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Die Familie von der Decken : in ihren verschiedenen Verhältnissen dargestellt
Entstehung
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Derselbe ruht auf vier Löwen-Klauen, der Fnß ist mitTrophäen verziert. Sechszehn erhaben gearbeitete Schilderenthalten die Namen von Achtzehn Hanpt-Schlachten, wel-chen der Herr Oberst v. d. Decken während seiner activenmilitairischen Lansbahn beiwohnte. Zwei Wappenschilder,von Lorbeer-Kränzen nmgränzt, das eine die Inschrift:Dem Oberstlieutenant v. d. Decken die Bataillons-Came-raden", das andere das Freiherrlich v. d. Deckensche Wap-pen enthaltend, bezeichnen die Dedication. Soldaten derJäger-Garde, der Königlich Dentschen Legion und der Kur-hannovcrschen Armee bilden die Schildhalter. Den Deckelziert eine geschmackvolle Trophäe von Fahnen, Gewehren,Hirschfängern und andern entsprechenden militairischen Em-blemen, unter welchen die Namen der Individuen des Os-sicier-Corps gravirt sind. Die Ausführung der Arbeit ist

von dem hiesigen Gold- und Silber-Arbeiter, Herrn Drewes. Der Herr Oberst war durch diese gänzlich unerwarteteFeier sichtbar auf das Freudigste überrascht und gerührt;und möge sie dem würdigen Beteranen noch lange ein le-bendiges Denkmal sein, wie eine ungewöhnlich thatenreichekriegerische Laufbahn auch in einem langen Frieden die-jenige ehrende Anerkennung findet, welche durch das Bandder Cameradschaft bewirkt und unschätzbar wird".

Der Bruder unsers Oberst, der OberstlieutenantChristoph v. d. Decken, hat sich in der Hannoverschen Armeegleichfalls sehr hervorgethan. Insbesondere bewies er inder Schlacht bei Waterloo als Commandeur eines am mei-sten cxponirten Feld-Bataillons eine so ausgezeichnete Bra-vonr, daß ihm dafür der Gnelphenorden zu Theil wurde.

Nota St.

Grase, Amdrath und Drost Claus Denediet v. d. Decken. 17941775.

(Siehe Seite 73.)

Er wurde zuerst durch Informatoren zu Fleiß undGottesfurcht angehalten. 1791 brachte ihn sein Vaterkurz vor dessen Tode auf das Stader Gymnasium, wel-ches er 31/2 Jahre laug frcquentirte, unter Rector Rothund Conrector Huber. Sodann stndirte er 2 Jahre langin Halle, wo er hauptsächlich die Vorlesungen der Geh.Räthe Boehmer und Gundling fleißig benutzte. Hiernächsthielt er sich eine Zeit über zu Hause auf, bis er von dortab eine größere Reise durch Holland, Belgien, Englandund Frankreich antrat. 1731 ward er Quartalsverschlags-Commissair und auch noch in demselben Jahre Gräfe desLandes Kchdingcn-Freibnrg. Später ward er Landrath,nachdem er schon vorher den Titel Drost erhalten hatte.Aller dieser Postenentschlug er sich zuletzt, um besser derGottesfurcht leben zu tonnen und ein-ruhiges und vergnüg-tes Leben in aller Stille zu führen".

Vorstehendes habe ich seinen eigenen Notizen entnom-men, welche scheinbar in schon hohem Alter aufgesetzt sind.Von. einer andern Hand finde ich Folgendes über ihn be-merkt :

Decken übernahm, als ältester Sohn, das väterlicheGut Rittershansen nur mit Widerwillen, da er die Land-Wirthschaft, deren er anfänglich auch ganz unkundig war,und das Landleben überhaupt nicht liebte. Vornehmlichwar ihm, der so lange in andern Verhältnissen sich bewegthatte, die Kehdinger Lebensweise durchaus nicht zusagend.Er überwand indessen gar bald diese Antipathieen und Vor-

urtheilc. Ein kluger, arbeitsamer und rechtschaffener Mann,ward er auch sehr schnell ein tüchtiger Landwirth und alssolcher und durch die ihn sonst auszeichnenden Eigenschafteneine viel zu Rathe und zu Hülfe gezogene und höchst geehrtePersönlichkeit im Lande. Er hatte die väterlichen Gütermit vielen Schulden übernommen und es ging ihm zuerstso knapp, daß stets große Sorgen mit der Zeit eintraten, inwelcher die Zinsen und das Gesindelohn bezahlt werdenmußten. Doch wurden die Schulden allmählich durch ein-fache Lebensart, Sparsamkeit und umsichtige Verwaltungnicht allein abgetragen, sondern er konnte auch noch vieleGüter zukaufen und schließlich seinen Kindern ein ansehn-liches Vermögen hinterlassen. Seinen Vorsatz, nicht ehergutes Kutschgeschirr sich anzuschaffen, als bis er seine Schul-den abgetragen, hat er treulich ausgeführt, indem er bisdahin zu den vielen Reisen, welche er als Gräfe und Land-rath machen mußte, sich stets nur gewöhnlichen Ackergcschirrcsbediente. Bei seine» ihn sehr in Anspruch nehmendenOfficial-Geschäften cutging ihm doch Nichts in seinem Haus-halte. In letzterer Beziehung ward er freilich auch beson-ders von seiner letzten Gemahlin unterstützt, obgleich selbigemit manchen körperlichen Leiden zu kämpfen hatte. Diese um-fing mit gleicher Liebe ihre leiblichen, wie ihre Stief-Kinder.Auch er war ein zärtlicher Vater und sparte zur Ausbil-dung seiner Kinder keine Kosten. Beide Gatten waren strengreligiös und Sittlichkeit und alle Tugenden in Rittershausenheimisch, weshalb auch der Segen des Himmels über dem-