Aus des erster» Druckschrift über dieselbe erhellt dasfreilich nicht ganz deutlich, was hauptsächlich daher kommt,daß die Genealogie seiner 4ten und 5ten Linie ans Irrthü-mern beruht, namentlich in Betreff der beiden ckokann, welchedort erscheinen. Ueberdem hat der Gen. Feldzeugmeister dieBelegenheit der Güter nicht bezeichnet. In der That kannman jedoch seine Meinung nicht verkennen, daß sowohlThomas v. ci. Decken (bei mir Stifter der Uten Linie)als dessen Bruder Iclrarm (bei mir Stifter der Vten Linie)jeder im Besitze eines Gutes Borstol gewesen sei.
In seinen — schon von einer richtigeren Erkenntniß derVerwandtschafts-Verhältnisse ausgehenden — handschriftli-chen Zusätzen zu gedachter Schrift spricht er sich nun aberhierüber bestimmter aus, indem er sagt:
„Borstet II.
In der Dcckcn'schen Stammtafel kommenzwei Güter vor, die den Namen Borstet führen,das eine im Alten Lande, das andere in der BördeRhade. Der Oberst Elans v. ck. Decken (derVater des Bürgermeisters Elans) wird bereits alsBesitzer eines Gutes Borstet aufgeführt, das ver-nuckhlich Borstet im Alten Lande ist nnd er wahr-scheinlich zu Lehn erhalten hatte. In dem Malri-kelbnche cle 1698 heißt es: „Borstet, im Isten Cir-kel. Ein Adelich srey Gut, so vormals einem v. ci.Decken, hernach dem Herrn Grafen V. Iveniu 's-mark 2)nnd endlich der Königl. Kammer zugehöret,nunmehr aber ein Lüneburgscher Edelmann, ^.ciain^.ekates V. Lnlorv, erbeigenthümlich im Besitzehat". Gegenwärtig ist es ein Kammerhof. Es gehtnirgends hervor, ob dieses Gnt im Besitze der Er-ben des Tlmmas v. cl. Decken (welcher selbst esalso doch besessen haben soll) nnd wie lange verblie-ben; wahrscheinlich fiel es mit dem Tode des letztendieser Linie, ckokann Drieclrick, 1679 als Lehnzurück und ward dann der Graf Lieni^sinark mitselbigem belohnt.
H Hier folgt noch — was der Gen. Feldzcugmcister ausgelassen, weil er c§wohl nicht hat »erstehen können — im Matrikclbnche; „nachgehends Bitter (?)Vcschen (?)« Essoll dieses nndentlich geschrieben „Bitter Besehen" ohne Zweifel„Ritter Rnselren" heißen. Denn in einer Eingabe an die Brem. Ritterschaft vomZ.lcmx 1686 (worin, wenn ich nicht irre, um Rcception in dieselbe nachgesuchtwird) sagt ein gewisser ünsolie oder knseliin (in clorso Vnselrsn geschrieben):„Er habe das adeliche Gut Borstcl an der Oste von dem Hochgräflich XL-riiAsrnnrlrschen Hause gekauft. Sein Vater sei vom König Knstnv ^.äolplrv. Schweden zum Ritter geschlagen, auch seine Vorfahren schon von den Rö-mischen Kaisern in den Adelstand versetzt worden."
(Ich finde nn» auch allerdings in v. 1,oäet>nr's Prcuß. Adelslericon, daßder Sächs. Geh. Rath ^.nclrsns Rnsolr vom Kaiser Maximilian geadelt wordenund daß sein Enkel, Lüirlstoxli Imclvvig- v. knseli ls 1L. Nov. 1615) K.Schweiz. Hos-Kammer- nnd Kriegß-Rath, Ritter nnd Herr auf Sagnitz,Secburg, Valck und Nöckcby gewesen sei.)
Borstet I. an der Oste, Börde Rhade.
Der Stifter der Vten Linie (lokann) besaßdieses Gut, das hier, zum Unterschiede von demLehngute Borstet, das sein Bruder Dkcnnas imAlten Lande besaß, mit M. I bezeichnet wird. Esblieb in der Vten Linie, bis es Dartclcl Otto 1669verkaufte. Es ist in der Folge distrahirt, jedoch istder Burgplatz noch durch Wälle und Graben zu er-kennen. Das dabei liegende Dorf, welches dengrößten Theil der Ländereien besitzt, wird Sand-Borstel genannt."
Mit Vorstehendem stimmt der General Dieronnnns —dessen Forschungen sich der Gen. Feldzengmeister in dieserBeziehung auch nur lediglich angeeignet zu haben scheint —im Wesentlichen überein. Er läßt sich so aus:
„Borstet I.
Dieses Gut lag an der Oste in der BördeRhade. Als erster Besitzer erscheint der OberstElans v. ck. Decken, Dkerkarcks Sohn. Wie der-selbe es erworben, ist unbekannt. Vielleicht war esdie Erbschaft eines kinderlos verstorbenen Ver-wandten. Es ist mit Ueberspringnng der 3ten Ge-neration an den Stifter der Vten Linie, llokann,gekommen. Dieser muß es daher in gleicher Artwie Schölisch I, erworben haben (nämlich durchErbschaft von einem unbekannten Vaters-Bruder).Er vererbte es auf seinen Sohn Vellracl nnd dieserauf seinen Sohn Dartolci Otto, welcher es um1669 verkauft hat. Vom Burgplatz sieht man nochWälle und Graben:c. (wie oben).
Borstet II., im Alten Lande belegen.
Tkcnnas v. <1. Decken, der Stifter der IstenLinie, erscheint als erster Besitzer dieses Lehn-Gutes und wahrscheinlich wird er auch zuerst, undzwar für sich und seine Leibeserben, damit beliehenworden sein, da es mit dem Aussterben seinerLinie eingezogen und anderweitig wieder zu Lehenausgegeben worden ist. Im Matrikelbuche heißtes (hier folgt der schon oben gegebene Aus-zug aus demselben). Gegenwärtig ist es wiederein Kammerhof.
Dkcnnas v. ci. Decken und sein Sohn lloa-ckinr erscheinen zwar nur als Besitzer dieses Lehens.Letzterer starb 1586. Da nun aber die Grafen v.lEoniZsinark der Familie im Besitze dieses Lehensfolgten und dieses nicht wohl eher, als mit demAussterben der Familie geschehen konnte, so wirdman annehmen müssen, daß auch loaclüur's SohnEarlek) welcher 1651 gestorben, nnd sein (loa-clnin's) Großsohn ckekann Drieclrick, mit welchemdiese Linie 1679 erloschen, im Besitze dieses Le-hens gewesen sind."