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Angriffe der Alliirten in das dichte Gewühl der Fechtendenverwickelt worden nnd ein französischer Dragoner stand imBegriffe, den General vom Pferde zn hauen, als ein —deutscher Husar, Schütte, ihn rettete. Sein Oberadjudant,der Rittmeister Georg v. d. Decken, verdankte, nachdem seinPferd erschossen war, seine Befreiung ans den Händen desFeindes nur der Kühnheit eines englischen Officiers".')
B- II. pa»-. 303. Schlacht bei Orthez. 27. Februar1814.
„Die Alliirten verloren ungefähr 180 Mann an Ge-ködtctcn nnd 1200 Alaun an Verwundeten. Unter denschwer verwundeten Officieren befand sich der RittmeisterGeorg von der Decken, aidc de Camp des General SirStapleton Cotton". (Decken hatte einen Schuß in den rech-ten Oberschenkel erhalten; die Kugel war nicht zu findennnd verursachte ihm durch ihre allmählige Senkung bis znseinem Tode viele Schmerzen und Unbequemlichkeiten.) —
Nach beendigtem Kriege — in welchem ihm 5 Pferdeunter dem Leibe erschossen worden waren —, nachdem dieLegion heimgekehrt nnd aufgelöset war, trat Decken in Han-noversche Dienste über und zwar als Schwadronschef undtit. Major (ck. cl. 20. Februar 1816) in das Garde-Hu-saren-Regiment. Am 24. Januar 1831 ward er Oberst-lieutenant, am 4. März 1840 Oberst, am 30. September
1845 Commandeur der 1. Cavallerie-Brigadc/) am 4. Juni
1846 Generalmajor, am 6. Juni 1851 Generallicutenantnnd Generalinspcctor der Cavallerie nnd am 30. Mai 1855General der Cavallerie. Auch wurde er 1856 Mitglied desStaatsraths.
Am 4. April 1833 vermählte er sich mit der Prin-zessin Lonise von Hessen-Cassel, Schwester der Herzogin vonCambridge.
Am 30. Januar 1835 ward er in den Grafcnstanderhoben. Im selbigen Jahre brachte er das alt-väterlicheGut Ocrichsheil wieder an sich, welche sich eine Zeitlangim Besitze der IV. Linie befunden hatte.
Er ward auch bei besondern Veranlassungen zn ver-schiedenen ehrenvollen Missionen an fremde Hose ge-braucht, so n. a. nach Wien, nach Petersburg und nachBerlin.
HAuf dicst Affaire bczicht sich wahrscheinlich folgende Bemerknng desschütze» Friedrich Lindau sin seinen »Erinnerungen ans den Feldzügen derdeutschen Legion" Hameln 1816.): »Unter den den Nachfolgenden — Znnick-getricbencn — war ein Rittmeister, in welchem mein Nebenmann den Herrnv. d. Decken erkannte, welcher ohne Hut bei einem Dragoner auf dem Pferdesaß und uns zurief: »Steht fest, deutsche Bruder, die Hundsfötter können unsnichts thun".
2) Nur mit Schmerz verließ er damals das Regiment, in welchem er 11^ahrc gedient hatte. Bei dieser Gelegenheit verehrte ihm das Offmerrorps des-selben eine schöne silberne Reitersiatne und daS UntcrofstcierrorpS einen silbernenBecher.
An äußern Auszeichnungen anderer Art hat es ihmgleichfalls nicht gefehlt. Er war Inhaber
1) des Großkrenzes des Hannoverschen Guelphenordcns;
2) des Preußischen rothen Adlerordens erster Classein Brillanten;
3) des Oesterreichischen Ordens der eisernen Kroneerster Classe;
4) des Russischen St. Annenordcus erster Classe inBrillanten;
5) des Schwedischen Schwerdtordcns erster Classe;
6) des Brannschweigschen Ordens Heinrich desLöwen erster Classe;
7) des Chnrhcssischen Wilhelmsordcns zweiter Classe(Commandeur);
8) des Hannoverschen Ernst-Augnst-Kreuzes ;
9) der Kricgsdenkmünze für die freiwillig in diedeutsche Legion getretenen Krieger;
10) der Großbritannischen Kriegs-Mcdaille (für 9Schlachten);
11) der Großbritanischcn Watcrloo-Medaille.
Im Gefühle seiner durch die Wunden nnd ein gastrischesFieber geschwächten Gesundheit fand er sich bewogen, am6. Mai 1859 sein Entlassungsgesnch einzureichen, in Folgedessen er zur Disposition gestellt wurde. Er rcisctc mitseiner hohen Gemahlin nach Schloß Nnmpenheim, wo auchfast die ganze Familie derselben sich versammelt hatte. Hierentschlief er nach rascher Abnahme seiner Kräfte am 20.August <Z. a. nnd ward in das Landgräsliche Erbbegräbnis;beigesetzt. —
Was unseres Generals militairischc Wirksamkeit im Frie-den betrifft, so lag dieser immer das Streben zum Grunde,die Cavallerie ans den höchstmöglichen Grad der Vollkommen-heit zu bringen. Selbst Soldat durch nnd durch, nnd Ka-vallerist mit Leib und Seele, schwebte ihm das Ideal dessel-ben immer vor Augen, und dieses Ideal zn vcrsinnlichcn,es practisch zn verwirklichen, hatte er zur Aufgabe seinesLebens gemacht. Stets sann er auf Verbesserungen desMaterials, der Waffen und Equipirnng nnd überwachte un-ermüdet, besonders als Inspecteur, die Ausbildung derMannschaft zn Fuße in den Rcgimentsschnlcn, im Reit-hanse, ans dem Excrcicrplatze nnd im leichten Truppendienste,welcher letztere ihm besonders am Herzen lag. Gründlichbewandert in alten Zweigen des Dienstes und in allenReglements, entging seinem scharfen Auge nicht der geringsteFehler, seinem Ohre kein unrichtiges Commando; dabei ver-stand er es, nicht nur sein Regiment, seine Brigade, son-dern auch größere Cavallerie-Masscn — als er z. B.1856 sechs Regimenter mit Reitender Artillerie kommandirte— so einfach, leicht nnd rasch zu bewegen, daß man sah,daß er auch den Geist der neueren Cavallerie-Taktik ganzund vollständig begriffen hatte. Dabei war er seinen Kor-rektionen strenge aber gerecht, nie ausfahrend und tränkend.