Die vereinigte Cavallerie marschirte fast vom Fleckeaus im Trabe, Anson's Brigade voran; dann das 1. und2. deutsche Dragoner-Regiment und an der Queue dieSchwadron vom 5. englischen Garde-Dragoner-Regimente.Der Weg war uneben und steinig, so daß nur zu Rottenoder zu Dreien marschirt werden konnte, wodurch natürlichdie Colonne sehr lang wurde. Nichtsdestoweniger wurdefortwährend Trab und Galopp geritten. Die deutschenDragoner, vor Begierde brennend, an den Feind zu kom-men, schütteten größtentheils, um ihre Pferde zu erleichtern,den mitgeführten Hafer aus den Futtersäcken aus. Sowar ungefähr eine spanische Meile zurückgelegt. In derNähe des Dorfes Garzia Hernandez erblickte mau denFeind. Es standen etwa 4 bis 6 Schwadronen mit eini-gen Geschützen ans einer Hochebene jenseits des Dorfes;rechts von dieser Aufstellung an einem sanft abgedachtenHöhcnzuge, über den der Weg nach Peneranda führt, mar-schirten 2 Jnsanterie-Colonnen und 3 Geschütze mit einigenSchwadronen Cavallerie. Eine dritte Colonne, welche amjenseitigen Abhänge dieses Höhenzuges (la Kerns, genannt)marschirte, war noch nicht zu sehen. Wellington ließ so-fort die Brigade Anson in rascher Gangart hinter GarziaHernandez vorgehen, um die französische Cavallerie in derlinken Flanke anzugreifen; die deutsche Brigade sollte dieCavallerie in der Front angreifen und von ihrer Rückzugs-linie, welche auf dem rechten Flügel der französischen Ca-vallerie lag, abdrängen. Die Brigade Anson bog sofortrechts ab.
Es mußte noch ein kleiner Bach, der in vielen Win-dungen, von Garzia Hernandez herkommend, den Wegnach Peneranda durchschneidet, passirt werden; dieses ge-schah in Zugsbreite. Jetzt formirten die zu erblickendenJnsanterie-Colonnen Quarree. Jenseits des Baches sollte
Die deutsche Brigade, t. und 2. schweres Dragoner-Regiment. JedesRegiment hatte 6 Compagnien, welche in 3 Schwadronen formirt waren.Die Compagnien waren oon verschiedener Stärke; so ist z. B. die 3. Schwa-dron des t. Dragoner-Regiments nur 46V2 Rott ohne Officierc und schlie-ßende Unterofficicre stark gewesen, während eine Schwadron des 2. Dragoner-Regiments 67 Rott gezählt hat. Es wird demnach die Annahme zutreffendsein, daß die Schwadron durchschnittlich 56 bis 55 Rott stark gewesen sei,was für die Brigade eine Stärke oon 666 bis 666 Mann ergeben wurde.
Außerdem war der Brigade 1 Schwadron vom 5. englischen Garde-Dragoner-Regimente zugetheilt.
Die französische Arricrgarde bestand aus der 1. Infanterie-Division,gebildet ans dem 39. und 69. Linien-Rcgimcntr unter General Kosssrni-iroun (?) und dem 76. Linien- und 6. leichten Regimentc unter OberstMolard, Truppen, die den Tag zuvor nicht im Feuer gewesen waren. DieStärke des Bataillons mag etwa 566 Mann betragen haben, was für dieDivision etwa 4666 Mann crgiebt. Es befand sich außerdem die erforder-liche Artillerie bei derselben und die 'zu Marmont's Armee gehörige Dra-goner-Division. Die Arriergarde stand unter dem Befehl des Commandeursder 1. Infanterie-Division, General Foy.
die schwere Brigade aufmarschiren und Colonnen von Re-gimentern formiren. Alles geschah in schlankem Galopp.
Allein die 1. Schwadron des 1. Dragoner-Regimentsunter Rittmeister Hans v. Hattorf war kaum aufmarschirt,wobei sie von der feindlichen Artillerie ohne Erfolg be-schossen wurde, als sie, den Brigadier, die Stabsofsiciereund den englischen Oberstlieutenant May, welcher die OrdreWellington's überbracht hatte, vor der Fronte, auf diefranzösische Cavallerie losstürmte, welche, zugleich von derBrigade Anson in der linken Flanke angegriffen, nach kur-zem Widerstande geworfen wurde. Hierbei gerieth dieSchwadron in das Feuer des 3. Quarree's, welches erstjetzt am jenseitigen Whange der Anhöhe (is. Kerns.) erblicktwurde. Einige Leute und Pferde, sowie der Oberstlieute-nant May erhielten Verwundungen und die Schwadronmachte, da Wellington befohlen, die Infanterie nicht an-zugreifen, Halt und rallirte sich; sie hatte verschiedene Pferdeund einen mit 4 Maulthieren bespannten Munitionswagenerbeutet.
Als nun solchergestalt die 1. Schwadron, ohne aufdie beiden andern Schwadronen zu warten, sich engagirte,waren letztere, bemühet, mit jener in Allignement zu kom-men, in raschem Tempo aufmarschirt, die 3. links der 2.Der Weg der 3. Schwadron unter Rittmeister v. d. Decken,den sie, um an die feindliche Cavallerie zu kommen, zurück-legen mußte, führte in großer Nähe des 1. am AbHangedes Berges stehenden Quarree's, gebildet von einem Batail-lon des 76. Linien-Regimentes, vorbei. Decken, vertrauendauf die Bravour und Anhänglichkeit seiner Leute, entschloßsich rasch, dieses Quarree selbst anzugreifen. Er ließ sofortim Galopp links schwenken und führte seine Schwadron direktauf das Quarree zu. Auf 80 bis 100 Schritt gab diesesein wohlgezieltes Feuer ab. Es stürzten mehrere Leuteund Pferde; auch der brave Rittmeister Decken bekam einenSchuß ins Knie. Ohne Kraft, festen Sitz zu behalten,ward er von seinem Pferde noch einige Sprünge vorwärtsgetragen und stürzte dann, ohnmächtig werdend, zur Erde.
Der zweite im Commando, Rittmeister Friedrichv. Uslar-Gleichen, dieses gewahrend, jagte vor die Mitteder Schwadron, rief einige ermunternde Worte und zeigtemit dem Pallasch auf das Quarree, auf welches die Schwa-dron nun in vollem Rosseslaufe ansetzte. Dicht davor er-hielt sie eine zweite mörderische Salve, wodurch der Lieute-nant v. Voß, von 4 Kugeln durchbohrt, und eine AnzahlLeute und Pferde fielen. Allein, es war zu spät. Mitfürchterlichem Krachen brachen die wuthschänmenden Reiterin das Quarree. Sie hatten den Fall des geliebten Füh-rers zu rächen. Trotz der wuchtigen Pallaschhiebe der rie-sigen Dragoner versuchte die tapfere, in langem Kriege gutgeschulte französische Infanterie Widerstand zu leisten, bisein Hieb des Dragoner Grobe den Commandeur, der, alsächter Soldat, selbst noch in dieser höchsten Bcdrängniß