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sellschaftet mit seiner edlen Gastfreiheit, die Jedem willigdie Thüre öffnete, machte seine friedliche Wohnung zu einemSammelplatz guter Menschen, die gerne Theil an seinemGlücke nahmen und dafür manche frohe Stunde in dem zu-friedenen Zirkel seiner liebenswürdigen Familie erndteten.
Umsonst schlich der hämische Neid vorüber, umsonstbot er der Verleumdung die Hand, das Glück des nun ver-ewigten Mannes zu stören, keiner aber wagte es, diesesvortreffliche, selbstgeschaffene, ans so viele Tugenden gegrün-dete Gebäude zu verletzen; zudem hatte er keine Feinde, diean der Mitwirkung arbeiteten, und seine Freunde, sowieüberhaupt den würdigen Theil der Menschheit, hatte er sichdurch thätige Beweise seiner Freundschaft und Menschen-liebe dermaßen verpflichtet, daß nie noch das geschäftigeLaster auch mir den mindesten Schein des Nachtheils überihn verbreiten konnte. O glückliches, beneidenswerthesLoos! wie wenig Sterblichen wurdest du zu Theil, wie We-nige aber wählten auch die Richtschnur, nach der dieser Edleseine Handlungen abinaß, und sich die Herzen der Menschenso zu eigen machte, daß alle seine Freunde waren. Schade,daß die ersten Thränen, die er ihnen auspreßte, so baldfließen mußten.
Im October 1794 überfiel ihn eine heftige Krankheit,er fühlte, daß sie ihm tödtlich werden würde. Mit einerunnachahmlichen, ganz seiner großen Seele angemessenenGelassenheit kündigte er dieses seiner Gattin an, tröstete sieund seine Kinder und bat sie, sich in seinen Verlust zu fin-den. Ruhig blickte er auf seinem Sterbebette in die ver-gangene Zeit, deren Rückerinnerung ihm die frohesten Aus-sichten in die nahe Zukunft lieferte. Sehr bald aber raubteihm die immer zunehmende Fieberhitze den Gebrauch seinerSinne, deren er nur dann und wann auf eine kurze Zeitwieder mächtig ward.
Vergebens wareu alle angewandten Mittel! vergebensdas Flehen der Seiuigeu um die Erhaltung seines theuernLebens! die Vorsehung hatte es anders beschlossen. Derunerbittliche Tod schwang auf Befehl der höheru Machtseine Sichel und der Geist eines der größten Biedermännerentwand sich seiner schönen Hülle — die er nicht volle 43Jahre bewohnte — zu einem bessern Leben, am 7. No-vember, begleitet mit den Segnungen der Menschheit undmit den Thränen seiner Angehörigen und Freunde".
Nota Ä9.
GeneraUieutemmt Weipart Qckolph Hieroninms Wigmckv. d. Decken. 1781—1845.
(Siehe Seite 81.)
Er trat schon am 31. März 1794 als Cornet in das4. Hannoversche Cavallerie-Regiment, avancirte darin am1. Mai 1801 zum Seconde-Lieutenant und wurde Adjudant.Nach der Katastrophe von 1803 eilte er nach England, woer am 14. März 1804 eine Anstellung als Premier-Lieute-nant im 1. schweren Dragoner-Regimente der deutschen Le-gion fand. Mit solchem machte er 1805 die Expedition nachHannover mit und zeigte sich während der kurzen Dauerderselben bei der Errichtung des 3. Husaren-Regiments inStade so thätig, daß er eine Compagnie in diesem Regi-ments als Rittmeister erhielt. Er nahm sodann Theil 1807an den Expeditionen nach Stralsnnd und der Insel Rügen,sowie nach Kopenhagen, »nd 1808 nach Gothenburg.
Noch im selbigen Jahre wurde er mit seinem Regi-meute nach Portugal eingeschifft, wo es aber erst nach derConvention von Cintra (28 August) eintraf. Indessen wardihm bald eine Gelegenheit, sich auszuzeichnen und zwar unterSir John Moore, als dieser den berühmten Zug nach Ma-
drid unternahm, dessen Verlauf freilich unglücklich, jedochruhmvoll für die betheiligteu Truppen, insbesondere für das3. Husaren-Regiment war, welches gewöhnlich auf derschrecklichen Rctirade die Arriergarde bildete und u. a. dassiegreiche Gefecht von Benevente bestand. Nach der blutigenSchlacht bei Corunna ward das Regiment wieder nach Eng-land gesandt, wo es Ende Januar 1809 landete.
Dort müssig in Jpswich garnisonireud und ohneAussicht,fürs Erste wieder gegen den Feind verwendet zu werden, erfuhrDecken, daß das Herzogthum Bremen 1810 zum französi-schen Kaiserreiche geschlagen sei und daß die Besitztümerderjenigen Personen, welche in Englischen Diensten ständenund solche nicht sofort verließen, confiscirt werden sollten.Um sein Vermögen und namentlich das ihm nach seinesBaters Tode' zugefallene Gut Laak zu retten, entschloß sichDecken, wenn auch erst nach schwerem Kampfe, seine Stel-lung den Pflichten gegen seine Familie zu opfern. Auf seinAnsuchen erhielt er am 21. Juli 1810 den Abschied und