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v. Bremer, v. Korff, v. Offen (diese anch in Lübeck), v. Bor-stet w.
Noch im 18. Jahrhunderte saßen in Stade die v. Zester-fleth, in Verden die v. d. Lieth im Rathe.
In entfernteren Gegenden zeigt sich Aehnliches fast nochhäufiger; auch dort begegnen uns Zweige der ausgezeichnet-sten Familien als Patrizier, so in Schwäbisch-Hall diev. Berlichingen; in der Reichsstadt Rotenburg die v. Secken-dorsf, v. Seinshcim, v. Grumbach; in Frankfurt a. M. diev. Riedesel, v. Wallbrunu, v. Zettwitz.
Selbst die v. Andlau, welche zu deu vier gestrengenoder Erb-Rittcru des Heil. Röm. Reiches gezählt wurden(viel. Gauhe, Adelslexicou, Leipzig 1719, pa.A. 22), beklei-deten vielfältig Städtische Würden in dein damals nochdeutschen Basel (vicl. Roth eit. x>a,A. 519).
In der schätzbaren, von Herrn Julius v. Bohlen ver-faßten „Geschichte des Geschlechts v. Krassau, Berlin 1853"findet sich Folgendes bemerkt (II. 116):
„Es ist eine vielfach bekannte Thatsache, daß einzelneMitglieder von altadelichen Familien sich in Städten nieder-gelassen und dort Stellen im Rathe eingenommen und zurBürgermeisterwürdc gelangt. Auch in Pommern fand diesin voller Ausdehnung Statt. Aus mir vorliegenden Ur-kunden erhellt, daß Mitglieder der adelichcn Familien Behr,Kahlden, Lauten, Mellentin, Normann, Osten, Rahden,Tessin w. in Stralsnnd; Bohlen, Eickstedt, Preetz in Greifs-walde; Barnekow, Hagen, Holste, Mellin, Rothermund inBarth; Lepel in Uscdom; Schwerin, Usedom, Tessin in An-ktam, als Bürger der genannten Städte gewohnt — meistohne dadurch ihren Stand als Edelleute auszugeben, weilsie ihre Lehngüter behielten und den Lehndieust leisteten; —wenigstens läßt sich dies von Vike Bohlen, erst Bürger unddann Bürgermeister in Greifswald im 16. Jahrhundertenachweisen. In einem Zcugenverhöre äs 1526 wird NavenBarnekow als „Edelmann und Bürgermeister der StadtBarth" genannt. Bon den meisten der genannten „Bürgerund Edelleute" haben sich Siegel erhalten. Sie stimmengenau mit denen ihrer ans dem Lande wohnenden Vettern,nur daß sie gewöhnlich zierlicher gearbeitet sind."Z
In dem Preuß. Adelslexicou des Herrn v. Zedlitz wirdB. I. xs-A. 242 gesagt: „Zur Erhöhung des Ruhms (derFamilie v. Bismark) trug vorzüglich bei Herebord v. Bis-mark; er ward im 12. Jahrhunderte Bürgermeister der StadtStendal und seine Nachkommen bekleideten dieses Amt dasganze 13. Jahrhundert hindurch."
Wolf, in seiner Geschichte des Geschlechts v. Harden-
Vcrgl. auch Büttner, Genealogtecn der Lüncbmgschcn Patrizicn-Ge-schlechter. Lüneburg 17V4 Es ist bemrrkenswerth, daß verschiedene der zudiesen gehvrrndcn Familien (z. B. v. Laffcrl, v. Witzcndorff) von der Hannv-verschcn Regierung dadurch als altadclich anerkannt wurden, daß Mitgliederderselben den Titel Drost und Oberhanptmann bekamen.
berg (Göttingen 1823) berichtet: „Ein Zweig des Geschlechtsder jetzigen Grafen von Hardenberg hausete lange, nament-lich 1344—1473, in Einbeck und bekleidete dort vielfältigStellen im Magistrate. So waren daselbst Johann 1344,Diedrich 1391—1412 und Detlev 1462 Bürgermeister."Wolf fügt hinzu: „Es giebt wohl wenige adeliche Geschlech-ter, aus denen nicht einer oder der andere in die neu auf-blühenden Städte gezogen wäre, um hier bequemer undsicherer leben zu können."
Endlich bezeugt Lisch („Die Familie v. Oertzen, B.II.Schwerin 1869"): „Es war in jenen Zeiten nicht unge-wöhnlich, daß Glieder alter angesehener AdelsgeschlechterBürgermeister- und Rathmanns-Stellen in den Landstädtenbekleideten." Als Beispiele erscheinen dort u. a.:
(xa.A. 45) Sievert v. Oörtzen, uuno 1594 Rathsmaunzu Bützow,
(puA. 322) Hans Sperling (alte adel. Familie), 1482Rathsmaun daselbst,
(pnK. 323) Burchard v. d. Lühe, Erbges. auf Vogel-sang, 1595 Bürgermeister zu Sternberg.
Beiläufig bemerkt, ist die v. Oertzen'sche Familie dieurkundlich älteste in Mecklenburg.
Nach alle dem konnte denn auch wohl Peter v. d. Decken1573 (viel, die Urkunde von diesem Jahre) mit Recht sagen:„daß, obgleich sein Vater und Großvater, als ordentlicheerwählte Bürgermeister, das Regiment zu Stade zufelligerweiß verwaltet, sie deshalb sich ihrer adelichen Freiheit undGerechtigkeit, Standes und Herkommens (auch Landstand-schaft) niemals begeben hätten, daß sie vielmehr rittermäßigePersonen für und für geplieben seien."
s 6.
Wie schon Eingangs angedeutet, stammen sämmtlichejetzt lebende v. d. Decken von unserm Bürgermeister Clausab. Fünf seiner sechs Söhne gründeten eben so viele Linien,von welchen aber die zweite erloschen ist.
Mushard kennt nur drei dieser Söhne, welche er so aufeinander folgen läßt: Hinrich, Hermann, Claus.
Schaedler hat diese eben so, schiebt aber — nach vonKrohne's Vorgange — noch den Thomas zwischen Heinrichund Hermann ein.
Der Gen.-Feldzeugmeister schließt sich aber wiedervöllig Mushard an, indem er es für höchst unwahrscheinlicherklärt, daß Thomas gleichfalls ein Sohn des BürgermeistersClaus gewesen sei. Er hat freilich einen Thomas als Stif-ter der 4. Linie, über dessen Abkunft er jedoch nichts zuberichten weiß.
Der General Hieronimus endlich nennt alle Söhne desBürgermeisters und giebt ihnen folgende Anciennetät: Voll-rad, Thomas, Claus, Heinrich, Hermann, Johann.
Ich halte indessen dafür — und bin dem in diesem