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Nota O.
Lieutenant Gurchard Cart Friedrich n. d. Decken. 1779—1800.
(Siehe Seite 53.)
Sein kurzes — mir weiter auch nicht bekanntes —Leben gewinnt nur durch seinen Tod und dessen Veranlas-sung Interesse. Ich stelle folgendes ans diesen Tod Bezughabende Schreiben — nach einer etwas undeutlichen Ab-schrift, für deren orthographische Treue ich nicht einstehenwill — voran:
„Durchlauchtigster Printz!
Ew. Königl. Hoheit gnädiges Erlaß vom 15. Octobcrübcrschicktc mir der vor dem Feind am 28. dieses gebliebeneHeld von der Decken grade ein par Tage vor seinemTodt, welcher mit Lorbeern bedeckt, durch einen Schuß imKops gestorben. Er war sehr braf, und wird von miß alsein Verlust bedauert, und war würcklich gantz Ew. König-lichen Hoheit Anempfehlung würdig. Mir ist es doppeltleid Ihm nicht mehr dienen zu können, so woll weil erswürdig war befördert zu werden, als auch weil Ew. Königl.Hoheit es wünschten.
Für die Gnädige theilnahme, welche Höchstdieselbcnan meiner Anstellung zu ncmen geruhen erstadte ich meinenallerunterthänigsten Danck.
Erlaße mich zu Huld und Gnaden, in der tiefstenEhrfnrgt
Ew. Königlichen Hoheit
allerunterthänigft gehorsamsterAmpfing in Bayern v. Stchisist (?)
Den 30. November 1800. K. K. Feldmarschall-Lieutt.".
Der obige „Held" ist, wie gesagt, unser Decken. Das
Schreiben ist an den Herzog von Cambridge gerichtet. Alsjener, Lieutenant in der Hannoverschen Fnßgardc, einenCameraden — wenn ich nicht irre, einen Lieutenant v. d.Busschc — im Duell getödtet und deshalb hatte flüchtenmüssen, widmete der gedachte Herzog ihm eine große Theil-nahme und verschaffte ihm auch eine Licutcnantsstclle imOesterreichischen Heere, in dem berühmten 12. Hnsaren-Regimente.
Decken war von dem unglücklichen Ansgange des Duellsaußerordentlich afficirt worden und suchte, wie man sagt,absichtlich den Tod. Dieser Wunsch wurde ihm denn in derThat möglichst schnell gewährt. Denn das Gefecht beiSteinharing, in welchem er am 28. November blieb,war das erste, welches nach Ablauf des Waffenstillstandesvon Parsdorf und überhaupt nach Deckens Anstellung inÖsterreichischen Diensten vorfiel. Fünf Tage später —am 3. December —- erfolgte die verhängnißvolle Schlachtbei Hohenlinden. Bei Ampsingen übrigens, von wo dasobige Schreiben am 30. November datirt ist, schlugen fol-genden Tages — 1. December — die Oestcrreicher unterErzherzog Johann den Französischen General Grcnier. —
Noch bemerke ich, daß der unter jenem Schreiben ste-hende undeutliche Name wahrscheinlich „Stipsitz" heißen soll.Dem Könige von Preußen wurde 1815, während des Con-gresses zu Wien, ein Österreichisches Husaren-Regimentverliehen, dessen Inhaber früher v. Stipsitz gewesen war.
Nota 7.
Joachim v. d. Decken. 1556— circa 1608.
(Siehe Seite 57).
Joachim war, als sein Vater starb, erst 10 oder 11 Landdrost Jost Behr zum Vormunde bestellt, zugleich auchJahre alt. Dieser hatte ihm in seinem Testamente den das Bremer Domcapitel (?) um die Oberaufsicht ersucht.