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Die Familie von der Decken : in ihren verschiedenen Verhältnissen dargestellt
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Arp v. Diiring hatte von seinem Vater ein Gut inHamclwörden (vick. dieses) geerbt. Er wird auch mitunterAxel genannt, z. B. in der Ritterrolle äs 1638, wo beiHamclwörden steht:Axel v. Diiring, ansetzt Johann Ottov. d. Decken". Als Erpo (Arp) und Besitzer v. Altendorf(Hamclwörden) hat ihn Mnshard paZ. 383, wo er ihn alsVater der mit Melchior v. Lütckcn verehelichten Anna Juttev. Diiring aufführt.

Daß dieser Arp gleich seinen beiden Brüdern eben-falls eine v. Decken zur Frau hatte, bezeugt Mnshard xaZ.246 (wo er ihn Arp nennt).

Die Annahme, daß Dicdrich und Arp v. Diiring beidemit Fräulein v. d. Decken verhcirathet, und daß diese Töch-ter des hier in Rede stehenden Dicdrich v. d. Decken waren,gcwinnt^fast Gewißheit durch den Umstand, daß jene beidenBrüder 1629 zu Vormündern über die Kinder des Vollradv. d. Decken -- Dicdrich's Bruder in Vorschlag kamen.(Vcrgl. den Artikel über Vollrad). Dicdrich v. Diiring sagtbei der Gelegenheit selbst, daß er mit den Kindern <gu. durchSchwägerschaft verwandt (daß er -rtkinis) sei. Von Arp fin-det sich damals freilich keine Erklärung. Es läßt sich aberdoch nicht wohl glauben, daß er bloß deshalb zur Vormund-schaft herbeigezogen wurde, weil sein Bruder in Schwä-gerschaft mit den Kindern gu. stand. Wenn das der Fallgewesen wäre, so würde er gewiß noch viel eher, als seinBruder Dicdrich, Excnsationcn vorgebracht haben, was eraber nicht that.

Ich habe bereits bei Vollrad bemerkt, daß Schwesterndesselben nicht Gemahlinnen der fraglichen v. Düringsgewesen sein können. (Schon die Thatsache dürfte entschei-den, daß Hermann welcher mir von den 5 Kindern desDiedrich v. Diiring gn. allein bekannt ist erst 1614 ge-boren wurde, während dessen Mutter, wenn sie VollradsSchwester gewesen wäre, schon etwa 1550 hätte geborensein müssen).

- Und doch muß der letzteren Schwägerschaft mit Voll-rad oder dessen Kindern eine sehr nahe gewesen sein, weilsonst der zur gedachten Zeit gleichfalls zur Uebernahme derVormundschaft über Vollrad's Kinder berufene Eberhardv. d. Decken sein Großvater und Vollrad's Vater warenBrüder wohl nicht hätte wagen können, zu behaupten:Ehrw. Diedrich und Arp v. Diiring, resx. a. Belnm undHamelwördcn, seien näher mit jenen Kindern verwandt,als er".

Es bleibt unter diesen Umständen durchaus nichts an-deres übrig, als den Grund der fraglichen Schwägcrschaftdarin zu finden, daß die Gebrüder v. Diiring <grr. mit Voll-rad's Nichten, unsers Diedrich v. d. Decken Töchtern, ver-hcirathet gewesen sind.

Uebrigcns habe ich weder hinsichtlich der Vornamendieser Töchter, noch sonst über sie etwas Näheres zu er-forschen vermocht.

Diedrichs Sohn, der Drost Johann Otto v. d. Decken,hatte Sophia v. Diiring zur Gemahlin, deren Abstammungmir noch nicht ganz klar geworden ist. Verschiedene Um-stände machen es sehr wahrscheinlich, daß sie eine nahe Ver-wandte der oben bcregten 3 Gebrüder v. Diiring gewesenist (Johann Otto <pu. erwarb auch die deren Linie vorherungehörigen Güter Neuhaus und Hamclwörden), eineSchwester derselben aber wohl schwerlich. Denn diese er-scheinen 1599 schon sämmtlich als selbstständig, währendSophia gu. erst 1593 geboren wurde. Auch hätte dann ihrVater, der Domdechant Otto, zur Zeit ihrer Geburt schonin dem Alter von 61 Jahren gestanden.

Für eine Tochter von Diedrich oder Arp v. Diiringdürfte man Sophia auch nicht halten können, da jene, allemAnscheine nach, erst ziemlich viel später, als 1593, heirathe-ten, und solchen Falles übcrdem Sophia die rechte Nichteihres Gemahls Johann Otto gewesen wäre.

Man muß demnach nothwendig auf den dritten Sohndes Bremer Domdcchanten Otto, nämlich auf den Hambur-ger Domherrn Otto v. Diiring recurriren nnd in diesemSophiens Vater erblicken. Dessen Gemahlin hieß ja auchSophia. Freilich müßte letztere sehr jung gehcirathet haben,da sie frühestens 1575 geboren sein kann, indem ihr Vater,Peter v. d. Decken, sich erst im Herbste 1574 vermählte.

Dem sei nun aber, wie ihm wolle, so deutet doch wenigstensFolgendes darauf hin, daß die Gemahlin des Johann Ottov. d. Decken jedenfalls eine Tochter eines der 3 oftberegtenGebrüder v. Diiring, oder eigentlich nur des Otto v. Dii-ring, gewesen ist:

Laut der Urkunde äs 1599 hatte Peter v. d. Decken vonjenen Gebrüdern 5000 Thaler geliehen. Bei der Erbthei-lung unter Peter's Söhnen, 1621, übernimmt nun derälteste derselben, Hermann Vollrad, u. a. zu bezahlen1000 Thaleran Johann Otto v. d. Decken, wegen seinerHaußfrauen, herkommend von den von Düringen". Ausdem dort vorher Gesagten erhellt deutlich, daß diese 1000Thaler ein Theil der obigen 5000 Thaler waren. DemJohann Otto muß derselbe offenbar durch seine Frau,v. Diiring, zugefallen sein. Diese konnte aber nur eineTochter des ursprünglichen Mit-Gläubigers Otto v. Diiringsein, da dieser damals, 1621, todt war, während seine Brü-der Diedrich nnd Arp noch lebten, denen also die Forderungihres Theils der 5000 Thaler noch selbst zustand.

Nachträglich bemerke ich, daß oben mehrfach gedachterArp v. Diiring im Jahre 1633 zur 2. Ehe mit Adelheidv. Rönne schritt (vergl. Döse und Hamclwörden).

Auch erlaube ich mir, hierunter beiläufig eine frei-lich auf unsere Familie keinen direkten Bezug habende, aberdoch sonst in mancher Hinsicht interressante Urkunde cks1616 mitzutheilen, welche lehrt, auf welche Weise und auswessen Händen Velum an die v. Diiring und zunächst an