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und wurde von da an im Hanse seines Oheims, des Oberst-lieutenants Otto Friedrich v. d. Decken zu Oerichsheil, er-zogen. Schon früh zeigte er großen Fleiß und Befähigung;insbesondere widmete er sich dem Studio der mathematischenWissenschaften mit Eifer und Vorliebe.
Die militairische Laufbahn einschlagend, diente er zuerstvon 1784—1789 als Cadet und gefreiter Corporal im 13.Hannoverschen Jnfanterie-Regimente, worauf er 1799 zumFähnrich bei der Fnßgarde avancirte. Am 7. März 1791wurde er Lieutenant bei dem 3. Jnfanterie-Regimente. Alssolcher machte er die Campagnen von 1793—1795 mit. Imersteren Jahre hatte er, einen Vorposten befehligend, dasMalheur, überfallen zu werden; sein Pferd wurde in demAugenblicke, wo er über einen Graben setzen wollte, er-schossen und er, unter demselben liegend, gefangen genom-men. Indessen muß er bald ausgewechselt worden sein.Jedenfalls scheint er sich an den Schlachten bei Famarsund Hondschootcn, sowie an der Belagerung und Ein-nahme von Valencienne betheiligt zu haben.
Am 26. Juli 1796 wurde er tit. Capitain und beimGeneralstabe angestellt, bald auch Oberadjntant des Herzogsvon Cambridge. Diesem hielt er Vorträge über Geschichteund Mathematik. Damals ließ er schon viele, hauptsäch-lich militair-wissenschaftliche Aufsätze in verschiedenen Zeit-schriften erscheinen, sowie er denn auch Mitherausgeber vonScharnhorsts Militairischem Journale war. Zu diesemManne stand er überhaupt in den freundschaftlichsten Ver-hältnissen; er wohnte mit ihm zusammen und soll auchgleichzeitig mit ihm, 1801, einen Ruf in preußische Diensteerhalten haben.
Am 17. April des eben gedachten Jahres avancirte erzum Major, fortwährend seine Stellung bei dem Herzogebeibehaltend.
Als 1893 die Franzosen das Churfllrstenthm bedroh-ten, eröffnete sich für ihn ein bedeutenderer Wirkungskreis.Schon im März d. I. wurde er vom Herzog von Cambridgean den König nach England gesandt, welcher ihn sehr gnädigempfing Z und mit wichtigen mündlichen Aufträgen an denHerzog betraute. Im Mai mußte Decken sich nach Berlinverfügen, um den Beistand Preußens in Anspruch zu neh-men. Diese Mission schlug freilich bei den damals obwal-tenden Verhältnissen und da namentlich Rußland gedrohthatte, eine Besetzung Hannovers durch Preußische Truppenals einen oasrrs Kolli ansehen zu wollen, gänzlich fehl.(Viä. Näheres über jene Mission und Deckens eigene Be-richte darüber in „v. Ompteda, die Uebcrwältignng Hanno-vers durch die Franzosen. Hannov. Helwing 1862"). Die
?) Decken war auch später bei der ganzen Königlichen Familie sehrbeliebt und besaß besonders das Vertrauen des Königs und des Herzogsv. Uork. Letzterem hatte er vornehmlich die Nebertragung der Werbung undfolgendS überhaupt seine gute Carriere zu verdanken.
Artlcnburger Convention vom 5. Juli 1893 entschied vor-läufig über Hannovers Schicksal. "Noch in demselben Mo-nate ward der inzwischen zum Oberstlieutenant beförderteDecken, „welcher bereits, wie Bcamisch sagt" bei (seit) sei-ner kürzlichcn Anwesenheit in England die nicht unbegrün-dete Hoffnung hegte, daß ihm die Vollmacht zur Anwerbungeines Corps fremder Truppen für den englischen Dienst zuTheil werden würde," mit einem völlig officiellen Charakteran die Spitze eines Recrntirnngs-Depariemcnts in Londongestellt und mit der Vollmacht ausgerüstet, ein Corps Aus-länder, jedoch nicht über 4900 Mann stark, zu errichten.Das Patent, welches diese Vollmacht enthielt, war am 28.Juli ans dem Bureau des Britischen Oberbefehlshaberserlassen worden. Es sicherte dem Oberstlieutenant v. d. Deckenden Rang als Oberst und 15 Guincen für jeden lauglichbefundenen Recrntcn zu. Das Handgeld betrug 7 Pfd.Stert. 12 Schill. 6 Pencc.
Die desfallsigen Werbungen hatten einen so befriedi-genden Erfolg, daß sich durch selbige bald ein Corps inEngland bildete, welches den Namen „Königlich DeutscheLegion — Kings german lcgion" erhielt. Decken ward am17. November 1893 zum General-Adjutanten und' am 1.Januar 1894 zum Oberst der reitenden Artillerie derselbenernannt.
Als man in? November 1895 eine englische Armee,worunter ein großer Theil der Deutschen Legion, nach Han-nover sandte, um zu Gunsten der Russisch-OcstcrrcichischcnKoalition eine Diversion zu machen — Welche aber balddurch die Schlacht bei Ansterlitz paralysirt wurde —, beglei-tete jene Armee auch Decken, mit dem tcmporaircn Rangeeines Brigade-Generals. Hauptsächlich war ihm dabeiwieder die obere Leitung der Recrntirnngs-Angelcgenheitenübertragen, indem eine Vermehrung der Legion bis zu 18900Mann beabsichtigt wurde. Er errichtete zu dein Ende Re-crntirnngs-Depots in der Stadt Hannover und in Stade,welchen auch bald bedeutende Massen Kriegslustiger zu-strömten.
1897 machte er als wirklicher Brigade-General dieenglische Expedition nach Kopenhagen mit, und war dabei^ vielfach thätig und wirksam. So geschah es damals auchunter seinen? specielle?? Befehle und seiner umsichtigen Lei-tung, daß sich ans fast spaßhafte Weise (vicl. Bcamisch I112) die Festung Friedrichswcrk mit 869 Mann Besatzungeiner Schwadron des 1. Husaren-Regiments der DeutschenLegion unter den? Rittmeister Kranchenberg ergab.
Im Jahre 1808 erhielt unser General eine diploma-^ tische Sendung nach der pyrenäischen Halbinsel, über derenZweck und Resultat jedoch nichts Näheres bekannt gewordenist. (Man sagt, daß diese Mission nicht blos diplomati-scher Natur gewesen sei, sondern daß Decken auch in Por-tugal Regimenter zu organisiren und zu dem Ende eine??Stab von englischen Officieren bei sich gehabt habe.)
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