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Die Familie von der Decken : in ihren verschiedenen Verhältnissen dargestellt
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Danach hätte die Mutter des Jürgen v. Hcimbruch,gleich derjenigen unseres Joachim v. d. Decken, ebenfallsHyppolita v. Bülow geheißen. (Die Abstammung dieserbeiden Hyppoliten geht aus dem gedruckten v. BülowschenGeschlechtsregistcr nicht hervor, worin die Frau v. Hcim-bruch auch gar nicht erwähnt wird.) Die Verwandtschaftzwischen den beiden Herren bcruhcte aber auch möglicherWeise nur auf dem Umstände, daß Gertrud v. d. Berge,die Gemahlin des Jürgen v. Heimbrnch, eine Schwestervon Jnttc v. d. Berge, der Gemahlin des Vaters-Brndcrsdes Joachim, Johann, gewesen wäre.

Hans v. Bülow gn. könnte ein Bruder von JoachimsMutter gewesen sein, da dieser ihn, wie gesagt, Oheimwelche Benennung damals freilich sehr weit ausgedehnt undfür alle möglichen Verwandschafts- und Schwägerschafts-Verhältnisse gebraucht wurde titnlirt; ebenso vielleicht^ auch Fritz v. Bülow.

Nicht weniger enge Beziehungen scheinen Joachim anBalthasar v. Ahlefcld und Fritz v. d. Berge (vielleicht einBruder oder Neffe der eben gedachten beiden Damen v. d.Berge) geknüpft zu haben. Insbesondere gab sich erstererJahre lang die größte Mühe, nicht nur die persönlichenIrrungen zwischen beiden fraglichen Eheleuten (Joachim undChristine) zu beseitigen, sondern auch ihre Finanzen zu re-gulircn, überhaupt ihnen in jeder Hinsicht Hülfe zu leisten.Er stand zu diesem Zwecke in fortwährendem Briefwechselmit ihnen, scheute mehrfältige Reisen in hiesige Provinznicht, um Terminen, die Behuf Arrangements mit ihrenGläubigern Statt fanden, beizuwohnen (so erschien er ineinem solchen zu Stade 1603, nebst Fritz v. d. Berge undJürgen v. Heimbrnch) und verbürgte sich sogar, ck. ck. Jtzehoeden 39. Juli 1613, für Christine und ihren Sohn Garlefwegen 14,000 M., die sie noch den früheren Curatoren Clausund Heinrich v. d. Decken an Vorschüssen schuldeten.> Später, 1616 und 1617, correspoudirte Balthasarauch mit dem damaligen Großvogtc Vollrad v. d. Decken,gleichfalls um Streitigkeiten beizulegen, in welche selbigermit eben beregtcm Garlef v. d. Decken gerathen war, unddie noch in den von des letzteren Vater, Joachim, wie obenberichtet, an Vollrad gemachten Verkäufen ihren Grundhatten. Balthasar nennt dabei nicht nur Vollrad, sondernauch Garlefseinen lieben Oheim". Die hier obwaltendeVerwandtschaft habe ich bisher nicht zu entdecken vermocht.Balthasar wird übrigens als Dänischer Rath und Amtmannzu Steinbnrg bezeichnet.

Eine Andeutung hinsichtlich der Herkunft von JoachimsMutter, Hvppolita v. Bülow, dürfte darin zu befinden sein,wenn derselbe in einem Processe mit seiner Frau Christinesagt:Diese habe seiner scel. Frau Mutter Kasten, Frauen-gerade, Kisten und etzlich Eingedömpt, so noch in Rechtstreitig und deßwegen mit denen v. Heimbruch und Ilsenvom Berge, Dicdrich Maltzahns ehelichen Hausfrau die

dessen alles ein besteudigs Inventarium bei sich in ihrerVerwahrung ein unwandelbar Illtispsnclsrm vorhanden,ihm, ihrem Ehemanne, aiieuirt".

Was den mchrgcdachten Fritz v. d. Berge betrifft (geb.Pfingsten 1560, verm. 15. September 1583 mit Libicav. Hahn), so war er Hauptmann und Lüncburg. Landrathund starb am 1. November 1633 als letzter seines berühm-ten Geschlechts. Er besaß die Güter Garz und Lindhorst,welches letztere schon lange in den Händen seiner Familiegewesen war. Dasselbe muß sodann auf Jürgen v. Heim-brnch übergegangen sein, der es, dem Obigen nach, besaß.

Noch bemerke ich, daß die nahe Bcfreundnng der be-legten v. Hcimbruch's mit Joachim auch schon aus demUmstände erhellt, daß letzterer, als er einmal eine Curatelüber sich mußte verhängen lassen, zum Mit-Curator Anfangsden Heinrich, dann aber den Jürgen v. Heimbrnch vor-schlug, welche jedoch beide ablehnten.

Unsere beiden Ehelcute erwiederten nun übrigensin-dessen, wie es scheint, nie gemeinschaftlich die vielenBcsnche,welche sie, dem Gesagten nach, von ausländischem Adel er-hielten, in reichlichem Maße. Christine machte, nach Aus-weis' der Acten, besonders öftere Reisen nach Mecklen-burg ; Joachim dagegen blieb mehr in der Nähe, nament-lich in Holstein.^) nahm er z. B. einen längcrnAufenthalt in Uetersen; dann war er wieder in Jtzehoeoder Rendsburg, vielfältig aber auch in Dahlenbnrg, woer sich vielleicht nur rcndez-vons mit MecklenburgischenFreunden gab.

Des zahlreichen Gesindes, welches Christine hielt, istschon beiläufig gedacht. Ihre Kammcrjnngfer hieß Ennav. d. Decken. Aber auch Joachim blieb in dieser Hinsichtnicht zurück; er hatte, wenigstens als er noch völlig selbst-ständig war, Schreiber, Jäger, Kutscher, Reitknecht u. s. w.

Sie residirten bald in Bullenhanscn, bald in einemihrer Stader Häuser (das von Christine geerbte väterlicheWohnhaus daselbst hatten sie indessen schon frühzeitig für1500 Mark verkauft), später aber vielfältig in Wirthshäusern,abgesehen von der vielen Zeit, die sie auf Reisen zubrachten.

Daß beide Ehegatten, insbesondere aber die Frau,höchst proceßsüchtig waren, ist schon mehrmals angedeutet.Man findet sie ihr ganzes Leben lang in Rechtshändcl ver-wickelt, die sie meistens selbst frivoler Weise provocirten.Ich will ans einige derselben näher hineingehen.

Schon bald nach Joachim's Schwiegervaters, Garlefv. Platc, Tode, wurde er von dessen damals ältesten Bru-

I) Es fand damals überhaupt von hieraus mit Holstein und andern be-nachbarten Provinzen theils als Grnnd, theils als Folge der vielfachen Ehebünd-nissc, welche zwischen dortigen und hiesigen Adclichcn geschlossen wurdenein ungleich lebhafterer adrlicher Verkehr Statt, als in spätern Zeiten, wo solcheVerbindungen fast ganz aufhorten; nur erscheinen auch dann noch, namentlichvon unserer Familie, manche Glieder in Dänischen Kriegsdiensten.

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