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Nota Ä.
Rittmeister Gustav Gmit Georg v. d. Decken. 1780—1812.
(Siehe Seite 51.)
Derselbe ward am 5. April 1797 Cornet im 3. Hanno-verschen Cavallerie-Regimente und blieb in dieser Stellungbis zur Auflösung der Armee, 1803. Schon am 7. No-vember solchen Jahres trat er in das, nachher „DeutscheLegion" benannte Corps in englischem Solde (welches auch3 seiner Brüder aufnahm) und zwar, nach Errichtung des1. schweren Dragoner-Regimentes, in dieses. Im Jahre1805 machte er die Expedition nach Hannover mit. Seitdemaber, bis 1811, mußte sein Regiment in thatenloser Ruhe —welche Decken übrigens benutzte, um die jungen Officiereseiner Schwadron in den Kriegswisscnschaftcn zu unterrich-ten Z — in Irland garnisoniren.
Endlich, am 20. December 1811, wurde die Brigade,ans dem 1. und 2. schweren Dragoner-Regimente bestehend,auf dringendes Ansuchen derselben, nach Portugal einge-schifft, wo sie am 2. Januar 1812 in Lissabon landete.Am 23. Mai vereinigte sie sich mit dem Heere Wellingtonsund nahm an dessen Operationen Theil.
Jedoch erst am 23. Juli s. am Tage nach derSchlacht bei Salamanca, fand die Brigade und namentlichdas 1. Dragoner-Regiment — in welchem unser Deckenschon früher zum Rittmeister und Schwadronschef avancirtwar — Gelegenheit, sich auszuzeichnen und zwar auf eineso glänzende Weise, daß der Ruhm dieses Tages nie ver-schwinden wird. Dem Rittmeister Decken insbesondereward dabei eine so hervorragende Rolle zugetheilt, daß es
0 Der gegenwärtig zu Ahnscn, Amts Meinerscn, domicilirendcMajor Fischer wurde im November 1810 als Cornet bei der 3. Schwadrondes 1. schweren Dragoner-Regimentes «irr. angestellt, welche der Rittmeisterv. d. Decken commandirte und die zu der Zeit in Ballinaster (Irland) inGarnison stand.
Fischer schreibt bei Veranlassung des 50jährigen Jahrestages des Ge-fechts bei Garzia Hernandcz i
„Unvergeßlich wird mir stets jene Zeit bleiben, da ich sehr viele Be-weise des Wohlwollens von dem verstorbenen Rittmeister v. d. Decken habe,die mich noch immer an ihn erinnern. Er gab mir, sowie noch einem jun-gen Officier, Unterricht in der Kriegswissenschaft und sein ausgezeichnetfreundliches Wesen gegen uns machte ihn vorzugsweise zu unsern« Muster-bild?. Doch dieses stellte sich erst recht heraus, als wir zum Felddienst nachPortugal und Spanien gesandt wurden."
mir vergönnt sein mag, aus zuverlässigen Quellen eine etwaseingehendere Darstellung des betreffenden Ereignisses, desGefechts bei Garzia Hernandez, zu geben.
Während der Schlacht bei Laiamancm, am 22. Juli,hatte die schwere Brigade unter dem Befehle des General-major v. Bock zur Beobachtung der linken Flanke derArmee in Reserve gestanden und bezog gegen Abend nachbeendeter Schlacht in der Nähe des Dorfes Calvarosso dedrilln ein Bivouac. Dort erhielt die Brigade den Befehl,zur Avantgarde zu stoßen, welche die geschlagene FranzösischeArmee, die sich auf Pencranda an der Straße von Valla-ckoliä zurückzog, verfolgen sollte. Die Brigade brach des-halb am 23. Juli Morgens 2 Uhr aus dem Bivouac aufund marschirte nach Huerta an der Tormes zu. Ans demWege dahin wurden bei dein Dorfe Calvarosso de Alaxoeinige versprengte französische Infanteristen ans den Wei-zenfeldern aufgescheucht und zu Gefangenen gemacht. DerWeg war mit den Spuren des Rückzuges einer geschlagenenArmee bedeckt.
An der Tormes angekommen, fließ Lord Wellingtonmit seinem Stäbe zur Brigade und passirte mit ihr beiHuerta durch eine Fnrth jenen Fluß. Jenseits desselbenwurde gehalten und abgesessen, um die anderen zur Avant-garde bestimmten Truppen, die englische leichte Cavallerie-Brigade Anson, sowie die 1. und leichte Infanterie-Divisionzu erwarten.
Allein Wellington hatte, bei dem ziemlich übersicht-lichen Terrain, die französische Arriergarde deutlich zu über-sehen vermocht und bemerkt, daß dieselbe schon in beträcht-licher Entfernung auf dem Wege nach Peneranda marschire.Er mochte befürchten, daß, da das Passiren der Infanteriedurch die Tormes großen Zeitverlust verursachte, der Feindzu großen Vorsprung gewinnen könnte und gab deshalb derBrigade Anson und der deutschen Brigade Befehl zumAufbruchc. Es war etwa 8 Uhr Morgens. Z.
1) Die Zusammensetzung der in der folgenden Affaire agirenden bei-derseitigen Truppen war folgende:
Die Brigade Anson bestand aus dem 12. und 10. leichten Dra-goner-Regimente ä 4 Schwadronen; jede Schwadron etwa 100 Mannstark (also im Ganzen etwa 800 Mann).