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Daraus ergiebt sich, daß v. Groberzen, der Ur-Großvaterder Sophia v. Groberzen zu. keine v. Sandbeck, sonderndien v. Bremer zur Frau hatte. Eben dasselbe ergiebt sichzweifellos ans der auf dem Krummendeicher Leichen-steine befindlichen Ahnentafel der Margarets v. Groberzen,man mag dieselbe nun Holle'sch oder Vogell'sch deuten.
Sodann findet sich in verschiedenen andern Quellen —namentlich auch auf dem in der Kirche zu Osterholz liegen-den Leichensteine der Dorothea v. Schoenebeck, der Mutterder fraglichen Sophia v. Groberzen — die Gewißheit, daßv. d. Wense, der Ur-Großvater der Sophia v. Groberzen,mütterlicher Seite, keine v. Bremer, sondern eine v. Zahren-hausen zur Frau gehabt hat. Hiernach bleibt demnach nichtsanderes übrig, als die v. Sandbeck zur Ehefrau des v. Grovezu machen, weil sie sonst gar keinen Platz erhalten habenwürde, obgleich mir von der Existenz einer solchen Ehe wei-ter Nichts bekannt geworden ist. Von Groven und v. Sand-beck waren aber auch gewisser Maaßen Nachbaren, da letz-tere Familie in Scharmbeck, die v. Groven aber als Patri-zier in Bremen lebten.
Uebrigens läßt sich wohl erklären, daß die Ahnen derSophia v. Brobergen unrichtig angegeben und dargestelltsind. Deren Familie wohnte weit von Werden entfernt;ihre Vorfahren und deren Zusammenhang waren nicht sogenau in der Decken'schen Familie bekannt. Desto besseraber diejenigen der Hauptperson, des Mannes, des Die-derich v. d. Decken. In der That sind dessen Ahnen, soweitich unter Zuziehung verschiedener anderer Hülfsmittel zu er-proben vermocht habe, ans dem Epitaphe in richtiger Reihe-folge und Stellung vorgeführt.
Alle Wappen auf dem Denkmale sind sehr gut und imAllgemeinen richtig gegeben (in dem Brobergcnschen ist in-deß die rothe Hälfte des Schildes statt an die rechte an dielinke Seite gesetzt). Die Spitzen oder Hacken im Schildeder v. Elm erinnern an das Wappen der Barone v. Bcder-kesa, von welchen jene ein Abzweig waren.
Vogell ist mit seiner Theorie doch auch einiger Maaßenzu entschuldigen. Die in den vielen Leichenprcdigten —welchen er wohl folgte — verzeichneten Ahnen sind oft nichtgleichmäßig in die Vergangenheit zurückgeführt. Vielmehraccommodirte man sich in dieser Hinsicht nach den mehr oderweniger ausreichend vorliegenden Notizen. Zuweilen findensich deshalb darin auch z. B. die Ururgroßmütter angegeben,nicht aber die Ururgroßväter (ganz im Gegensatze zu Vogells
tz Siehe diese Ahnentafel unter den unten abgedruckten Ahnentafeln dertV. Linie, Nr. t.
i) Die oben gedachte Dorothea v. Schoenebeck starb dagegen in der Heimathund ist daher um so mehr anzunehmen, daß wenigstens ihre Acltcrn und Groß-ältern — die wir hier nur allein zu benutzen nöthig gehabt haben — auf ihremLcichensteinc richtig angegeben und gestellt sind. Selbiger enthält ihre 8 Ahnen.<Jhr Großvater Schoenebeck hatte eine v. Honstrdt und ihr Urgroßvater Wenseeine v. Hcimbruch zur Frau).
Meinung). Diese Unregelmäßigkeiten wurden jedoch mei-stens auf den Leichcnsteinen vermieden. Alan richtete sichbei diesen nicht nach den Leichenprcdigten, oder berichtigtedieselben wenigstens, brachte die Ahnen wo möglich in diegehörige Ordnung und führte sie jedenfalls nicht weiter hin-auf, als bis dahin, wo die vorhandenen Nachrichten noch dielückenlose Darstellung aller gleichzeitigen Ahnen ermöglichten.
Es kann daneben aber auch sein, daß ausnahmsweisein einzelnen Fällen und in einigen Gegenden eine abwei-chende Methode bei Rangirung der Ahnen befolgt wordenist. (Ich habe das aber, wie schon gesagt, nie gefunden). —Die kriegerische Scene auf unserm Denkmale scheintdarauf hinzudeuten, daß der fragliche Diedrich v. d. DeckenKrieger gewesen sei, wenn sie ihm nicht als Geistlichen, alsStreiter für den wahren Glauben, gewidmet ist, womit dennvielleicht der darüber, schwebende Christus in Verbindungstände. (Diedrich würde indeß, wenn er Geistlicher, etwaDomherr gewesen wäre, auf seinem Denkmale doch wohlnicht, oder wenigstens nicht allein „edel und chrenvest" son-dern hochwürdig oder ähnlich genannt sein; auch würde das„Herr" der Geistlichen dann nicht gefehlt haben.) Z
Der Herr Forstmeister v. d. Decken in Fallerslcbcn,welcher sich überhaupt um die nähere Kenntniß jenes Denk-mals besonders verdient gemacht hat, meint, irgendwo, viel-leicht ans dem Leichensteine selbst, welcher Dicdrichs Grabverschloß, gelesen oder sonst gehört zu haben, daß derselbeim Zweikampfe geblieben sei.
Es ist übrigens nicht gerade auffallend, daß Diedrichans dem Denkmale als Diterius erscheint. So, oder auchDitericns, Didericus wurde Diedrich früher häufig ge-schrieben. Der Steinmetz mag aber auch wohl einmal wiederdas c vergessen haben. —
Was nun Dicdrichs Nachkommenschaft betrifft, so mußer außer seinen Söhnen Johann Otto und Hermann auchnoch 2 Töchter gehabt haben, welche Gemahlinnen der Ge-brüder Diedrich und Arp v. Düring wurden.
Letztere waren, nebst Otto, Söhne des Bremer Dom-dcchanten Otto v. Düring (geb. 1532, si 1598), wie u. a.schon deutlich aus der Urkunde äs 1599 hervorgeht.
Von ihnen finden sich Diedrich (a. Belum) und Otto(a. Holenwisch) bei Mushard (xnZ. 220), nicht aber Arp.Erstere beiden stehen auch in den von einem gewissen Jo-hann Zobel etwa 1730 zusammengetragenen Stammtafelnder Bremischen adelichcn Familien. Hier wird dem Die-drich v. Düring — sowie auch dessen Sohne Hermann —ausdrücklich eine v. d. Decken zur Ehefrau gegeben. An derRichtigkeit solcher Angabe ist um so weniger zu zweifeln,als der betreffende Zobel'sche Stammbaum der hier in Be-tracht kommenden v. Düring'schen Linie sonst ganz mit denbekannten Nachrichten harmonirt.
0 Wir ich später gcfnnden, wird Diedrich in einer H'rvceßactc äs 1575als „in fremden Kriegsdiensten abwesend" bezeichnet.