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Ihr Bruder, der Eutin'sche Kammerjunker Otto Die-drich v. Brummer (get. 15. Aug. 1713), war ein Gelehrter.Er lebte meistens iu Hamburg. Er hatte eine bedeutendeBibliothek gesammelt, welche von großem Werthe gewesensein muß, da dafür u. A. auch von der Kaiserin Katharinavon Rußland eine hohe Snmme, aber vergebens, geboten
worden sein soll. Dieser Brummer war unverhcirathetund starb schließlich in Schwinge.
Seine Bibliothek, nebst übrigem Nachlasse, erbte seineeben beregte Schwester, oder vielmehr deren Sohn, CarlHeinrich v. d. Decken. Sie befindet sich noch jetzt, abersehr dccimirt und ungeordnet, in. Schwinge.
Nota Ä8.
H<mpt»imm Carl Heinrich v. d. Decken. 1752—1791.
(Siehe Seite 78.)
Die „Annalen der Braunschw.-Lüneb. Churlande"IX. 294 enthalten folgende Lobschrift auf ihn:
„Ist es nur billig, die Namen der Helden, großer Ge-lehrten, und überhaupt Männer, denen das Schicksal eineauszeichnend glänzende Laufbahn anwies, für die Nachweltaufzubewahren? oder erhöht auch die Ausübung großerhäuslicher Tugenden so sehr den Werth der Menschen, daßsie mit jenen gleicher Rechte würdig sind? Unbezweifelt ge-wiß ist Letzteres der Fall; und so dürfen mit Recht die Ver-dienste des verewigten Herrn Hanptmann v. d. Decken diegegründetsten Ansprüche ans diesen Vorzug machen; .dasPublicnm aber wird es billigen, wenn die Hand der Freund-schaft, im einfachen Gewände der Wahrheit, und fern vondem Gepräge der Schmeichelei, den Vorzügen dieses Man-nes, dessen Beruf jene Eigenschaften ausmachten, ein Denk-mal errichtet, wodurch auch noch die Nachwelt erfährt: daßunserm Zeitalter ein Mann, mitten in dem Laufe seinesschönen Lebens entrissen ward, der als Gatte, Vater, Freundund Christ, große edle Eigenschaften in sich vereinigte, dienur zu oft nicht die Begleiter derjenigen sind, die das Glückzu seinem Lieblinge wählte; also der Werth derselben nochmehr erhöhet wird, weil sie das Werk eines guten Herzenssind, nicht aber durch widrige Schicksale — denen mancherAndere seine Tugenden verdankt — erzeugt worden.
Schon in seinen Jünglingsjahren entwickelte sich indem Wohlseligen der Hang zu stillen, unabhängigen Leben,welcher Neigung er denn um so mehr Genüge leisten konnte,da sein angecrbtes Vermögen zur Bestreitung der Bedürf-nisse des Lebens ihm sehr beruhigende Aussichten lieferte.Er entsagte daher schon in denen Jahren dem Geräuscheder Welt, wo in dem noch nicht völlig ausgebildeten mensch-lichen Herzen die Verführung nur zu oft die Oberhand ge-winnt und dann dadurch das Glück für die ganze künftigeLebenszeit zerstört wird. Er suchte sich durch den Genußländlicher Freuden für die Zerstreuungen des Stadtlcbenszu entschädigen, und verwandte nun die Muße, die ihm
übrig blieb, zur Vervollkommnung seiner Selbst. DasSchicksal führte ihm bald eine Gattin zu, die ganz seinerwürdig war, und die durch ihr sanftes Herz und sehr gebil-deten Verstand vollends das Feuer jugendlicher Leidenschaftenin ihm dämpfte, wodurch er denn schon im Jünglingsaltermit den Vorzügen reiferer Jahre geschmückt wurde. An derHand dieser vortrefflichen Gattin genoß er in voller Maaßedie Freuden des geselligen Lebens und durch das Gefühlseiner edlen Handlungen schuf er sich seine Tage doppeltangenehm.
Wenn je ein Sterblicher sich rühmen tonnte, daß ihmdie Zufriedenheit in dem Grade, wie je die UnVollkommen-heit des Erdenlebens sie gewährte, zu Theil wurde, so wares der Verewigte. Nie war aber auch gewiß kein Sterb-licher, der die Bürde des Glücks — die manchem Andernnur zu lästig wird — besser wie er zu tragen verstand.Weit vom Uebermuth entfernt, vergaß er nie die Vorzügezu erkennen, mit denen ihn die Vorsehung beglückt hatte,wodurch deun auch der Vorsatz in ihm zur Ausführungreifte, dieses Glückes würdig zu leben. Ganz diesem Vor-satz getreu, wandelte er stets auf dem Wege der Tugend,die denn so manche edle Handlung ihm vollführen half.Er unterdrückte nie die Gefühle der Wohlthätigkeit, im Ge-gentheil .
Diejenigen, die das Schicksal ihm nnterthänig machte,wurden von ihm nie als niedrige Sklaven unter das elendeJoch der Knechtschaft gebeugt, statt dessen aber erleichterteer ihnen durch gütige Nachsicht ihren Dienst und verbreitetedadurch Wohlstand und Freuden in ihren Hütten.
Seine Kinder liebte er zärtlich, jedoch war diese Liebenicht von der Art, daß sie ihn blind auf ihre Fehler machte;vielmehr suchte er jedes Aufkeimen derselben zu verhindernund sie durch eine sorgfältige Erziehung zu guten Menschenzu bilden.
Sein fester wahrheitlicbcnder Charakter, sein Bieder-sinn, seine unterhaltende mnntre Laune, dies Alles verge-
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