Druckschrift 
Die Familie von der Decken : in ihren verschiedenen Verhältnissen dargestellt
Entstehung
Seite
119
Einzelbild herunterladen
 

selben waltete. Seine Wittwe überlebte ihn noch 20Jahre nnd verwaltete, in ihres Gemahls Fnßtapfen tretend,die Güter znm Theile bis zu ihrem Ende weise undgedeihlich".

Endlich befindet sich in v. Krohne's Adelslexicon (II.405) folgender Artikel über unsern Decken:

Der Landrath Claus Benedict v. d. Decken starb a.1775 in der Nacht vom 7. auf den 8. Märtz im 71. Jahreseines Alters. Er war ein sowohl wegen Tugend und Ver-dienst, als wegen dem Alter seines Adels, verehrnngswür-digcr Cavalier, den sowohl seine Familie, als das ganzeLand sehr betrauert hat. Als im vorigen Kriege das ganzeChurfürstenthum Hannover das Joch des Krieges empfand,

hielt er das Land Kehdingen frei davon, obgleich die Fran-zösischen Generäle alle nur möglichen Versuche dagegen an-wandten. Nachdem er seine Landrathsstcllc niedergelegthatte, schlug er zweimal ans, Präsident der Bremischen Rit-terschaft zu sein, und ob er gleich nur als eine Privatpersonans seinen Gütern lebte, so machte doch das große Vertrauen,welches seine Kenntnisse ihm zugezogen, daß er der Richternnd Rath des Adels eben so wohl, als des Volkes warnnd seine Rathschläge wurden wie Orakel angesehen. Inallen Uneinigkeiten nnd Processen der Familien wurde erum Rath gefragt und es gelang ihm fast immer, die Par-theien zu vereinigen. Sein Andenken wird in diesem Landelange gesegnet bleiben".

Nota ÄS.

Hauptmann Benedict Georg v. d. Decken. 17401794.

(Siehe Seite 73.)

In denAnnalen der Brannschw.-Lüneburgschen Chnr-lande" IX. 335 wird er folgender Maßen charakterisirt:

Biedre Redlichkeit, ein edles menschenfreundlichesHerz, das nie von steten Ausflüssen der wohlthätigsten Wärmegegen Freundschaft und leidende Menschheit erkaltete, undnngehenchelte Religionsverehrnng, erwarben ihm im Lebeneine allgemeine Liebe und Hochachtung, und das Denkmal,

welches er sich dadurch in den Herzen aller guten Men-schen, die ihn kannten, errichtet hat, wird keine Zeit zerstö-ren. Manche von ihm im Stillen ausgeübte Wohlthatrührt noch jetzt den Dankbaren zu Thränen, nnd segnenderNachruhm der von ihm erquickten Armuth umschwebt dieGruft dieses Edeln. Sanft ruhe seine Asche!"

Nota SA.

Hanptmannm Hedwig Elise v. d. Decken. 17591848°

(Siehe Seite 73.)

Dieselbe erblickte das Licht der Welt zu Rittershausenund verblieb daselbst im älterlichen Hause bis zu ihrer bereitsim 17. Lebensjahre erfolgten Verheirathung mit dem Haupt-mann Carl Heinrich v. d. Decken a. Schwinge.

Ihre Erziehung war eine unverweichlichte und natur-gemäße; sie bewegte sich gern und viel im Garten und imFelde, woneben sie jedoch nur einen beschränkten Unterrichtbei dem Pastor Kerstens in Balje, genoß. Aber das Vor-bild ihrer gottesfürchtigen und pflichtgetreuen Aeltern, beson-ders ihres thatkräftigen Vaters (siehe über ihn die Nota 21),wirkte segensreich auf sie ein. So entwickelten sich ihrevorzüglichen natürlichen Anlagen sehr glücklich und verliehen

ihr ein Maaß von Herzensgütc, Verstandesschärfe und Charak-terfestigkeit, wie es vereint Frauen nur selten zu Theil zuwerden Pflegt.

Ausgerüstet mit solchen Eigenschaften, wurde es ihrmöglich, durch die ihr bevorstehenden Stürme des Lebenssich und die Ihrigen unversehrt zu führen nnd ihren Kinderndie ererbten nnd vermehrten Güter in den günstigsten Ver-hältnissen zu überliefern. Denn schon 18 Jahre nach derVerheirathung verstarb plötzlich an einem hitzigen Fieberihr Gatte, mit dem sie in der glücklichsten Ehe gelebt hatte(siehe über ihn die Nota 28). Er hinterließ ihr, der 35jäh-rigen Wittwe, sieben unerzogene Kinder und einen großen,