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Die Familie von der Decken : in ihren verschiedenen Verhältnissen dargestellt
Entstehung
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die Großmutter des Bürgermeisters v. d. Decken, welche,dem früher Gesagten nach, eine Buck gewesen sein muß,hinzielen? Dann müßteohrer" mitseiner" zu übersetzenund unterModer" Großmutter zu verstehen sein (welchesletztere, bei der damaligen ungenauen Bezeichnung der Ver-wandtschaftsverhältnisse eben nicht zu gewagt wäre; vergl.dieModer" in der Urkunde cks Michaelis 1560). Aberdem steht wieder die klare Vorlage entgegen, daß die LehenHu. nicht von des Bürgermeisters Großmutter, sondern vonBccke Bnck und deren Ehemanne herrührten.

Die Wittwe Buck erwähnt in der angezogenen Urkundeihrer Tochter Anna. Daß diese nicht identisch mit unsererAnna v. d. Lieth sein kann, braucht nicht erst dargelegt zuwerden.

s 3.

Ueber des Bürgermeisters Lebensumstände und dienst-liche Wirksamkeit ist mir wenig bekannt geworden. Denneinen Theils sind die städtischen Acten in Stade bei dergroßen Feuersbrnnst im 17. Jahrhunderte fast gänzlich ver-loren gegangen, andern Theiles habe ich keine Gelegenheitgehabt, die Reste derselben näher einzusehen. Nur so vielhabe ich daraus entnehmen können, daß der Fragliche 1498Stader Rathsherr, 1501 Bürgermeister geworden, 1541gestorben und ans dem Wilhadi-Kirchhofe beerdigt sei.

Da er jedoch wahrscheinlich derselbeHerr" Clausv. d. Decken ist, welcher laut Register der Stader Antoni-Brüderschaft bereits um 1490 in dieselben aufgenommenwurde, so ist anzunehmen, daß er schon damals Rathsherrwar, indem der TitelHerr" nur diesen ertheilt wurde; esmöchte denn sein, daß ihm derselbe als Ritter gegeben wäre.

Vielleicht aber ist hier auch ein anderer unbekannter Claus bezielt und dann Wohl derselbe, welcher in derUrkunde Äs 1505 vorkommt, da, wenn letzterer der Bürger-meister gewesen, er doch wohl als solcher bezeichnet wäre.

Unser Bürgermeister scheint ein sehr kluger, thätigerund geschäftserfahrener, daher auch oft in Anspruch genom-mener Mann gewesen zu sein. Er wurde namentlich vielin ständischen Angelegenheiten gebraucht, aber auch beimanchen Privat-Negotiationen als Zeuge, Unterhändler u.dergl. zugezogen. Nicht wenige der von mir beigebrachtenUrkunden ergeben dieses.

Insbesondere stand er in eigenthümlichen freilichnicht gehörig aufgeklärten, aber hauptsächlich wohl Finan-zielles betreffenden Verbindungen mit dem ErzbischofeChristoph und leistete ihm bedeutende Dienste. Dieser er-kannte solches auch durch Verleihung zweier werthhollerPrivilegien an (die ich im folgenden Paragraphen näher inBetracht ziehen werde), worin er u. a. sagt, daß ClausUns und Unsem Süchte insunderheit is verwant truwesDenstes halven".

Es leidet keinen Zweifel, daß der Bürgermeister sehrreich gewesen sein muß, indem alle seine Söhne die frei-lich auch zum Theile von entfernter!?, uns unbekannten, Ver-wandten geerbt haben, müssen noch reich waren. Obdieser Reichthum ihm bereits durch seine Vorfahren über-kommen war oder ob er ihn hauptsächlich selbst erworbenhatte, steht dahin. Seine Güter dürften meist schon vorihm in den Händen der Familie gewesen sein, sowie mancheandere, die erst seinen Nachkommen durch Aussterben vonSeiten-Linien zugefallen zu sein scheinen. Daß der letzterenexistirten, ist gewiß (man sehe Abtheil. I. Abschn. II.), ob-gleich ihr Znsammenhang mit unserm Bürgermeister nichtklar vorliegt.

Wie der Archivar v. Post (vick. den folgenden Z 6)berichtet, streckte der Bürgermeister Michaelis 1540 derStadt Bremen ein Capital von 10000 Mark.' Lüb. vor,welches jetzt mit den Zinsen 13781 Mark der dortigeRath erst am 22. Febr. 1594 seinen Erben wieder zurück-erstattete.

Schon 1512 lieh der Bürgermeister dem Kloster U. L. Fr.zu Stade 480 M. Lüb. (vick. Urkunde äs 31. Juli 1600).

In wie große??? Ansehen übrigens die v. d. Decken inden damaligen und schon früheren Zeiten gestanden habenmüssen, geht unzweifelhaft daraus hervor, daß nicht alleinder Bürgermeister, sondern auch alle seine bekannten Vor-fahren und nächsten Nachkommen nur mit den ältesten undbedeutendsten adelichen Geschlechtern in nahe, namentlicheheliche Familien-Verbindungen getreten sind, sowohl desStifts Bremen, wie des Auslandes, so mit den v. Elme(Zweig der v. Bederkesa), v. Schulte, v. Zestersleth, v. d.Lieth, v. Clüver, v. Brobergen, v. Luneberg, v. Wersebe,v. Düring, v. Bremer, v. Reimershausen, v. Nindorf,v. Plate, v. Lütke, v. Gruben, v. d. Kettenburg, von demBerge (cks Nonto, vick. Urk. cks Michaelis 1560), v.-low, v. Klencke, v. Alten, v. Donop, v. Knigge, v. Fisch-beck, v. Weyhe, v. Rantzau, v. Buchwald, v. Powisch,v. Holstein.

Auch mußte unsere Familie 8 Ritterpferde im Jahre1551 stellen. Die einzigen Bremischen Familien, die manin dieser Hinsicht noch höher angesetzt, die also einen nochgrößern Grundbesitz hatten, waren die v. Clüver (da ihnenfast das ganze jetzige Amt Achim gehörte), die v..d. Lieth,v. d. Hude, v. Luneberg und v. Schulte. (Vergl. meinenAufsatzDie Wehrpflicht des Erzstifts Bremen" in derZeitschr. des Histor. Vereins für Niedersachsen Jahrg. 1856pnA. 106).

Wenn endlich nicht zu bezweifeln steht, daß von unsererFamilie allein, schon wenigstens im 15. Jahrhunderte, dieKirche (Kapelle) zu Krummendeich fnndirt und dotirt wordenist (vick. Urk. cks 1642), so dürfte darin ein fernerweiterBeweis ihrer alten Bedeutsamkeit zu befinden sein.