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leiten der verschiedensten Art es doch dahin gebracht, daß erin der Gesellschaft der beiden genannten Europäer und 55Blaun von Mombas aufbrechen konnte. Sein Ziel wardiesmals der Kilimandscharo, der vielbestrittene afrikanischeSchneeberg. Die erste Nachricht von Schneebergen wardurch die oben genannten Missionare nach Europa gekom-men. Diese Nachricht, vielfach als unglaublich bezeichnetund bestritten, war zu der Zeit, als v. d. Decken seine Reisenach dem Kilimandscharo antrat, noch unentschieden und ihmgebührt das große Verdienst, diese interessante Frage ge-löst zu haben.
Diese erste Reise zum Kilimandscharo dauerte im Gan-zen 108 Tage und obgleich es dem Reisenden nicht gelang,sein Vorhaben, den Gipfel des Berges zu ersteigen, durch-zuführen, so kaun er dennoch mit den Resultaten dieser Reisesehr zufrieden sein, besonders wenn man die höchst ungün-stigen Verhältnisse, unter denen sie ausgeführt wurde, be-rücksichtigt.
Als Hauptergebnisse dieser Reise bezeichnet der Baronselbst: erstens, daß Rebmanns Angaben in Betreff der Na-tur des Berges von ihm vollkommen richtig befunden wur-den. Der Schnee des Kilimandscharo ist schon zwischenKadiaro und Pare deutlich zu erkennen, das ist etwa meiner Entfernung von 20 Meilen von der Küste. DieReisenden hatten, wie v. d. Decken angiebt, sogar dendenkwürdigen Anblick zweier kleiner und einer größernSchneelawine. Die gemessene Höhe des höchsten Gipfelsder Berggruppe fand der Reisende zu 20,000 Fuß, dieSchueeregion ist 17,000 Fuß. Der Berg ist ein vulkanischer,Lava und verwittertes vulkanisches Gestein beweisen diesdeutlich genug. Nach Aussagen der Leute ist das Weiße währenddes ganzen Jahres auf dem Hauptberge zu sehen, dagegenverliert der östlich niedrigere Pik in der heißen Jahreszeitden Schnee. So haben auch die Missionare berichtet.
Das zweite Hauptresultat der Reise ist die Nieder-legung des Sees von Jipe, der ungefähr 25—30 englischeMeilen lang bei 2—2^/s Breite und 1700—1800 Fußüber der Meeresfläche.
Das dritte Ergebniß besteht darin, daß der Daffeta-fluß, der durch den See fließt, in Verbindung mit dem Muiund anderen von Dschagge kommenden Flüssen den Ruon,Rufn soder Pagani) bildet.
Mit diesem Erfolge aber noch nicht zufrieden, rüsteteHr. v. d. Decken im Jahre 1862 eine 2. Expedition nach demKilimandscharo aus. Zu dieser Reise hatte er noch einenjungen Gelehrten, den Dr. Kersten aus Altenburg, zu sichnach Zanzibar berufen. Dr. Kersten erreichte in 87 Tagen,von Hamburg um das Cap der Guten Hoffnung reisend,am 5. Juli Zanzibar. Dr. Kersten schreibt über den Herrnv. d. Decken: „Sehr angenehm war es mir, zu finden, daßder Hr. Baron gewandt und bewandert in astronomischenund geodätischen Messungen ist. Seine erste Reise nach dem
Kilimandscharo ist in wirklich musterhafter Weise festgelegtund durch Triangulation von der Küste bis zum Berge unddurch astronomische Beobachtungen dazwischen, allerdings ineinem Terrain, das für Triangulation wie geschaffen ist;überall einzelne Berge, wie Feldmaßbecken. Alle Messungensind mit einem guten englischen Theodoliten gemacht".
Am 28. August 1862 finden wir den Baron mit Dr.Kersten in Mombas. Das Klima schildert Dr. Kersten alsgleichmäßig und gesund (20—24 Gr. R.), die Vegetationreich und die Umgegend voll Abwechselung.
Am 3. October 1862 brach die ganze Karavane, be-stehend aus 4 Europäern, den Baron mit eingerechnet, 8schwarzen Dienern und 100 Trägern, außerdem 3 Eselnund 3 Hunden von Mombas nach dem Innern ans. VonMombas ging es zunächst nach Wanga, dann, sich nachWesten wendend, den Umbafluß aufwärts, Usambona südlichliegen lassend, nach Para und dem See Jepe. Dieser wurdein 14 Tagen erreicht, diesmal aber an dem im vergangenenJahre nicht bereisten Ufer untersucht und die auf der West-seite liegenden Ugonoberge, von wo die meisten Nachbarvöl-ker das Eisen beziehen, erforscht. Diese Berge sind etwasüber 5000 Fuß hoch und wurden bis zu 4000 Fuß er-stiegen. Nach Westen vordringend, erreichten die Reisendendie Aruschaberge. Die Wa-Masai, ein den Wa-Aruschaverwandter Volksstamm, hinderte die Expedition an demWeitergehen in dieser Richtung. Sie wollten unter keinerBedingung dem Baron gestatten, ihr Land weiter zu be-treten. Neun. Tage wurde ohne Erfolg unterhandelt, bisdie Wa-Masai eine feindliche Miene machten. Sie erklär-ten dem Baron endlich den Krieg und ließen ihm sagen, daß,wenn er nicht noch an demselben Tage ihr Land verließeoder die Hälfte seiner Waaren als Lösegeld gäbe, er selbstwie alle seine Leute am nächsten Morgen ermordet werden'sollten. An einen wirklichen Widerstand konnte der Baronnicht denken, denn seine Träger wären bei dem ersten An-griffe davon gelaufen und vier Europäer konnten sich un-möglich ein paar Tausend, die Feuergewehre keiueswegesfürchtende Wa-Masai vom Leibe halten; so nahm der Ba-ron seine-Zuflucht zu einer Kriegslist und schüchterte dieseHorde dermaßen ein, daß sie bald still abzogen. Da jedochder Versuch, hier weiter vorzugehen, Thorheit gewesen wäre,wendete sich die Expedition nach den in nördlicher Richtungliegenden Dschaggabergen. Ohne eigentlichen Führer brachteder Zufall die Reisenden in das kleine Königreich Uru, amFuße des Kilimandscharo. Die Einwohner desselben empfin-gen die Expedition freundlich, machten die besten Verspre-chungen, den Baron nach dem Berg zu führen, falls er beiihnen bleiben und nicht zu dem benachbarten Lambungagehen wollte. Der 18jährige Sultan schloß sich sofortan den Baron an. Die Brüder des verstorbenen Sultanaber wurden eifersüchtig über den Einfluß des Barons aufden jungen Sultan und zettelten eine Verschwörung an, die