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Die Familie von der Decken : in ihren verschiedenen Verhältnissen dargestellt
Entstehung
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Das Regiment war jetzt 6 Compagnien znm Felddicnstestark, vereinigte sich am 19. November bei Neuhans a. d. E.und machte den Fcldzug in Holstein, namentlich auch dasGefecht bei Clnvensiek mit.

Decken war derjenige, welcher im feindlichen Lande be-sonders auf strenge Disciplin hielt und dadurch dem Regi-ments einen ausgezeichneten Ruf erwarb.

Nach geschlossenen Frieden zu Kiel (Januar 1814)ging er mit demselben am 21. Januar bei Blankenese überdas Eis der Eibe, worauf es seit 20. Januar aus Eng-lischem Dienste in Hannoverschen übergetreten im stren-gen Winter bis Mitte März den Vorpostendienst vor Har-burg versah.

Nachdem das-Regiment vom 15. März bis 15. Aprilin Cclle sich neu ausgerüstet hatte und jetzt 8 Compagnienstark war, marschirte Decken mit demselben nach Brabaut.Beim Durchmarsche durch Hannover wurde es vom Herzogvon Cambridge inspicirt und Decken zum Oberstlieutenantbefördert.

In den Niederlanden angelangt, stationirte das Regi-ment, welches Decken damals in Abwesenheit des Oberstv. d. Bussche öfter auf längere Zeit selbstständig com-mandirtc, bis zum Ausbruche des Krieges äs 1815 meistin Gent und Brügge, zuletzt auf Vorposten in der Gegendvon Condä und Maubeuge.

In den Tagen des 1618. Juni stand das Regimentbei Leus und Hat. Seit dem 19. machte es die Avantgardeüber Nivelle und Bavay nach Frankreich und traf nach ver-schiedenen Gefechten am 1. Juli vor Paris ein.

Nach 4monatlichcm Bivouac im Bois de Boulognebrach das Regiment von Rochefort hinter Versailles, wo es6 Wochen gelegen, nach dem Vaterlande ans und rückte am2. Februar 1816 in Buxtehude ein, wohin der Stab desRegiments verlegt wurde.

Damit endete die kriegerische, wenn auch nicht die militai-rische Thätigkeit unsers Oberstlieutenants. Erhalte sich durchseinen nnermüdetcn Diensteifer, genane Dienstkenntniß, durchseine ruhige Entschlossenheit und Kaltblütigkeit, strenge un-parteiische Disciplin und überhaupt durch seine überausliebenswürdigen, herzgewinnenden cameradschaftlichen Eigen-schaften die Hochachtung, Liebe und Verehrung Aller erworben.

Da die militairischen Pflichten seinen regen, au bestän-dige Thätigkeit gewöhnten Geist nicht fortwährend beschäf-tigten, so warf er sich mit rastlosem Eifer auf die Laud-wirthschaft, zu welchem Ende er einen Bauerhof zu Apensenkaufte und die Brilleuburg, einen kleinen Hof bei Buxtehude,pachtete. Hier machte er mannigfache Versuche mit Ein-führung der damals hier noch fast unbekannten rationellenLandwirthschaft, schaffte Englische Ackergeräthe an u. s. w.

Schon am 7. März 1816 hatte er sich mit dem Fräuleinv. d. Wisch vermählt, in deren Besitze und in dem einer Toch-ter er fortan das schönste, seltenste Familienglttck fand.

Das Bremen- und Verdensche Husaren-Regiment ward1817 ein Uhlaneu-Rcgiment; jedoch trat Decken bald insein früheres Regiment, das 3. Husaren-Regiment, zurück,als dessen Chef er 1821 als Oberst nach Nordheim versetztwurde. Dort warf er sein Augenmerk vorzugsweise auf dieHeranbildung der Recrutcu und der jungen Pferde, um nachdem allmähligen Ausscheiden der altgedienten Leute einentüchtigen Nachwuchs zu erhalten. Da er ferner währendseiner Felddienstzeit die Wichtigkeit kennen gelernt hatte,welche gut passende Sättel für die Cavallerie haben, so be-schäftigte er sich anhaltend damit, die Constrnction der Un-garischen Sättel ans gewisse bestimmte Principien zurückzu-führen und es gelang ihm dieses in dem Grade, daß er eine genaueJnstruction dafür entwarf, welche die Allerhöchste Genehmi-gung erhielt und seitdem bei allen leichten Cavallerie-Regi-mentern als Norm gedient hat.

Am 17. Januar 1831 ward Decken zum Generalmajorund Chef der Cavallerie-Brigade in Celle ernannt. Bei derUmformung cks 1834 (wo die 8 Cavallerie-Regimenter auf4 reducirt wurden) erhielt er die 2. Brigade in Verden.

Um diese Zeit wurde Decken mit einer speciellen Missiondes Herzogs v. Cambridge nach London an den König betraut,um letzterem durch mündliche Erläuterungen Aufklärung überdie der Cavallerie so nachtheilige neue Organisation zu geben,und, wo möglich, deren Beseitigung zu erwirken. Wenn dieseMission auch erfolglos blieb, so zeigt sie doch das Vertrauen,welches der Herzog in Decken's gründliche und gediegene Kennt-niß von seiner Waffe, in die Urbanität seines Benehmensund in die Kraft seiner Beredsamkeit setzte. Letztere wollteauch in der Stände-Versammlung, worin er eine Zeitlangals K. Commissair saß, nicht durchdringen.

1838 wurde aber die Cavallerie wieder in 8 Regi-menter formirt und Decken avancirte am 4. Juni 1838 zumGenerallieutenant. Er erhielt die 2. Cavallerie-Divisionmit Beibehaltung seines Standquartiers in Verden.

1843, bei der Conzeutrirung des 10. Bundes-Armee-corps bei Lüneburg, bekam Decken das Commando der 1.Corps-Division, bestehend aus dem Hannoverschen undBraunschweigschen Contiugente. Hier zog die anhaltendenaßkalte Witterung ihm eine heftige Erkältung mit Lungen-entzündung zu, so daß er das Commando in den letzten Tagendem Gencrallieutenant v. Bock übergeben mußte.

Diese Erkaltung legte wahrscheinlich den Grund zuseinem spätern Brustleiden, welches ihn bewog, 1845 inPension zu gehen. Er starb aber schon in demselben Jahre.

Wenn Männer, die sich durch gewissenhafteste Pflicht-erfüllung, regen nnermüdcten Diensteifer und eine strengeRechtlichkeit auszeichnen, die damit eine seltene Milde undHumanität, eine unbestechliche Unparteilichkeit und ein exem-plarisches Familienleben verbinden, wenn Männer, die ingleichem Maaße und stets sich der höchsten Anerkennungihrer Vorgesetzten, wie der rührendsten Liebe und Verehrung