Stade. 2)Eine Käthe zu Abbcnfleth. 3) Zwei Meierhöfe zu Middclstorf. 4) EinenMeicrhof zu Duhmenbüttel.