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Die Familie von der Decken : in ihren verschiedenen Verhältnissen dargestellt
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Stadt Stade" welchen Joachim Ostern 1595 dem Abte desMarienklosters für 790 Mark überließ ^);

2) ein Gartenaus dem Großen Thore (zu Stade)belegen", welchen der Zöllner Troyel Lanrentii 1596 für159 Mark von Joachim ao^uirirts ^);

3) verschiedene Güter zu Middclstorf, Dudcnbüttel,Perleberg, am Schwarzenberge n. f. w., welche laut derUrkunde von Ostern 1596 Joachim an Vollrad v.d. Deckenfür 6990 Mark veräußert hatte.

Die Cnratel sah sich auch ihrer Seits gezwungen, zubedeutenden Alienationen zu schreiten, um die andringendenCreditoren zu'befriedigen. Das Gut Bnllenhanscn (vick.dieses) gerieth ans solche Weise in die Hände des StaderMagistrats, und nicht weniger wurden die zahlreichen Ge-bäude, welche Joachim in Stade besaß, 1619 an den obengedachten Abt für 7999 Mark vertäust. Dieselben solltenfreilich, wie Frau Christine später behauptet, wenigstensden vierfachen Werth gehabt haben, indem von ihnen über590 Thlr. Miethe bezogen sei. Bei dieser Gelegenheit sagtindessen der Erzbischof als er als Obercurator wegendieser Veräußerung von Christine in Anspruch genommenwurde:Die Häuser seien sehr baufällig gewesen undhätte fast die Hälfte der Miethe zu ihrer jährlichen Repa-ratur verwandt werden müssen. Auch hätten die alten Jn-guilincn gekündigt und es seien keine neue zu bekommen,die gleiche Miethe geben wollten, iumaßen notoris, daßnach Abzug der Englischen und andern fremdenNationen von Stade, gar viele Hänser daselbst ctzlicheJahre lcdig und unbewohnt gestanden, und auch soustcninsgemein scithero die Häuser in Stade fast nicht den halbenTheil der Hauer einbringen können, als was sie sonst ge-than". Die fraglichen Häuser bestanden übrigens, nachChristinens Angabe, aus folgenden:

1) einem gar großen Adelichen Wohnhause;

2) dreien ncugcbauten Wohnhäusern;

3) vier andern Wohnhäusern hinter jenen;

4) zwölf Gottes-Wohnnngeu, so sondere Gerechtigkei-ten haben.

Sie lagen am Sande, am Bischofshofe und an derReeperbahn. Von Joachims eigentlichen Wohnhause am

Sande sahen die vorderen Stubennach dem Markte".(Daß Joachims Behausung unmittelbar ans Kloster stießund daß dieses damals, 1595, noch mit Stroh bedeckt warwird auch bei Pratje, Altes und Neues IX. 113 bemerkt.)

Die Schuld an allen jenen Vermögens-Deteriorationenschoben sich nun die Ehegatten gegenseitig zu. Christineklagt u. A.:Joachim wolle immer viel Gasterei halten,alle Woche eine Tonne Hamburger Bier und jede (?) Mahl-zeit 24 Essen haben; er habe 40 Mark auf einmal fürKarpfen und Krebse ausgegeben und in Einem Jahre mitseinen Gästen allein für 199 Gulden Coufect verbraucht;auch habe er 790 Mark für 1 Pferd bezahlt, das er vonHermann v. d. Decken gekauft und hochmüthiger WeiseChurfürst" genannt habe; ein solcher Preis sei doch füreinen bloßen Edelmann zu hoch n. s. w."

An auswärtigen Gästen fanden sich bei Joachim be-sonders häufig ein: Balthasar v. Ahlcfeld (a. Rendesburgoder Stendcsb.), Detlev v. Ahlefeld, Kap v. Nantzau, Hansv. Bülow (er wird bald als in Mecklenburg, bald als inDahlenburg ansässig bezeichnet), Fritz v. Bülow, Fritz v. d.Berge, Jürgen v. Heimbruch (a. Karoxborstel) und Hein-rich v. Heimbrnch.

Bon diesen müssen Jürgen v. Heimbrnch und Hansv. Bülow vorzugsweise intim und auch in verwandschaftli-chen Verhältnissen zu Joachim gestanden haben, da letzterersie in mehreren noch vorhandenen Briefen rosx. Oheimund Bruder und Oheim, beide auch Du nennt. (Christineredet dagegen den Jürgen v. Heimbrnch alsSchwager"an. In einem Briefe an ihn, cks 5. Mai 1591, sagt sie:er sei immer ihr lieber Schwager und Freund von Anbe-ginn her gewesen; er möchte doch ihren Mann Joachimnehmen und mit ihm zu Fritz v. d. Berge ziehen; sie wollteauch, daß sie Hans v. Bülow dazu vermöchten; dann wolltesie auch alda sein, damit doch einmal ein Ende davonvon ihrem Hader mit Joachim würde).

Jener Jürgen v. Heimbruch dürfte derselbe sein, wel-cher auf nachstehendem leider aller Jahreszahlen crman-gelnden, doch sich jedenfalls ans das 16. Jahrhundert be-ziehendenBruchstücke des v. Heimbrnchschen Stammbanmsvorkommt:

Georg v. Heimbruch a. Lindhorst und Carocksbostcl. Gem.: Politta v. Bülow.

Jürgen v. Heimbruch a. Lindhorst und Carocksbostcl, Lüneb. Großvogt und Geh. Kämmerrath zu Celle.

Gem.: Gertrnde von dem Berge.

, .

Heinrich v. Heimbr., Erbherr das. Gem.: Heidewig v. Gilten.

9 In dem betreffenden Contractc sagt Joachim, gewisser Maßen znrEntschuldigung dieses Verkaufs, daß er dem Abte verkauft habe »einen gerin-gen Placken von meinem großen Hofe, zu meinem großen Wohnhanse ge-hörig, am Walle und an des Klosters Heimlichkeit gelegen, so mir bishcrogar nichts fnrgetragcn, sonderlich wegen des großen Gestanks, so von desKlosters anstoßender lutrin deß Orts stets gewesen." Der Abt behauptetspäter, dieser Platz sei so klein, daß sich kaum eine GanS darauf satt fressen könne.

»Bekenne" heißt es in dem bezüglichen Instrumente, »daß ich ausvorbetrachtcm reifen Rath, auch meines HauSkrcutzeS willen, somich in Nachtheil! und Schulden versetzet, verkauft habe dem ZöllnerChristian Troyel in Stade mein erbeigen Stück Kohlhöfrs, vor demGroßen Thor vor Stade, zwischen Johann Brummers und Clans GrevcusKohlbleken belegen".