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Am 4. Juni 1814 wurde er zum Britischen Gencral-licntenant eruauut.
Active Kridgsdicnste hat er seit 1807 bis 1814 nichtmehr geleistet, obgleich er sich au den Expeditionen im Bal-tischen Meere und 1813 und 1814 im nördlichen Deutsch-land indirekt bethciligte. ')
Dagegen organisirte er 1815 kurz vor dem Fcldzngeeiligst ein Hannoversches .Reserve-Corps von 9—10,000Mann, über welches er den Oberbefehl erhielt. Er rücktedamit auch nach Brabant, ohne aber ins Gefecht zu kom-men. Wahrend der Schlacht bei Waterloo stand er in derGegend von Brüssel.
Nach Beendigung des Krieges machte ihm der Prinzvon Oranien und später auch der König von Preußen sehrglänzende Anerbictnngen, um ihn in ihre Dienste zu ziehen.
Ins Baterland zurückgekehrt, war er einer der ersten,die im Jahre 1815, bei Stiftung des Hannoverschcn Gnel-phcnordcns, das Großkrenz desselben empfingen.
Am 6. September 1816 wurde er zum HannoverschenGeneral-Fcldzengmeistcr (und Chef der Artillerie) ernannt.Dieser Titel, womit der Rang eines wirklichen Generalsverknüpft war, wurde für ihn neu geschaffen; wie man sagt,ans Beranlassnng von Rang- oder Ancicnnitäts-Consliktcnmit dem General Carl V .Alten, welcher an demselben TageGeneral der Infanterie wurde.
Decken beschäftigte sich von nun an wieder vielfach mitschriftstellerischen, namentlich historischen Arbeiten. Nochim Jahre 1816 widerfuhr ihm die seltene Auszeichnung,Mitglied der Societät der Wissenschaften in Göttingen, undzwar der inathematischen Classe, zu werden. Als solcheslieferte er auch manche Beiträge in die dortigen „GelehrtenAnzeigen", wie er denn nicht weniger demnächst dem Uni-versitäts-Mnseo verschiedene instrnctive Alterthümer zukom-men ließ.
Im Jahre 1817 kaufte er von der Fürstin Hatzfelddas große Gut Ringclhcim.
Fortwährend erfreute er sich der Gnade seines altenGönners, des Herzogs von Cambridge. So machte er auch1817 mit demselben eine Reise nach der Göhrde. (Bei
l) Es ist dicscö wohl nur drm Nmstonde bcizumcsscii, daß man ihn undnamentlich sein Talent, als Rcerntene, Organisatrin, auch Veimittlcr derverschiedenen Nationalitäten, in England nicht entbehren und ersehen konnte,wo er über dem, in Folge seines langen Aufenthalts, mit Sprache undallen Verhältnissen, mit der Königlichen Familie, wie mit dem Ministkrioanst Genanestc bekannt war. Es kam dazu die Jalousie der englischenKencräle; viele der ausgezeichnetsten derselben hätten, bei seiner Hähern An-eiennität, im Felde unter ihm rommandiren müssen.
Daß man eine gute Idee auch von seinen eigentlich kriegerischen Fähig-keiten hatte, beweiset die Thatsache, daß er zum Führer einer von der eng-lischen Regierung — ich weiß nicht, in welchem Jahre — nach Eeuta be-absichtigten — indeß nicht zu Stande gekommen — Erpcdition schon festdesignirl war, wozu er sich bereits vollständig egnichirt hatte.
dicscr Gelegenheit hörte man von Decken — in Beziehungans eine zu wünschende Verbesserung der Baulichkeiten desGöhrder Jagdschlosses — die Aeußerung „es sei sehr wohlmöglich, daß Hannover in 20 Jahren von England ge-trennt sei" eine Aeußerung, deshalb bemerkcnswcrth, weilsolche Trennung gerade nach 20 Jahren wirklich Stattfand. — (Vici. Baterländ. Archiv äs 1842, xaA. 94.)
Als der Herzog sich 1818 mit der Prinzessin vonHessen-Cassel vermählte, erhielt der General-Feldzeugmeisterdas Großkreuz des Churhessischcn goldenen Löwenordcns.
Nicht weniger zeigte sich ihm der damalige Herzog vonCumberland, unser nachheriger König, gewogen, welcherauch nebst seinem Sohne, des jetzt regierenden Königs Ma-jestät, ihn wiederholt mit einem Besuche ans seinem SchlosseRingelheim beehrte und überhaupt sehr liirt mit ihm war.
Ich bemerke hier nachträglich, daß" Decken früher —wahrscheinlich in den Jahren 1804 und 1805 — Behufder Werbungen ans der hierzu so günstig gelegenen InselHelgoland einen längern Aufenthalt genommen hatte. EineFrucht davon war sein 1826 herausgegebenes Buch: „Un-tersuchungen über die Insel Helgoland." Wenn ich nichtirre, hat er darin zuerst darauf aufmerksam gemacht, wiesehr geeignet dieselbe sei, als Seebad benutzt zu werden.
Im Jahre 1833 wurde unser General in den Grafen-stand erhoben.
lim dieselbe Zeit errichtete er auch ein Majorat, dessenHauptbestandtheil das Gut Ringclhcim ausmacht. AnsGrund desselben wurde ihm am 13. August 1834 eineerbliche Viril-Stimme in der 1. Kammer der allgemeinenStändeversammlnng beigelegt (deren Vice-Präsident er frü-her längere Zeit gewesen war).
Als 1835 der „Historische Berein für Nicdersachsen"gebildet wurde, ward Decken zu dessen Präsidenten erwählt.Als solcher widmete er diesem Vereine seine ganze Sorgfaltund Thätigkeit. Dieses geht auch aus einem Erlasse desVorstandes an die Mitglieder desselben (nach dem Abschei-den des Generals) hervor, worin es u. A. heißt:
„Der historische Verein für Niedersachsen hat durchden am 22. Mai d. I. (1840) stattgefundenen tödt-lichen Hintritt seines hochverdienten und hochverehrtenPräsidenten, des Herrn General-FeldzeugmeistersFriedrich Grafen v. d. Decken, einen schweren Ver-lust zu beklagen. Der Verein erfreute sich in seinerEntstehung und seitdem der unausgesetzten thätigstenTheilnahme dieses ausgezeichneten Mannes, dessenreichbegabtc Feder auch unser vaterländisches Archivmit so manchem Ergebnisse seiner nie ruhenden For-schungen im Gebiete vaterländischer Geschichte ge-schmückt hat. — Was der Verstorbene für den Staatund für die Wissenschaft während der langen Jahres-reihe eines vielbewegten Lebens war und wirkte, ge-hört für immer der Geschichte des Vaterlandes an