Druckschrift 
Die Familie von der Decken : in ihren verschiedenen Verhältnissen dargestellt
Entstehung
Seite
15
Einzelbild herunterladen
 

15

den Mannen" des Bremischen Erzbischofs (viel. Dithmar-sisches Urk.-B.,. Michelsen).

Mushard kennt das Wappen dieser Familie nicht. Siesiihrte im Schilde einen großen besporntcn Reiterstiefcl undans dem Helme drei Straußfedern.')

12) v. Nindorf (auch mitunter Jndvrf geschrieben). Dadiese Familie schon sehr früh und bedeutend begütert in Keh-dingen erscheint, wo auch ein Ort Nindorf liegt, so halte ichsie für eine dort einheimische. Himisus äs idUnäsi-p, milss,befand sich schon 1284 im Gefolge des Erzbischof Gicselbcrt(Pratje, Bremen und Verben 6. 134).

Otto v. Nindorf ans Schönenworth (ff 1661) soll derletzte seines Geschlechts gewesen sein.

13) v. Korff. Sie führten ein ganz ähnliches Wappen,wie die v. Nindorf und die (Kehdingschen) v. d. Wisch, wes-halb auch Mushard alle Drei für Eines Stammes hält.Selbst Erzbischof Johann Rode sagt (1500) in seinemRs-Kistrnm":De Körve dat synd Nindorpe". Der Umstand,daß unsere Korff's, gleich der alten Westphälischen Familiev. Korff welche ohne Zweifel nicht von jenen herstammt ebenfalls eine goldne Lilie mit im Wappen hatten,könnte ans ihren Ursprung ans Westphalen deuten. In derThat erwähnt Mushard einer Sage, wonach ein Westphäli-scher Korff sich wegen eines Todtschlages ins Kehdingsche ge-flüchtet, dort eine v. Nindorf geheirathet und das NindorfscheWappen nur den darin ans dem Hausgiebel befindlichenDolch mit seiner Lilie vertauschend angenommen hätte.Indessen scheint Mushard selbst nicht daran zu glauben, ob-gleich die beiderseitige Lilie immer auffallend bleibt.

14) v. Offen. Diese Familie war schon sehr früh inHamelwörden ansässig. Ob die Familie gleichen Namens,welche im Mindenschen und Lippeschen existirte, selbigenUrsprung hatte (wie v. Ledebnr in seinem Preuß. Adels-lexicon annimmt, weiß ich nicht; ich kann leider die Wappennicht vergleichen.Johann Offe ans dem Kehdinger Land"ward 1562 Rathsherr zu Lübeck und starb 30. Nov. 1566.Bereits früher, 1493, erscheinen dort Hartwig und Mar-quard Offe.

15) v. Plate. Sie erwarben später mich Grundbesitzim Alten Lande (namentlich zu Bassenflcth, daher sich EineLiniePlate von Bassenfleth" nannte; noch 1642 beginnteine Urkunde:Ich Garleff Dietrich Plate, zu Bassenflethim alten Lande Erbgesessen") und verbreiteten sich nachPommern, wo sie dasselbe Wappen wie hier führten, nurwar der Adlerflügel weiß (viä. Micraelius, Altes Pommer-land). Ucbrigens hansete dort auch noch eine andere Familiev. Plate, aber mit ganz verschiedenem Wappen (hierzu diejetzigen Grafen v. Platen-Hallermund). Die v. Plotho undv. Plato findet man ebenfalls ehedem oftPlate" geschrieben.

0 Um 1250 cristirtc in der Gegend von Bremen eine Ortschaft, NamensEdcnbüIIrl, vielleicht die Heimath unserer v. Edenbiittel (Vogt, krlon, II. 64).

16) v. Rütow. 1360 hatteHerr Nycolans Rittou-wen" einen Hof in Allwörden (vergl. dieses Gut). 1305und 1329 (vergl. das Gut Klinten) treffen wir Gliederdieser Familie auch auf der Bremischen Geest; ferner inPommern (viä. Schwarz, Pommersche Lehnsgeschichte). Hierführten sie dasselbe Wappen, wie die Kehdinger Rütow's.

17) v. Runge. Sie wandten sich zum Theile nach Pom-mern, wo sie ihr hiesiges Wappen zwei Wagenrnngcnim Wesentlichen beibehielten (viä. Micraelius eit.).

Man darf nicht glauben, daß diese drei zuletzt genann-ten Familien von Pommern hierher eingewandert sind. DerZug, namentlich des Adels, ging ehemals in Deutschlandnicht nach Westen, sondern nach Osten. Bei Gelegenheitder Kriege mit den Wenden und sonstigen Slaven, sodanndurch die Ritterorden, kämen viele Edelleute, auch Bürger,aus Niedcrsachsen und Westphalen nach Pommern') und indie jetzigen Russischen Ostsee-Provinzen, wie letztere dennüberhaupt damals wesentlich germanisirt wurden und ihrAdel noch gegenwärtig meist deutschen Ursprungs ist.

Kein slawisches Adelsgeschlecht ist dagegen jemals inhiesige Gegenden, namentlich ins Bremische, nachhaltig ge-drungen.

18) v. Segemann. Betreffs dieser Familie liegt wenigesvor. Früher als 1577 sind mir keine Glieder derselben be-kannt geworden. In diesem Jahre erscheinen in einerProceßacte Otto und Christoph Scgemann, als im Kirch-spiele Hamelwörden (a.Seediek) angesessen und verheirathct.Ein adelicher Dienstmann des Stifts Verden, NamensPeter Segemann, lebte im 17. Jahrhunderte (viä. ZeitschriftdesHistor. Vereins fürNiedersachsen, Jahrg. 1854, xaK. 114).1650 cedirt Floria geb. v. Bothmer, Wittwe des PeterSegemann (vielleicht der vorige) gewisse Obligationen anFrau v. Bremer (Stader Archiv).

19) v.Pahl. Nach der Fassung des bei Mushard pnA. 428abgedruckten Adelsbriefcs äs 1571 sollte man annehmen, daßdiese Familie damals erst geadelt sei. Indessen, es kanndarin nur eine Erneuerung des Adels wie solche zu jenerZeit vielfältig Statt hatten vorliegen. Denn schon 1551findet man Heinrich und Otto Pahl in der Brem. Ritter-rolle aufgeführt und noch früher, 1495, den Marquard Pahlals Gutsbesitzer im Kehdingschen. (Ein Mehres über sieviä. bei dem Gute Klinten.)

20) von dem Borstet (auch mitunter Borstelde undBorstelo geschrieben). Vielleicht hatten sie ihren Namen vonder Ortschaft Borstet im Kirchspiele Bützfleth, in welchemKirchspiele sie auch am frühesten ansässig sich zeigen. Schon

0 z. B. findet man folgende Bremische Namen gegen Ende des 13. Jahr-hunderts unter der Stralsundcr Bürgerschaft- de Bcderikesa, Johann v. Bre-men <1261), de Burlchude, de Sladis, de Verden, v. Borch und noch vieleandere aus dem Lüneburgschen, Calenbergschen, Westphalen u. s. w. <viä.Zeitschrift des Histor. Vereins für Niedersachsen, Jahrg. 1852, pux. 199.)