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Die Familie von der Decken : in ihren verschiedenen Verhältnissen dargestellt
Entstehung
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den und nun wieder begonnen habe, sich zu regeneriren.Einige sehen aber in dem Kesselhaken das Zeichen persön-licher und dinglicher Unabhängigkeit frei Mann, freiHeerd und soll, nach ihnen, der Baum mit den hängen-den Blättern den Schutz andeuten, welchen er dem Kreiseverleihet, den er beschattet.

In der That war der Kesselhaken im Mittelaltcr dasSinnbild des Hauses; er wird sogar, namentlich bei Grenz-beschreibungen, als gleichbedeutend mit Hans gebraucht, z.B.die Grenze geht auf Johann Schröders Kesselhaken". DerKesselhakcn war das Merkmal des bewohnten Hauses. Eshing in der alten, jetzt nur noch selten gefundenen Weise inder Mitte des Hauses der mächtige Haken bis fast auf demBoden herab, auf welchem das Feuer auf nicht erhabenenHeerde angemacht ward. Der Kesselhaken vertritt also inder alten Anschauung und Sprache, was in der neuernderHeerd" bezeichnet.

Wenn sich unser Wappen nun auch im Allgemeinenund in der Hauptsache ans allen früheren bekannten Siegeln(mit Ausnahme des weiter unten vorkommenden des Bür-germeisters Heinrich) so, wie beschrieben, zeigt, so findetmau doch in Betreff der Darstellungen der einzelnen Theilevon jeher große Verschiedenheiten und Abweichungen.

Betrachten wir

1) den Kesselhaken, so erscheint derselbe keineswegesstets in derselben Form, er ist vielmehr oft bis zur Unkennt-lichkeit verzerrt. (Dadurch wurde auch wohl Spener, inseinem opus Irernläionm, verleitet, unsern Kesselhaken sogarzu einer ssrruln ma.nnkzria.ta, zu einer Handsäge zu machen.)Die Zahl der Zähne divergirt von 3 bis 5; bald sind sie,heraldisch, rechts, bald links gekehrt. Die letztere Stellunghaben sie in den meisten alten Wappen, so in dem weiterunten beschriebenen äs 1394, ans dem Verdener Epi-taphe äs 1587, und, wenn ich nicht irre, auf dem Ottern-dorfer Leichensteine des Oberst Heinrich v. d. Decken äs1555 (auch auf einem in der Kirche zu Ringstedt befind-lichen v. d. Lieth'schen Denkmale äs 1629). DasSiebmacher'sche Wappenbuch schließt sich dem gleichfalls an.Dagegen zeigt doch wieder der Krummendeicher Leichensteindes Claus v. d. Decken äs 1588, sowie ein Siegel desPeter v. d. Decken äs 1591 die Zähne nach rechts sehend und dieses stimmt mit dem heutigen Gebrauche überein.

2) Die beiden Blätter auf dem Helme findet man frühervielfältig, statt niederhängend, horizontal ausgestreckt, mit-unter auch völlig nach oben gerichtet. Von Meding sagt, erhabe in einem alten Stammbnche das Deckcn'sche Wappen mitder Inschriftbkiscänns a Ossksn, den 29. Mart. 1617" an-getroffen; in diesem hätten die Blätter gen Himmel gestanden.

3) Zuweilen fehlen die Knorren oder Aeste am Baum-stamme ganz und die Blätter wachsen unmittelbar aus die-sem hervor. Dagegen erscheinen auch wohl an jeder Seitezwei Aeste, oder der eine Ast ist dem andern nicht gleich.

Alle solche Abweichungen, svent. Unrichtigkeiten, sindohne Zweifel hauptsächlich der Unknnde oder Nachlässigkeitder Siegelstecher, Wappcnmalcr, Steinmetzen beizumesscn. ZNoch heutigen Tages gehen ans der ersteren Händen manch-mal Decken'schc Petschafte hervor, in welchen entweder dieBlätter nach oben, oder die Zähne des Kesselhakens nachlinks stehen. Es ist freilich recht gut möglich, daß letztereStellung ursprünglich die richtige gewesen ist (viä. oben).

Uebrigens bediente sich der Bürgermeister Heinrichv. d. Decken (viä. über ihn Abschnitt II.), und vermuthlichauch die ganze Linie, zu welcher er gehörte, eines ganz ab-sonderlichen Wappens. Ein Siegel von ihm, das an einerbei den Stader Lehnsacten befindlichen Urkunde äs 1585hängt, zeigt im Schilde drei neben einander stehende oderhängende Kesselhakcn und auf dem Helme, Statt des Baum-stammes, Einen Kesselhaken zwischen zwei Pfauenfedern.(Die Dreizahl des Wappenbildes, Statt der Einheit, sollnach v. Ledebur, in seiner Abhandlung von den Grasenv. Valkenstein, Berlin 1847, ^za-A. 38 stets ans einejüngere Abzweigung vom Haupt-Stamme hindeuten).

Das älteste Deckcn'sche Siegel bringt Schaedtler in einerAbbildung bei. Es führt die Umschrift?rsäerilc äs Oskrsn".Schaedler sagt, es hänge an einer Urkunde äs äatoin us-tavis dsati änsokzi ^.postcäi 1394", welche in einem öffent-lichen Archive aufbewahrt werde; den nähern Inhalt derselbenkenne er nicht. Er habe das Siegel nach einer authen-tischen Copei desselben dargestellt. (Schaedtler, späterOrdensgenealogist in Hannover, war ein genauer und zu-verlässiger Mann und läßt sich daher die Richtigkeit seinerobigen Angaben nicht bezwcislen). Er beschreibt das Siegel ssra alkza iirrprsssnrn so:In souts trianAnkarireprasssntatur nnsns, cpno Luspsnäitur nbsnuin (s. oli-inaotsr, Llsrmanis Kesselhaken) äsxtro äinAvnali situkosatns, äsntikins - in sinistrnin vsrsis. Ossunt llnio8iAiIIo st tinstnras krsraläisas st Anksa. snin a^zioibnsInsiniisHus". Letzteres ist erklärlich, da im 14. Jahrhun-derte vom niedern Adel noch nicht häufig Helme auf denSchilden geführt wurden.

Kesselhaken finden sich übrigens im Wappen vieleralten adelichen Familien. So z. B. führen ihn die v. Twickel,v. Zersen und v. Zielen im Schilde. Derjenige der v. Ha-deln und v. Gustedt repräsentirt deren drei. Die v. Grubenhaben nicht nur den Kesselhaken im Schilde, sondern auchden Baumstamm mit den beiden Blättern auf dem Helme,

9 Indessen ist doch auch zu berücksichtigen, daß nach den alten heral-dischen Regeln die Form, die Stellung u. s. w. des Schildstückes keineswegesgenau vorgeschrieben war. Man ließ solches sehr abhängig bleiben von derForm und der Größe des Schildes. (Dieser mußte aber möglichst vollständigausgefüllt sein, also das Schildstück nicht zu klein in demselben erscheinen.)So z. B. wurden, wenn unser Kesselhakcn sich wegen Mangels an Raumdrücken mußte, auch weniger Zähne genommen.