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Die Familie von der Decken : in ihren verschiedenen Verhältnissen dargestellt
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ihrer Umgebungen und Untergebenen zn erfreuen haben, wennsolche Männer den NamenEhrenmann" verdienen, so wares unser Decken im vollsten Sinne des Worts. Mit demehrenhaftesten, biedersten, ritterlichsten und achtunggebietend-sten Charakter, vereinigte er eine große, stattliche, impo-nirende Persönlichkeit, eine echt militärische Haltung, eineherzgewinnende Liebenswürdigkeit, Ansprnchlosigkeit undAufrichtigkeit, die man selten in der Weise zusammen findet.

Ich, für meine Person, bin dem Verstorbenen beson-ders höchst verpflichtet für die Studien, welche er vieleJahre lang der Genealogie seiner Familie gewidmet hat,indem mir die dcsfallsigen Ergebnisse theils schon durch ihnselbst, theils später durch seine Tochter, die Frau Gräfinv. Reventlow, gütigst mitgetheilt worden und zur Förderunggegenwärtigen Buches sehr ersprießlich gewesen sind.

Rota

HsfmarschaU und Großvogt v.

(Siehe <

Dieser Mann hat ein ziemlich abenteuerliches Lebengeführt, trotzdem es aberzu etwas gebracht" und die her-vorragenden Stellungen, welche er eingenommen, bean-spruchen und rechtfertigen fast mehr, als dieses bei manchenandern Familiengliedern der Fall ist, den Versuch, eineBiographie von ihm zu liefern, d. h. wenigstens alle aufihn bezüglichen Nachrichten, welche aufzufinden, zusammen-zustellen.

Er war geboren zu Borstet, einem väterlichen Besitz-lhume. Ueber den Verlauf seiner Jugend ist uns durch-aus keine Mittheilung aufbewahrt.

Ich glaube, daß er uns abgesehen von bloßen Nen-nungen seines Namens zuerst selbstständig in der Persondes Vollrad v. d. Decken, welcher laut Urkunde äs Micha-elis 1586 Bremischer Drost zu Bederkesa und Elm ward,entgegentritt, daß er mit diesem identisch ist. Schädtler, derGencralfeldzeugmeister und der General Hieronimus haltenfreilich dafür, daß vielmehr Hermann Vollrad, der Sohndes Peter v. d. Decken (I. Linie) und der Cäcilia v. Wessel-höft, jener Drost in Bederkesa gewesen sei. Diese Mei-nung wird aber allein schon durch den Umstand widerlegt,daß die Aeltern des Hermann Vvllrad erst 1574 sich ver-mählten. Für meine obige Annahme spricht dagegen Vieles:

1) In der Decken'schen Genealogie findet sich sonstkein Vollrad, welcher hier concurriren könnte. Denn der-jenige dieses Namens, welcher darin als Sohn des OberstHinrich v.,d. Decken (III. Linie) aufgeführt wird, ist höchstwahrscheinlich sehr jung verstorben, wenigstens vor 1575,da er weiter nirgend in Urkunden auftritt und namentlich in

9 Es wird ihm freilich dort nicht der Titel Drost beigelegt, sondern Mus-hord, »ach Lindenbrog, nennt ihn nur so, aber doch wohl nicht ohne Grund,indem zu fraglicher Zeit meistens alle (selbst Pfand-) Inhaber von Aemtern,Schlössern oder sonstigen Domainen als solcheDrost" hießen.

ZV

>. Decken. 15491619.

eite 83.)

den Kaiserlichen Edicten von eben gedachtem Jahre ( vici.die Urkunden), worin alle damals lebende einiger Maaßenerwachsene männliche Decken's verzeichnet worden zn seinscheinen, fehlt.

2) Es läßt sich annehmen, daß Vollrad, als ihm diewichtige Verwaltung und Vertheidigung der festen SchlösserBederkesa und Elm übertragen wurde, sich vorher schon aufirgend eine Art, vorzugsweise als Soldat, erprobt hatte.Dieses trifft nun bei unserm Vollrad zn. Es wird nämlichnicht nur (in der Mindenschen Geschichte) bei Gelegenheitseiner nachherigen Ernennung zum Hofmarschalle bemerkt,daß er früher Rittmeister gewesen sei, sondern es findet sichauch in astis äs 1575, als er damals in einem Processenicht erschien, sein Ausbleiben dadurch entschuldigt, daß erin auswärtigen Kriegsdiensten abwesend sei. Noch Anfang1586 also kurz vor seiner Bestellung als Drost be-fand er sich actenmäßig außer Landes.

Wenn ihm übrigens in allen sonstigen und spätern Ur-kunden kein militairischer Charakter beigelegt wird (auchnicht vom Rathe zu Bremen in den Urkunden äs 1586 und1599), so darf dieses nicht befremden. Denn damals wur-den die militairischen Titel, die Jemand sich im Kriege er-worben wenn sie nicht von großer Bedeutung, wieOberst, waren nachher selten im Privatleben fortgeführt.

Auch Drost wird er weiter nicht genannt ( d. h. ehe erDrost zu Petershagen wurde); diesen Titel führte er derNatur der Sache nach nur als und so lange er Inhaber derfraglichen Schlösser war.

3) Es war nachweisbar und actenmäßig unser Voll-rad der nachherige Hofmarschall und Großvogt, wel-cher Behuf eines Processes das Transsnnipw der seinemGroßvater, dem Bürgermeister Claus, anno 1516 ertheil-ten Privilegien anno 1599 von Bürgermeistern und Rathder Stadt Bremen beglaubigen ließ (viä. Urk.). Es steht